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Nachwuchs in den Parteien

Freie Wähler entdecken die Jugend

Fürstenfeldbruck - Rot, schwarz, grün oder gelb: Bei den großen Parteien gehört eine eigene Jugendorganisation sozusagen zum guten Ton. Also wollen auch die Freien Wähler im Kreis Bruck künftig in dieser Liga mitspielen. Unter dem stilisierten Sonnensymbol sollen sich die JFW formieren – die jungen Freien Wähler.

Die Junge Union in der CSU, die Jusos in der SPD und die Grüne Jugend sind in der Region bereits seit geraumer Zeit vertreten. Nun ziehen die Freien Wähler nach. „Wir wollen wieder mehr Jugendliche und junge Erwachsene für ein Mitwirken gewinnen“, sagt Stefan Weinberger. Der 30-Jährige ist selbst ein Schnellstarter. Bereits vor zwei Jahren kandidierte er bei der Bürgermeisterwahl in Gröbenzell.

Inzwischen ist er Beisitzer im FW-Kreisverband. In diese Position wurde Weinberger mit Bedacht gewählt. Er soll die Jugendarbeit der Partei auf Touren bringen. Die „Jungen Freien Wähler“ (JFW) – so der offizielle Name – würden als Kreisgruppe der JFW-Landesgruppe angehören. Jeder, der mindestens 14 Jahre alt ist, das 35. Lebensjahr aber noch nicht vollendet hat, kann mitwirken.

Die JFW sollen durch verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen bei den Jugendlichen das Interesse für die Politik wecken – „insbesondere für die Kommunalpolitik“, wie Weinberger sagt. Dabei soll es gezielt um Themen gehen, die die Altersgruppe der JFW betreffen. „Wir hoffen, dass wir die Gründung bis Anfang März schaffen“, sagt der Gröbenzeller. „Da wir im Landkreis noch am Anfang stehen, wäre es schön, für den Beginn eine regelmäßige Runde mit rund zehn aktiven Jugendlichen und jungen Erwachsenen hinzubekommen.“

Die bereits bestehenden politischen Jugend-Gruppierungen sind da freilich schon weiter: Die Junge Union (JU) kann rund 200 Mitglieder im Kreis vorweisen, die Jusos haben rund 70 und die Grüne Jugend hat rund 50 Mitglieder. Bei SPD (bis unter 35 Jahre) und Grünen (bis unter 27 Jahre) ist man allerdings als Parteimitglied bei entsprechendem Alter automatisch Mitglied in der Jugendorganisation.

Die JU agiert dagegen getrennt von der CSU. Und ihre Kreisvorsitzende beobachtet gerade sehr Erfreuliches. Das Interesse der Jugend an der Politik wächst wieder, erklärt Thuy Tran. Verantwortlich dafür sind nach Ansicht der Germeringer Stadträtin Krisen wie die Griechenland-Debatte und die Flüchtlings-Situation. „Generell ist es aber schon noch schwierig, neue Mitglieder zu finden“, gesteht sie ein.

Nicht umsonst würden die Zahlen bei den Jugendverbänden oft zurückgehen. Diejenigen, die sich bereits für eine Mitgliedschaft in der JU entschieden hätten, seien aber fleißig bei der Sache.

Bei der Grünen Jugend sind die aktiven Mitglieder laut Sprecher Manuel Eberhardt durch Wegzüge und Überschreiten der Altersgrenze etwas weniger geworden. Demgegenüber stünden aber auch Neueintritte. Eberhardt stellt ebenfalls fest: „Ich habe im Freundeskreis viele Studenten, bei denen das politische Interesse wieder wächst.“

Den Trend des Mitgliederrückgangs kann Ludwig Sinzinger, Sprecher der Jusos, nicht bestätigen – im Gegenteil. „In den letzten Jahren ist die Juso AG in Fürstenfeldbruck gewachsen“, sagt er. Das beste Mittel zur Mitgliedergewinnung sei übrigens das persönliche Gespräch.

Eine generelle Politikverdrossenheit hat Sinzinger nie erkennen können. „Nur die vorherrschenden Strukturen schrecken viele ab.“ Organisationen müssten heute netzartiger und offener gestaltet sein, um junge Menschen anzusprechen. „Die vielen Freiwilligen bei der Flüchtlingshilfe zeigen uns, dass großes Interesse am Gemeinwesen besteht.“

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