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Die Ahnen in den Bildern erwachen um Mitternacht zum Leben und lassen den Schlossherrn verzweifeln.  

faschingskonzert im sparkassensaal

Geisterstunde im philharmonischen Spukschloss

Geht das noch mit rechten Dingen zu? Die Faschingskonzerte des Philharmonischen Chors Fürstenfeld sind nach wie vor reines Laienwerk und wirken doch immer professioneller.

Fürstenfeldbruck – Zum 40. Jubiläum begeisterte der Chor das Publikum im Sparkassensaal mit einem fulminanten Geister-Spektakel. Dass Jens Hunecke, einer der kreativen Köpfe und alleinverantwortlicher Texter der Faschingskonzerte, ein bekennender Gespenster-Fan ist, gab heuer den Ausschlag für die Themenwahl. Im philharmonischen Spukschloss geistert’s, was das Zeug hält. Zur Einrichtung gehören natürlich eine Ritterrüstung und Bilder von adligen Ahnen, die um Mitternacht zum Leben erwachen und gemeinsam mit der rastlosen Seele einer giftmordenden Köchin und weiteren übernatürlichen Gestalten das Gemäuer unsicher machen.

Wie kann man die Gespenster einfangen und endgültig ins Jenseits verfrachten? Der verarmte Schlossherr und die Frau Gemahlin versuchen es mit Ghostbustern, mit Leim à la Pumuckl und schließlich mit einem hauptamtlichen Medium von der Bayerischen Schlösser- und Seelenverwaltung. Im Zuge der turbulenten Handlung wird unversehens auch mancher Zuschauer auf die Bühne gezaubert und auf Echtheit untersucht. Oder sitzen gar Gespenster im Publikum?

Man merkt allen Beteiligten an, wie viel Spaß sie bei den Vorbereitungen gehabt haben müssen, beim Gestalten dieses „Blödsinns pur“, wie Jens Hunecke es nennt. Fast ein Jahr lang hat er mit dem Produzenten Rafael Hösel an den Ideen gefeilt, unterstützt von Peter Seiltz. Der 79-Jährige („ich bin ein Uraltgestein“) hat als kongenialer Partner des Faschingskonzerte-Erfinders Günter Mayr an unzähligen Produktionen mitgewirkt und ist noch immer mit voller Kraft dabei – dieses Mal als klammer Schlossbesitzer, der den alten Kasten um ein Haar an einen reichen Amerikaner verscherbelt. Verhindert werden kann dies nur mit einer großen Koalition aus Geistern und Menschen. Zu guter Letzt schlüpft Seiltz auch noch in die Rolle seiner eigenen Schwester, angetan mit Perücke, Lippenstift, Kostüm und hochhackigen Schuhen. Dass er sich gerne verkleidet, glaubt man ihm aufs Wort.

Bei der Musik reicht die Bandbreite heuer von Donizetti bis Ludwig Hirsch, von Lortzing bis Elton John. Stücke wie „Das Nachtgespenst“, „Wenn die Turmuhr Zwölfe schlägt“ und „Ghostbusters“ liegen thematisch auf der Hand, andere wurden von Text-Künstler Jens Hunecke genial umgedichtet. Zur Titelmelodie aus dem „Phantom der Oper“ schlürft ein Vampir mit dem Strohhalm „Biss zum letzten Tropfen“. Aus „Summer wine“ wird der Geisterbeschwörungs-Song „Sie sind hier“ – und das Pendel schwingt dazu wie wild. Ebenso unauffällig wie unverzichtbar sitzen abseits des Bühnengeschehens Yoko Seidel, Jürgen Richter und Tobias Plutka an ihren Instrumenten. Ihre Live-Begleitung macht das zweistündige Konzert zur absolut runden Sache. ulrike osman

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