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Gut besucht, wie selten zuvor: Mehr als 120 Anwohner der Feld- und der Flurstraße kamen zum Infotermin in den Sitzungssaal des Rathauses und belegten sogar die Plätze vollständig, die sonst den Stadträten vorbehalten sind.

Infoveranstaltung im Rathaus

Darum fürchten die Anwohner ein Verkehrschaos bei der neuen Feuerwache

Der Bau einer zweiten Brucker Feuerwache an der Flurstraße sorgt für Aufregung bei den Anwohnern. 120 Menschen äußerten ihre Sorgen bei einer Infoveranstaltung im Rathaus.

Fürstenfeldbruck – So voll hat man den Sitzungssaal im Rathaus selten gesehen. Mehr als 120 Anwohner der Feld- und der Flurstraße waren gekommen, um sich über den Bau einer zweiten Feuerwache in Bruck zu informieren und ihre Sorgen und Nöte vorzutragen. Sogar die Tische, an denen bei Sitzungen die Stadträte debattieren, waren vollständig besetzt.

Im Jahr 2021 soll die Feuerwache bezugsfertig sein. „Der Standort ist gesetzt“, betonte OB Erich Raff. Gleiches gelte aber nicht für die Verkehrserschließung der Feuerwache über die Feld- und die Flurstraße. „Wir müssen schauen, wie wir das Beste daraus machen“, sagte das Stadtoberhaupt. Ein mögliches Konzept hat die Straßenverkehrsbehörde der Stadt bereits erarbeitet und nun den Anwohnern vorgestellt.

Bauliche Veränderungen halten sich dabei im Zaum. Die Verengung an der Einmündung von der Feuerhaus- in die Feldstraße soll für Feuerwehrfahrzeuge passend gestaltet werden. Außerdem ist eine Verkürzung oder Absenkung der Insel im Bereich der Kinderhilfe angedacht. Bleiben sollen allerdings die derzeitigen Vorfahrtsregelungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Neue Parkraumregelung bringt Anwohner auf die Palme

Was bei den Anwohnern für Aufregung sorgt, ist jedoch die angedachte Parkraumregelung. Insgesamt 18 Stellplätze sollen wegfallen, die verbleibenden 60 so angeordnet werden, dass es genügend Ausweichstellen gibt, um den Begegnungsverkehr zwischen Feuerwehrautos und anderen Fahrzeugen weitgehend reibungslos abzuwickeln. Die Straßenverkehrsbehörde im Rathaus hat laut Birgit Thron ermittelt, dass ein Bedarf von 34 Stellplätzen besteht. „Dieser kann also problemlos abgedeckt werden, auch wenn nicht mehr jeder vor seiner Haustür parken kann.“

Dabei geht man sogar Kompromisse ein, wie Thron betont. Wie ein Gutachten des Büros IBG ergibt, müsste die Straße eine Fahrbahnbreite von mindestens 5,5 Metern, besser sogar 6,1 Metern aufweisen, um Begegnungsverkehr zwischen allen Arten von Fahrzeugen zu ermöglichen. „An manchen Stellen gehen wir aber sogar auf fünf Meter zurück“, sagte Thron.

Die Angst der Anwohner: Eine Rennbahn durchs Wohngebiet

Dennoch haben die Anwohner Ängste. Einer warf der Stadt vor, eine Rennbahn durchs Wohngebiet zu bauen. Ein anderer glaubt, dass mehr Lkw durch die Feld- und Flurstraße fahren, wenn sie optisch breiter wirkt. Und ein dritter Anwohner befürchtet schlichtweg Chaos, wenn ein Feuerwehreinsatz mit der Hol- und Bringzeit der Kinderhilfe zusammenfällt.

Stephan Gräser vom Büro IBG ist jedoch der Ansicht, dass die Straße auch nach der Neuordnung für den Lastenverkehr uninteressant bleibt: „Ein Lkw-Fahrer wird eine 5,5 Meter breite Straße nicht primär auswählen.“ Thron erklärte zudem, dass geprüft werde, ob die Feld- und die Flurstraße wieder aus dem Brucker Hauptverkehrsstraßennetz herausgenommen werden können. Das hätte zum einen Auswirkungen auf die Routenvorschläge in Navis. Zum anderen könne die Stadt dann auch über ein Lkw-Fahrverbot entscheiden, wie ein Mitglied der Bürgerinitiative Flurstraße betonte.

OB Erich Raff: „Wir nehmen die Sorgen der Bürger ernst“

Feuerwehrreferent Andreas Lohde sagte: „Es ist keine Frage, dass von den Anwohnern ein ganz schöner Akt der Solidarität abverlangt wird.“ Das sei aber notwendig, wie auch Gräser betont: „Unser Gutachten wäre auch ohne neue Feuerwache so ausgefallen, ganz einfach weil die Fahrbahnbreiten auch für Feuerwehrautos im Einsatz in dieser Straße benötigt würden.“

Raff machte noch einmal deutlich, dass die Stadt sicher keine Autobahn durch Wohnviertel bauen wolle. Vielmehr bleibe es in der Straße weiter eng. „Aber es ist machbar“, sagte der OB zu dem erarbeiteten Kompromiss. Da durch den geraden Straßenverlauf die Feuerwehrfahrzeuge weithin sichtbar seien, würden die durch die Parkraum-Neuordnung entstehenden Ausweichlücken ausreichen.

Noch sei zudem nichts in Stein gemeißelt. „Wir nehmen die Sorgen der Bürger ernst.“ Wenn noch neue Ideen kommen, würde man versuchen, diese zu berücksichtigen. „Wir bleiben weiter im Gespräch“, versprach der OB.

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