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Amtsgericht

Frau fährt Jugendlichem über den Fuß: 1000 Euro Strafe

Fürstenfeldbruck - Weil sie mit ihrem Auto einem Passanten über den Fuß gerollt und dann einfach weitergefahren ist, muss eine 28-jährige Bruckerin 1000 Euro Strafe zahlen und für einen Monat ihren Führerschein abgeben.

 Die junge Frau wurde auch wegen Fahrerflucht verurteilt, obwohl sie sich eine halbe Stunde nach dem Vorfall bei der Polizei gemeldet hatte.

Folgendes hatte sich zugetragen: Die 28-Jährige war am Brucker Kurt-Huber-Ring vom Parkplatz eines dortigen Discount-Supermarkts losgefahren. Dabei rollte sie hupend auf eine Gruppe Jugendlicher zu. Sie fuhr dann so knapp an den Personen vorbei, dass sie einem der jungen Männer auf den Fuß rollte. Dort – laut der von Richter Martin Ramsauer verlesenen Aussage des Geschädigten – blieb sie sogar für drei Sekunden stehen.

Danach habe die Frau lediglich das Fenster heruntergekurbelt und gefragt, warum die Jugendlichen nicht schneller zur Seite gegangen sind.

Konfrontiert mit dem Vorwurf, dass sie einem der jungen Männer über den Fuß gefahren sei, habe sie geantwortet: „Das kann gar nicht sein.“ Danach sei sie weitergefahren. Der junge Mann hatte sich bei dem Vorfall Prellungen am Fuß zugezogen.

Die Staatsanwältin warf der Frau deshalb fahrlässige Körperverletzung und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vor. Die fahrlässige Körperverletzung stritt der Verteidiger der 28-Jährigen nicht ab. Vom Vorwurf der Unfallflucht sei sie jedoch freizusprechen. „Der Geschädigte hatte nur einen leichten Druckschmerz und konnte normal weiterarbeiten und weiterlaufen“, begründete der Anwalt seinen Antrag.

Es habe sich wohl nur um einen vorübergehenden Schmerz gehandelt. Er zweifelte deshalb an, dass man den Vorfall tatsächlich als Verkehrsunfall bewerten kann. Außerdem habe sich seine Mandantin – auf Anraten eines befreundeten Polizisten – nur eine halbe Stunde nach dem Vorfall persönlich bei der Polizei gemeldet, um Angaben zu machen.

Das wollte Richter Ramsauer der Angeklagten aber nur bedingt positiv zugute halten. Die Jugendlichen hatten das Auto der Bruckerin nämlich beim Wegfahren fotografiert. „Die Fahrerin hätte dadurch leicht ermittelt werden können“, sagte der Richter. Für die 28-Jährige bewertete Ramsauer negativ, dass es sich nicht nur um einen Sach- sondern um einen Personenschaden handelte.

Dass die Verletzungen nicht schwerwiegend waren, sei da unerheblich, „weil bei der Weiterfahrt die Größe des Schadens noch nicht klar war“. Ramsauer folgte bei der Strafe deshalb dem Antrag der Staatsanwaltschaft. andreas DAschner

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