Gerichtsreport

War der Sex freiwillig oder erzwungen?

Fürstenfeldbruck - Als freier Mann verließ ein Asylbewerber aus Nigeria das Landgericht München II. Eine Fürstenfeldbruckerin hatte ihn der Vergewaltigung bezichtigt.

In dem zweitägigen Prozess mussten die Richter der 1. Strafkammer die Frage klären, ob der 28-Jährige in einer Novembernacht 2014 die 51-Jährige brutal vergewaltigt hatte – oder ob der Sex zwischen ihnen einvernehmlich stattgefunden hatte. Getroffen haben sich die beiden in den frühen Morgenstunden vor einem Lokal in Fürstenfeldbruck. Die 51-Jährige habe unschlüssig und betrunken (etwa zwei Promille Alkohol im Blut) an einer Mauer gelehnt, sagt der Nigerianer. Er habe sie angesprochen und auf einen Kaffee eingeladen. Die Frau sei bereitwillig mitgegangen. Dann seien sie in einen Feldweg eingebogen.

Die Bruckerin sagte, er habe sie zu Boden gerungen, trotz ihrer Gegenwehr entkleidet und ihr Gewalt angetan. Das bestritt der Nigerianer im Prozess vehement. „Sie war sehr betrunken und klammerte sich an mich. Dann bat sie mich um Sex.“ Er habe geantwortet: „Wenn es für dich okay ist, dann ist es für mich auch okay.“

Was an der Darstellung des angeblichen Opfer von vorneherein sonderbar anmutete: Nach dem Vorfall nahmen die Fürstenfeldbruckerin und der Afrikaner gemeinsam ein Taxi und fuhren damit zur Polizeiinspektion. Dort wurde der Asylbewerber erkennungsdienstlich behandelt und wieder entlassen.

Erst zwei Monate später nahmen Beamte den 28-Jährigen, der längst nicht mehr auf dem Fliegerhorst untergebracht war, fest. Die Auswertung aller Spuren hatte ergeben, dass er Sex mit Bruckerin gehabt hatte. Die weitere Beweisaufnahme brachte dann allerdings zu Tage, dass er in dieser Nacht sicherlich nicht der einzige Mann war, mit dem sie intim geworden war.

Für die Untersuchungshaft bekommt der Nigerianer nun Entschädigung. Nach dem Freispruch machte er sich auf zu der Asylunterkunft in Westdeutschland, die ihm nach der Erstaufnahme in Fursty als Wohnort zugewiesen worden war. (jam)

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