Fürstenfeld ganz im Zeichen der Feuerwehr

Fürstenfeldbruck - Fachmesse, Delegiertenrunde, Jugendkampagne, Aktionstag: Fürstenfeld stand am Wochenende ganz im Zeichen der Feuerwehr.

Das 150-jährige Bestehen der Brucker Wehr war letztlich Anlass, die Versammlung der Führungskräfte der Feuerwehren Bayerns nach Fürstenfeld zu verlegen. Neben den Delegierten der Kreis-, Stadt- und Bezirksfeuerwehrverbänden sowie der Jugendfeuerwehr nahmen zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft, den kommunalen Spitzenverbänden und weiteren Hilfsorganisationen an der Tagung teil. Ehrengast war Innenminister Joachim Herrmann, der pünktlich zum Auftakt der Veranstaltung mit dem Hubschrauber einschwebte.

Im Beisein von Fahnenabordnungen und Mitgliedern der Jugendwehr eröffnete der Minister vor der Klosterkirche die Aktionswoche, die heuer unter dem Motto „Ich bin dabei. Wo bleibst du?“ steht und an der sich der Freistaat mit mehr als 800 000 Euro beteiligt. „Unsere Feuerwehren sind eine tragende Säule der Gefahrenabwehr in Bayern“, betonte Innenminister Herrmann, der auch den neuen Fahrsimulator präsentierte und einführte.

Insgesamt würden in Bayern rund 334 000 Feuerwehrler in rund 7700 Freiwilligen Feuerwehren, sieben Berufsfeuerwehren sowie 232 Werks- und Betriebsfeuerwehren eine flächendeckende Präsenz garantieren. Ziel müsse sein, die Zahl der Aktiven trotz des Geburtenrückgangs konstant zu halten.

Die Nachwuchskampagne sei hierzu ein wichtiger Beitrag. „Die Jugend von morgen für die Aufgaben von übermorgen gewinnen“, nannte auch der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes, Alfons Weinzierl, als vorrangige Aufgabe. Zuvor hatte Weinzierl bei der Landesversammlung den Jahresbericht 2011 vorgestellt.

Als wichtige Erfolge des Verbandes nannte er unter anderem die Schaffung von 40 weiteren Stellen an den drei Feuerwehrschulen, die geplante Einführung der Rauchmelderpflicht in Bayern, ein Sonderförderprogramm Katastrophenschutz und verbesserte Förderrichtlinien bei Fahrzeugen und Geräten.

Angesprochen hat er zudem Bereiche, in denen weiterhin Handlungsbedarf bestehe, wie etwa beim Digitalfunk oder bei der EU-Arbeitsrichtlinie. Und er forderte eine nachhaltige Förderung des „besonderen Ehrenamtes Feuerwehr“. „Wir wollen nicht nur gehört werden, wir wollen anerkannt werden, in fachlicher wie auch in verbandsbezogener Hinsicht“, sagte er.

Feuerwehrminister Joachim Herrmann sicherte zu, die verlässliche Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr bestmöglich zu unterstützen. Er griff die von Weinzierl genannten Themenfelder auf: „Wir werden über alle Punkte im Gespräch bleiben.“ Man brauche keine Wutbürger, die sich aufregen und nur reden, sondern Mutbürger, die anpacken und da sind, wenn sie gebraucht werden.

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