Freizeitmaler machen Ausstellung ohne Titel und mit Biss

Fürstenfeldbruck – Eine Ausstellung ohne Titel oder Thema, dafür aber mit umso mehr Vielfalt veranstalten die Brucker Freizeitmaler ab Freitag in der Sparkasse an der Hauptstraße. „Die Künstler wollen zeigen, was ihnen persönlich am Herzen liegt“, verrät Rita Plafka, die Vorsitzende der Freizeitmaler.

Unter den rund 50 Werken, die im ersten Stock der Bank zu sehen sein werden, sind Kreidezeichnungen und Aquarelle, Tuschezeichnungen, Öl- und Acrylbilder. Von den 16 Mitgliedern, die die Freizeitmaler derzeit haben, sind bis auf einen Künstler alle vertreten. Hinzu kommt Christine Hitzlberger als Gastaustellerin. Sie präsentiert unter anderem ein Werk, das in Encaustik-Technik entstanden ist – ein Verfahren, bei dem die Farbe heiß auf den Untergrund aufgetragen wird. Die Technik wurde bereits in der Antike verwendet und ist damit deutlich älter als Ölmalerei.

Die Freizeitmaler decken viele Stilrichtungen ab. Manche arbeiten abstrakt, andere fotorealistisch. „In der neuen Ausstellung kann man mit allem rechnen“, so Rita Plafka. Sie selbst gehört zu denjenigen, die beides tun. Das Acrylbild „Packende Lektüre“ zeigt den Leser eines Buches zum Thema Löwen und dazu den Löwen selbst, der mit furcheinflößend aufgerissenem Maul aus einem Bilderrahmen schaut – gegenständlicher kann Malerei kaum sein. „Ohne Skala“ dagegen heißt ein Bild, das dem Betrachter reichlich Deutungsspielraum eröffnet mit seinen geschwungenen blauen und violetten Formen und den Spiegel-Elementen, die die Dynamik der Farben unterbrechen.

Die Brucker Freizeitmaler betrachten sich seit ihrer Gründung vor 37 Jahren als lose Vereinigung von Individualisten. Der Name besagt übrigens nur, dass keiner von ihnen mit der Kunst seinen Lebensunterhalt verdient – und nicht etwa, dass sie sich als Sonntagsmaler begreifen. Die kunstinteressierte Öffentlichkeit im Landkreis weiß das und freut sich über die regelmäßigen Ausstellungen. Im Brucker Rathaus, in der Furthmühle, im Olchinger KOM und im Landratsamt waren die Freizeitmaler bereits zu sehen, in der Sparkasse sowieso, auch wenn sich hier die Abstände aufgrund der starken Nachfrage nach dem Ausstellungsraum von einem auf zwei Jahre verlängert haben. Rita Plafka spricht deshalb schmunzelnd von der „Sparkassen-Biennale“. 

Ulrike Osman

Kurzinfo:

Die Ausstellung ist vom 14. Oktober bis 4. November jeweils zu den Öffnungszeiten der Sparkasse an der Hauptstraße im 1. Stock zu sehen.

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