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Für die Expansion des Schleifring müssen einige Bäume gefällt werden.

Naturschützer sauer: Schleifring expandiert

Fürstenfeldbruck – Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten der Wirtschaft, nicht der Natur. Nach langen Diskussionen darf die in der Hasenheide zwischen Maisacher Straße und am Hardtanger beheimatete Firma Schleifring und Apparatebau expandieren.

Das segnete der zuständige Ausschuss gegen vier Stimmen aus BBV und SPD (Ulrich Schmetz) ab. Damit muss nun ein Teil des Waldes weichen. Ein größeres Areal wird im Bereich südlich der Maisacher Straße abgeholzt – damit schrumpft die Breite des Waldes, der Lärm schluckt und sich positiv auf die Frischluftzufuhr für das angrenzende Wohngebiet auswirkt, auf etwa 65 Meter. An seiner Stelle entstehen ein Parkdeck und eine Halle für das Unternehmen, das Schleifringe herstellt, die Daten sowie Energie übertragen. Ein schmälerer Streifen Klimaschutzwald, der im Norden ortauswärts an das Firmengelände angrenzt, wird ebenfalls gerodet.

Eigentlich wollten die Verantwortlichen Richtung Norden expandieren. Doch das war nicht möglich, weil dort ein geschütztes Biotop ist. Dann schossen sich die Inhaber der Firma, die einer der größten Gewerbesteuer-Zahler Brucks ist, nur auf die östliche Fläche ein. Der Grünzug wäre von 130 auf 41 Meter geschrumpft. Das war den Kommunalpolitikern zu viel. Sie stemmten sich dagegen, auch wenn das Unternehmen mit etwa 330 Mitarbeitern mit Wegzug drohte.

egzug drohte. Doch auch, wenn die seit 40 Jahren in Bruck beheimatete Firma nun vor allem südlich expandiert: Bund Naturschutz (BN) und Amt für Landwirtschaft und Forsten (AELF) haben erhebliche gründsätzliche Bedenken. So würden laut BN durch die Bebauung etwa Biotope für Schlingnattern, Zauneidechsen und Fledermäuse vernichtet. Eine Genehmigung sei ein „Versagen der Politik“. Das AELF weist unter anderem darauf hin, dass damit ein etwa 60 Jahre alter Bestand an seltenen Eichen vernichtet würde.

Die Nachbarn scheint der Bau dagegen nicht zu stören. Sie äußerten keine Bedenken. Auch Planungsreferent Christian Stangl (Grüne) meinte: „Wir können mit Bauchschmerzen mit dem Vorschlag leben.“ Dagegen stimmten am Ende von der BBV Jens Streifeneder („Nur ökonomische Faktoren dürfen uns nicht leiten“), Florian Weber und Karl Danke („Wer den Klimagipfel kritisiert, muss auch im Lokalen etwas tun“). (Verena Usleber)

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