Und go! Der ziemlich beste Schurke Josef Müller aus Bruck ist zumindest gefühlt auf der Überholspur angelangt. Jetzt veröffentlicht der geläuterte Betrüger sein zweites Buch und erklärt, wie er vom Gangster zum Gläubigen wurde.

Wie der Gangster zum Gläubigen wurde

Fürstenfeldbruck - Der „ziemlich beste Schurke“ hat’s wieder getan. Nach seinem gleichnamigen Bestseller-Debüt ist das zweite autobiografische Buch von Josef Müller erschienen. Der zum Prediger mutierte Millionenbetrüger aus der Münchner Schickimicki-Szene mit Wohnsitz in Bruck schildert in „Go!“ seine wundersame Wandlung vom Geldvermehrer zum Seelensammler.

Josef Müller (60) war nach dem Haftantritt von Uli Hoeneß von einer TV-Talkshow zur nächsten gereicht worden. Denn auch der einstmals millionenschwere Szene-Typ hatte Steuern hinterzogen und hatte dafür sechs Jahre im Knast abgesessen. Nachdem aber der Fußballmanager aus den Schlagzeilen geraten ist, schien es auch um den einstigen Steuerberater ruhiger geworden zu sein.

Doch dem ist nicht so. Denn statt Markus Lanz, Günter Jauch oder Maybritt Illner buhlen jetzt Kirchen beider Konfessionen und andere Glaubensgemeinschaften um einen Auftritt des gelähmten Medien-Christen, der seit einem Autounfall mit 18 Jahren in der Hasenheide im Rollstuhl sitzt. Allein in diesem Jahr hat Müller mehr als 250 Vorträge in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz gehalten. Seine Brucker Heimatstadt wurde zweimal beehrt – mit wachsendem Interesse, nachdem er anfangs skeptisch betrachtet wurde. Er glaubt: „Die Leute akzeptieren meine Wandlung.“

Sylvester Stallone als Trauzeuge

In dem neuen Buch befasst sich Müller weniger mit seiner aufregendsten Lebensphase, die ihm Sylvester Stallone als Trauzeugen in Monte Carlo und Teatime-Termine bei Prinz Charles bescherten. Vielmehr beschäftigt den einstigen Konsul von Panama auf den 256 „Go!“-Seiten, wie er seinen Mitmenschen eine Hoffnungsbotschaft vermitteln kann. Sein Motto: „Egal, was du verbockt hast – das Leben gibt dir immer noch mal eine Chance.“ In zehn Kapiteln (nicht Geboten) hakt Müller Punkt für Punkt in seinem Leben ab, schreibt von Eskapaden und Abstürzen. Um dann die Schlüsse daraus zu ziehen, die ihn zu einem gläubigen Menschen gemacht haben.

Von der Mafia gejagt

Doch Josef Müller, der auf die schiefe Bahn geratene, von der US-Drogen-Mafia und dem FBI gejagte, mittlerweile teilweise von der deutschen Gerichtsbarkeit rehabilitierte Sohn eines Kriminalkommissars, der fast sechs Jahre in Stadelheim verbrachte, schreibt diesmal nicht nur über Gott, den er in seinen täglichen Facebook-Postings liebevoll als „Papa“ bezeichnet.

Herdprämie und Flüchtlinge

Der 60-Jährige wird in seinem neuesten Werk auch politisch, befasst sich mit der Flüchtlingswelle genauso wie mit Zukunftsängsten oder Herdprämien. Wie schon der vorangegangene „Schurken“-Bestseller mit rund 40 000 verkauften Exemplaren ist auch das neue Buch „Go!“ am Schreibtisch in dem in den 1950er-Jahren von seinem Vater eigenhändig an der Zeppelinstraße erbauten Einfamilienhaus entstanden. Für einen Rollstuhlfahrer ebenso sarkastisch wie authentisch ist der Untertitel des Buches: „Das Leben will dir Beine machen.“

Die Tournee-Reisen absolviert Müller aber auf vier Rädern – in einem von einem Schweizer Unternehmer gesponserten Mercedes mit unübersehbarer Sonderlackierung. T-Shirts mit dem gleichen Aufdruck („Jesus saved my life“) hat der Missionar ebenfalls im Angebot.

Das Buch kaufen:

„Go!“ – das Buch ist im Fontis/Brunnen-Verlag (Basel) erschienen. Es hat 256 Seiten und kostet 18 Euro. Die ISBN ist 978-3-03848-057-0. Bestellen kann man es unter anderem im Internet unter www.ziemlich-bester-schurke.de.

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