50 Jahre Pfarreierhebung

St. Bernhard, die junge Gemeinde

Ein Gotteshaus in neuem Glanz: Im Oktober 2008 beginnt die Kirchenrenovierung. Vieles wird in den alten Zustand zurückversetzt.

Fürstenfeldbruck - 50 Jahre – für eine Pfarrei ist das noch jung. Und doch blickt St. Bernhard auf eine bewegte Zeit zurück. Die Ereignisse und viele Geschichten hat Friedrich Deschauer nun in einer Chronik zusammengetragen.

Die Geschichte der Pfarrei St. Bernhard beginnt in Fürstenfeld. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich viele Vertriebenen im Westen an. Die katholische Gemeinde von St. Magdalena war für all die Katholiken zu klein. Daher beschloss man, eine zweite Seelsorge-Einheit zu bilden. Am 1. Mai 1953 wurde die Kuratie gegründet. Die Gottesdienste wurden in Fürstenfeld gefeiert.

Gottesdienst nach Zugfahrplan

Der erste Pfarrer Wilhelm Bayerl hatte mit Problemen zu kämpfen: Vom Westen bis nach Fürstenfeld – damals eine Kirche ohne Heizung und elektrisches Licht – lief man schon eine halbe bis dreiviertel Stunde. Die Menschen waren damals nicht motorisiert, auch eine Amperbrücke gab es im Westen nicht, erzählt Friedrich Deschauer. „Pfarrkurat Johann Kögl setzte sonntags zwei Busse ein, um die Leute zum Gottesdienst zu fahren.“ Und er hielt sonntags eine Spätmesse, abgestimmt auf die Abfahrtszeit des Zugs aus der Buchenau. „Er war so schnell, dass die Menschen den nächsten Zug wieder erreichten.“

Erster Spatenstich: Am 4. April 1962 segnet Pfarrkurat Johann Kögl den Bauplatz des künftigen Pfarrzentrums St. Bernhard. 

Bald war klar, dass der Westen eine eigene Kirche brauchte. An der Ecke Rotschwaiger-/Richard-Higgins-Straße wurde ein Grundstück gefunden. Architekt Franz Berberich erhielt den Auftrag, die Fenster gestaltete der Eichenauer Künstler Josef Dering. 1964 wurde das Gotteshaus dem heiligen Bernhard geweiht.

Ein Jahr später, am 1. Juni 1965, wurde St. Bernhard zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Die Menschen begannen sofort, ihre Gemeinschaft mit Leben zu füllen. Und noch etwas trug zum modernen Selbstverständnis von St. Bernhard bei: Die Pfarreierhebung fiel in die Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils. „Es war die Chance, das Konzil zu verwirklichen“, sagt Deschauer. Im Gotteshaus stand gleich ein Volksaltar und die Messen wurden auf deutsch und nicht auf Latein gelesen.

Gemeinde pulsiert

Im Westen ist eine sehr lebendige Pfarrgemeinde mit einem frisch renovierten Gotteshaus gewachsen. Als im Jahr 2011 der Pfarrverband Fürstenfeld gegründet wurde, fürchteten einige, das gemeindlich Leben würde erlahmen. Doch die Gläubigen arbeiten nach wie vor in vielen Gruppierungen zusammen. „Da Laien und Ehrenamtliche immer sehr aktiv waren, hängt nicht alles am hauptamtlichen Pfarrer“, sagt Sporrer. „Das Pfarrleben pulsiert weiter“, ergänzt Friedrich Deschauer.

Auf 180 Seiten hat er die Chronik der Pfarrei St. Bernhard zusammen getragen. Sie erzählt die Geschichte der noch jungen Pfarrei, angereichert mit Anekdoten und vielen Bildern. Vorgestellt wird sie am Sonntag, 26. Juli. Zunächst feiert die Gemeinde einen Festgottesdienst mit allen Chören, zu dem viele Ehemalige Seelsorger und Aktive geladen sind. Dann folgt auf dem Kirchplatz ein Stehempfang. Die Chronik ist dort und anschließend im Pfarrbüro von St. Bernhard und im Klosterladen für 19 Euro erhältlich. (imu)

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