Blasmusik

Fremdgehen auf großer Bühne

Fürstenfeldbruck – Blasmusiker sind begehrt, nicht nur zur Volksfestzeit. Auch beim Maibaumaufstellen müssen viele von ihnen wieder ans Instrument. Einige gehen dabei ab und zu sogar fremd.

Diese „Fremdgeher“ erwartet zu Hause aber kein Donnerwetter. Sondern nach dem Stelldichein vielmehr der Dank der anderen Musiker. Natürlich ist die Rede von solchen, die bei anderen Kapellen aushelfen. Und so war es beim Aufritt der Blaskapellen aus Bruck, Maisach, Schöngeising und Gilching am Brucker Volksfest gar nicht so einfach, festzustellen, wer der rund 100 Musiker eigentlich zu welcher Gruppe gehört.

Zwei von den Männern, die gerne mal auf zwei Hochzeiten spielen, sind die Zwillinge Michael und Daniel Metzenmacher. Die beiden Studenten aus Lochhausen spielen eigentlich in der Blaskapelle Eichenau. „Heute helfen wir aber in Fürstenfeldbruck aus. Man kennt sich ja untereinander“, erzählen die 25-Jährigen und lachen. Dadurch, dass sich die verschiedenen Kapellen häufiger auf Märschen und Großveranstaltungen im gesamten Landkreis treffen, sei das Verhältnis untereinander sehr freundschaftlich. Die Mitglieder verbinde die Leidenschaft zur Musik.

Das meint auch Schlagzeuger Georg Hörger aus Schöngeising. Er ist schon fast ein Aushilfsspieler auf Dauer. Der 21-Jährige spielt des öfteren in Grafrath und bei der Stadtkapelle Fürstenfeldbruck mit. „Ich helfe gerne. Das Ganze macht ja auch Spaß“, erzählt der Anlagenmechaniker. Er habe in der Hochsaison an die 50 Auftritte, die sich aber gut mit dem Beruf vereinbaren lassen würden.

Eva Pflügl, Vorsitzende der Maisacher Blaskapelle, sagt: „Die Frage ist, wie man seine Prioritäten setzt.“ Die Projektleiterin aus Bruck spielt seit 28 Jahren in Maisach Bariton. Sie freut sich, dass das Verbindende auch über die Vereinsgrenzen hinausgeht. Bei der Musik habe man, im Gegensatz zum Sport, keine Rivalität zwischen den einzelnen Mannschaften. Man würde daher eher mit- als gegeneinander arbeiten und spielen. „Wenn wir mal nicht spielen können, empfehlen wir andere Kapellen aus dem Landkreis“, erzählt Pflügl.

Dieses Phänomen sei mittlerweile ganz normal geworden. Dadurch, dass die Musiker mindestens drei Gemeinschaftsauftritte im Jahr hätten, sei eine Zusammenarbeit untereinander unverzichtbar. Das freute auch Volksfestreferent Markus Droth, der bei dem großen Konzert am Brucker Fest die Moderation übernahm. „Es war mir ein besonderes Anliegen, die traditionelle Musik aufs Volksfest zu holen. Sie gehört einfach dazu.“ Und Verbandsdirigent Franz Kellerer sagt: „Musik ist eine Sprache, die alle gleichermaßen verstehen“.

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