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Die Vorbereitungen sind ein logistischer und körperlicher Kraftakt. Hausmeister Hans Hörmann räumt Tische und Stühle weg, die wegen der Abstandsregel überflüssig sind. 

Fürstenfeldbruck

600 Schüler auf Abstand: Das geht nur im  Schichtbetrieb

 Wenn ab Montag nach der Corona-Unterbrechung die Abschlussjahrgänge wieder unterrichtet werden, trifft das zwei Schularten besonders: In der Berufsschule und der FOS/BOS machen wegen der Schulzeit von maximal drei Jahren die Abschlussklassen einen Großteil der Schüler aus.

Fürstenfeldbruck – Die Abstandsregeln müssen dennoch eingehalten werden. An der Berufsschule gelten für Frisöre Sonderregelungen, die FOS/BOS führt einen Schichtbetrieb ein.

FOS/BOS-Schulleiterin Monika Pfahler und ihr Lehrerkollegium müssen 615 Schüler in 28 Abschlussklassen unterrichten. Das ist etwas mehr als die Hälfte aller Klassen an der Schule. Um das zu bewältigen, wird an der FOS/BOS ein Schichtbetrieb eingeführt. „Wir unterrichten einen Teil am Vormittag, den anderen dann am Nachmittag“, sagt Pfahler. Weil die Klassen aufgrund ihrer Größe aufgeteilt werden müssen – auch kommen auf eine Klasse je nach Raumgröße zehn bis 15 Schüle –, gibt es außerdem Parallelunterricht. Soll heißen: Zum Beispiel ein Teil der Klasse wird in Mathematik unterrichtet, der andere Teil in Englisch. Anschließend tauschen die Gruppen.

Reinigungsfirma

Auf Pausen in den einzelnen Schichten müssen die Schüler verzichten, um Gruppenbildungen zu vermeiden. Und nicht zuletzt werden die Schultische zwischen den beiden Schichten von einer vom Landratsamt beauftragten Reinigungsfirma desinfiziert.

Eine Sonderregelung gibt es auch für Ersatzprüfungen, die abends stattfinden. Diese haben folgenden Hintergrund: Da im zweiten Schul-Halbjahr aufgrund der Corona-Krise kaum Prüfungen abgehalten wurden, zählen die Noten vom ersten Halbjahr. „Wenn ein Schüler mit diesen Noten nicht zufrieden ist, kann er aber die Ersatzprüfung absolvieren“, erläutert Pfahler.

Insgesamt 600 Auszubildende im letzten Lehrjahr müssen in der Berufsschule unterrichtet werden – allerdings nicht im Blockunterricht. Das vereinfacht die Sache für Schulleiterin Andrea Reuß. „Die Zahl verteilt sich auf alle Wochentage, sodass wir pro Tag 100 bis maximal 150 Schüler da haben.“ Diese werden in Klassen mit 10 bis 15 Plätzen unterrichtet, damit der Mindestabstand von 1,50 Metern gewährleistet ist.

Die Frisöre

Prinzipiell besucht jeder Auszubildende einmal pro Woche die Schule. Eine Sonderrolle nehmen aber die Frisöre ein. Sie kommen in der ersten Woche gleich an drei Tagen, in den folgenden drei Wochen dafür gar nicht. Der Grund: Dann dürfen die Frisörsalons wieder öffnen. „Dort wird dann ein regelrechter Ansturm erwartet, deshalb sollen die Auszubildenden den Salons an allen Tagen zur Verfügung stehen“, erklärt Andrea Reuß. Nach diesen drei Wochen kommen auch die Frisöre einmal wöchentlich ins Schulgebäude.

Bei den Unterrichtszeiten hat sich die Schulleiterin mit ihren Kollegen an FOS/BOS und dem Rasso-Gymnasium abgestimmt. In der Berufsschule geht es um 8.45 Uhr los – später als an den anderen Schulen. „Wir wollen eine geballte Anreise und Pulkbildungen in der S-Bahn verhindern“, erklärt Reuß.

Beim Unterricht gelten besondere Regeln: Es darf immer nur ein Schüler auf die Toilette. „Außerdem werden die Räume regelmäßig belüftet“, sagt die Schulleiterin. Zudem werden die Schüler auf die Hygiene- und Abstandsvorschriften hingewiesen. Masken müssen die Auszubildenden aber keine tragen, zumal dies in Schulen noch keine Pflicht ist. Die Lehrer sollen aber in Zeiten von Corona Vorbildfunktion gehen und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. FOS/BOS-Schulleiterin Monika Pfahler will für ihre Schüler eine Mundschutz-Empfehlung aussprechen. 

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