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Nahe dem Fliegerhorst

Stadt braucht zweite Feuerwache

Fürstenfeldbruck - Noch vor der offiziellen Vorlage des Feuerwehrgutachtens wird immer deutlicher: Die Stadt Fürstenfeldbruck wird nicht umhin kommen, eine zweite Feuerwache in der Nähe des Fliegerhorstes zu bauen. Gleichzeitig hat Bruck jetzt Klage wegen des Weggangs der Militär-Wehr erhoben.

Das Grundproblem: Das aktuelle Feuerwehrhaus liegt vom Fliegerhorst so weit entfernt, dass die Rettungskräfte nicht in zehn Minuten in Fursty sein können. Bisher war das kein Thema, weil das Militär eine eigene Wehr hatte. Ein Großteil dieser Truppe ist Ende 2015 vom Standort aber abgezogen worden. Nur vier Mann sind als Nachkommando noch bis März vor Ort, wie Herwig Bahner vom Bundeswehrdienstleistungszentrum auf Tagblatt-Anfrage bestätigte – die Stadt Bruck ist mit dem Problem allein.

Mit der Klage will sie daher feststellen lassen, wer verantwortlich ist, sprich: Die Stadt will Rechtssicherheit. Ist die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten für den Brandschutz zuständig? Ihr gehört das Gelände. Oder die Regierung? Sie betreibt am Fliegerhorst die Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber. Oder doch die Stadt? Auf ihrer Gemarkung schließlich liegt das Areal. Die Verantwortlichkeit, die durchaus zivilrechtliche Folgen haben kann, falls die Feuerwehr die Zehn-Minuten-Frist im Ernstfall nicht einhalten kann, wird die Klage nun zeigen müssen.

Gleichzeitig ist aber auch klar: Wenn auf dem Fliegerhorst-Gelände, das die Luftwaffe bis 2020 verlassen will, ein neuer Stadtteil entsteht, braucht Bruck ein zweites Feuerwehrhaus. Das bestehende zu verlegen sei nicht wirklich eine Alternative, sagte Stadtbrandmeister Michael Ott gestern auf Nachfrage. Denn dann wäre die Buchenau unterversorgt. Er findet es merkwürdig, dass die Fliegerhorst-Feuerwehr so schnell abgezogen ist.

Eigentlich – so war es auch in der Öffentlichkeit angekommen – war ein verlängerter Verbleib bis März in Aussicht gestellt worden – wobei die drei Monate auch nicht viel geholfen hätten, wie Brucks Feuerwehrrefent Andreas Lohde ergänzte. Die Klage sei erst jetzt eingereicht worden, weil zwischen Regierung und Verteidigungsministerium noch Gespräche liefen, die nun aber eben nicht zum gewünschten Ergebnis führten. Lohde und Ott verweisen auf das Feuerwehrgutachten, das ab Februar im Stadtrat zu besprechen sein wird.

Wie Lohde durchblicken lässt, wird es den Politikern neben der Notwendigkeit der zweiten Wache noch andere brisante Details offenbaren. Die Brucker Feuerwehr erreiche insgesamt und völlig unabhängig vom Fliegerhorst nicht den Geschwindigkeits-Standart von anderen Wehren. Das liege auch an den Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Stadtgebiet, die den Lkw das Durchkommen schwer machen. Das Stadtgebiet sei an vielen Stellen fahrzeugfeindlich. Feuerwehrreferent Lohde: „Das steht im Gutachten schwarz auf weiß." (Thomas Steinhardt)

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