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Frauen in Führunspositionen
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Der Frauenanteil in den Brucker Beiräten soll steigen.

Aus dem Stadtrat

Fester Frauenanteil in Beiräten gefordert

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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  • Stefan Reich
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Geschlechtliche Gleichberechtigung wird groß geschrieben im neuen Stadtrat. Die neue Geschäftsordnung soll genderkonform formuliert werden, und auch die Satzungen der Beiräte werden sukzessive angepasst.

Fürstenfeldbruck – Eigentlich ging es vorerst um andere Punkte, als am Dienstag im Stadtrat die Satzung des Sportbeirates diskutiert wurde. Denn derzeit dürfen sich nur Personen für den Sportbeirat bewerben, die auch in Fürstenfeldbruck leben. Doch die Mitglieder aus den verschiedenen Clubs stammen häufig aus anderen Orten – engagieren sich aber im Verein und würden sich auch gerne im Beirat einbringen. Doch das ist bisher nicht möglich – ein Problem, das übrigens auch der Wirtschaftsbeirat hat. Dies wird nun geändert.

Die Mitglieder des Sportbeirats erhalten eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro im Jahr. Wie in den übrigen Beiräten auch erhält der Vorsitzende weitere 50 Euro. Darüber herrschte im Stadtrat weitgehend Einigkeit.

Neben der Erweiterung des potenziellen Mitgliederkreises auch auf Nicht-Fürstenfeldbrucker wird die Satzung des Sportbeirates in einem weiteren Punkt geändert. Die laufende Amtszeit des Gremiums wird bis Jahresende ausgedehnt. Das soll eine ordentliche Neuwahl erleichtern, die eigentlich mit Beginn der gerade laufenden Wahlperiode des Stadtrates angestanden wäre. Auch für den Umweltbeirat wurde eine Verlängerung der Amtszeit beschlossen. Beide Gremien sollen aber möglichst schon früher neugewählt werden. Im Juli soll die Bewerbungsfrist für den Umweltbeirat beginnen, den drei bisherige Mitglieder verlassen haben. Unter ihnen ist Markus Britzelmair, der dem Gremium nach seiner Wahl in den Stadtrat laut Satzung nicht mehr angehören darf.

Satzungsänderung soll im Herbst beschlossen werden

Dann begann die Gender-Debatte. Hermine Kusch monierte, dass die Satzung noch immer nicht entsprechend formuliert ist. OB Erich Raff informierte, dass die Satzungen aller Beiräte und die Geschäftsordnung im September in der genderkonformen Variante beschlossen werden sollen. Andreas Lohde (CSU) regte an, den Frauenanteil als eine Soll-Formulierung in der Satzung festzuhalten, um die Geschlechterverteilung in der künftigen Beiratsbesetzung zu berücksichtigen. Man habe eine möglichst ausgewogene Besetzung in der Geschäftsordnung festgehalten, ergänzte Alexa Zierl (ÖDP). „Das gilt auch für Beiräte.“

Raff hatte damit ein Problem: Würden sich unter zehn Personen zwei Frauen bewerben, müsse man sie quasi reinwählen. „Das finde ich vom Demokratieverständnis schwierig.“ Jan Halbauer (Grüne) sah das nicht so eng. „Es finden sich immer Frauen für Ämter.“ Christian Götz (BBV) regte an, eine prozentuale Verteilung von Frauen und Männern bei den Bewerbungen zu berücksichtigen. Sind ein Drittel der Bewerber Frauen, sollten sie auch ein Drittel im Beirat sein. Man könne ja geschlechtergetrennt wählen.

Beiratstermine nicht im Sitzungskalender 

Mirko Pötszch (SPD) regte noch an, die Sitzungstermine der Beiräte in den Sitzungskalender aufzunehmen. „Gibt es eine Vorgabe, wie oft ein Beirat tagen soll?“ Amtsleiter Roland Klehr erklärte, die Beiräte würden selbst festlegen, wie oft sie sich treffen. Von einem Eintrag in den Kalender riet er ab. Die Beiräte hätten auf der Stadt-Homepage eine eigene Seite, die sie mit Inhalten füllen könnten. Raff bot an, die Termine der Sitzungen auch auf der Homepage zu veröffentlichen.

Georg Tscharke, Vorsitzender des Umweltbeirats, berichtete, dass sein Gremium laut Satzung mindestens drei Sitzungen im Jahr abhalten müsse. Man sei dabei, die Satzungen anzupassen, bemerkte Raff. Im Herbst soll das erledigt sein – und spätestens dann geht auch die Gender-Debatte in die nächste Runde.

Kommentar von Ingrid Zeilinger:

Die Gender-Debatte wird gerade überall geführt. Bürger und Bürgerinnen, Beiräte und Beirätinnen. Es ist gut, wenn die Frauen mitwirken wollen und um ihr Recht kämpfen. Und es ist gut, wenn man ihnen in Satzungen und Ordnungen diese Möglichkeit gibt. 

Aber man kann es übertreiben. Sicher ist es schön, wenn ein Beirat nicht nur aus Männern besteht. Doch leider gibt es da oft noch zu wenig Bewerbungen von der weiblichen Seite. Ob es an den mangelnden Aussichten liegt, dann auch gewählt zu werden, oder am Zeit- oder Interessenmangel, sei mal dahin gestellt. 

Bei der Besetzung der Beiräte entscheidet nicht immer nur das Geschlecht, sondern manchmal auch die fachliche Qualifikation. Daher wäre es fatal, im Gremium einfach mal eine fixe Zahl von Plätzen den Frauen vorzubehalten. Die Idee der prozentualen Berücksichtigung könnte ein gangbarer Mittelweg sein. Vielleicht steigt dann die Zahl der Frauen, die sich engagieren wollen. Vielleicht aber auch nicht. Es könnte mehr helfen, bewusster Werbung zu machen.

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