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Viele Asylbewerber und Ehrenamtliche kamen zur Feier in die Unterkunft auf dem Fliegerhorst.

Helfer organisieren ein großes Fest

Flüchtlinge spüren weihnachtliche Wärme

Fürstenfeldbruck - Stadt, Kirchen und viele ehrenamtliche Helfer haben ein großes Fest für die Asylbewerber organisiert. Die Botschaft: Sie sind willkommen und sollen an Weihnachten Gemeinschaft erfahren.

Ein Abend wie dieser ist eine seltene Abwechslung im Alltag der Asylbewerber, die im Unteroffizierheim des Fliegerhorstes leben. Er soll ihnen zeigen, dass sie willkommen sind. Neben der Tür steht ein Weihnachtsbaum mit Lichterkette, später werden Geschenkpäckchen an die Kinder verteilt. Helfer reichen Körbchen mit Gebäck und Stollen durch die Reihen. Vorne spielt die Band Cheerio Joe, begeisterte Pfiffe und Beifall quittieren jeden ihrer Songs. Ein paar junge Männer beginnen zu tanzen.

Es ist kein Abend der Ansprachen, darum beschränken sich OB Klaus Pleil und Integrationsreferent Willi Dräxler auf kurze Grußworte, die eine Dolmetscherin ins Arabische übersetzt. Die Botschaft liegt ohnehin in der Luft: Die Flüchtlinge sollen sich angenommen fühlen, sollen Wärme und Gemeinschaft erleben.

Viele haben die Kombination aus Weihnachtsfeier und Willkommens-Konzert gemeinsam auf die Beine gestellt: Stadt, Caritas-Zentrum, Kirchen, jede Menge Ehrenamtliche und eine lange Liste an Spendern und Sponsoren. „In Fürstenfeldbruck we are bunt“, ruft Dräxler im besten Denglisch ins Publikum, bevor er das Mikro an „Big Chief“ Pleil übergibt. Der bekräftigt: „Wir freuen uns, dass die Stadt bunter wird.“

Nicht alle können ihre Sorgen für ein paar Stunden vergessen. Ein Ehepaar aus Pakistan sitzt etwas abseits vom größten Trubel. Sobald sich jemand dazusetzt, schieben die beiden freundlich Getränke und Gebäck herüber. In Gedanken sind sie bei ihren drei Kindern, die sie zurücklassen mussten. „Ich bin nicht glücklich“, sagt die Frau und schaut wieder nach vorne.

Wenn es nach Elisabeth Schmidl, einer der vielen Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe, ginge, gäbe es im Unteroffizierheim noch viel mehr Live-Musik. Musikvereine könnten hier regelmäßig proben. „Die Flüchtlinge könnten zuhören und würden gleichzeitig an unsere Kultur herangeführt werden.“ Als die Musiker schließlich ihre Instrumente zusammen packen, ist ein schöner Abend zu Ende, der vielleicht der Anfang für weitere Aktionen war. (os)

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