Vorschlag des Insolvenzverwalters

100.000 Euro können den SC Fürstenfeldbruck retten

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Der insolvente SC Fürstenfeldbruck könnte doch noch gerettet werden. Dafür muss der Verein 100 000 Euro zusammenbringen.

Fürstenfeldbruck – Der SCF ist zahlungsunfähig. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Oliver Schartl, hat daher einen Plan ausgetüftelt, wie der Traditionsfußballverein doch noch an der Pleite vorbeischrammen kann. Schon bei der Info-Veranstaltung für die Mitglieder Mitte Dezember hatte Schartl eine Sanierungslösung angekündigt. Jetzt flatterte den früheren Funktionären ein Brief ins Haus. Der Inhalt: ein Schlachtplan, wie der Club mit großer Jugendabteilung noch zu retten ist.

Der Hintergrund: Im Rahmen einer Betriebsprüfung für die Jahre 2010 bis 2013 hatte das Finanzamt Fürstenfeldbruck dem SCF die Gemeinnützigkeit aberkannt. Die Verantwortlichen hatten zum einen die Kasse mit ihren Belegen nicht ordentlich geführt. Zum anderen hatte es Ungereimtheiten bei der Durchführung von drei Veranstaltungen gegeben. Dadurch entstanden dem Verein Steuerschulden (Körperschafts- und Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Zinsansprüche) von insgesamt 210 000 Euro. Nachdem der SCF nicht in der Lage war, diese Verbindlichkeiten zu begleichen, war der Insolvenzantrag unvermeidbar.

Unterstützungs-Appell an Mitglieder

Dass ein entsprechendes Verfahren auch eröffnet wird, können die Fußballer aber noch verhindern. Denn der Münchner Rechtsanwalt konnte in Gesprächen mit den beiden Hauptgläubigern des Vereins, dem Finanzamt und der Stadt, einen aus seiner Sicht umsetzbaren Lösungsweg aushandeln. Diesen teilte er nun den Vorstandsmitgliedern mit, die in den betroffenen vier Jahren die Geschicke des SCF leiteten: Stellen Dritte dem Verein eine Summe von 100 000 Euro zur Verfügung, ist das Insolvenzverfahren wohl vom Tisch.

Der Rechtsanwalt weist in dem Schreiben darauf hin, dass mit dieser Lösung eine erhebliche Reduzierung der Steuerverbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt und der Stadt erreicht werde. Wird die Summe gezahlt, könne man den Eigeninsolvenzantrag zurücknehmen und die vorläufige Insolvenzverwaltung beenden. In seinem Brief appelliert Schartl an die damaligen Vorstandsmitglieder, aber auch an die aktuelle Führungsriege und die Mitglieder des SCF, den Traditionsverein durch freiwillige Zahlungen zu unterstützen.

Dazu hat er ein Treuhandkonto eingerichtet. Eine Frist gibt es auch: Die 100 000 Euro müssen bis spätestens zum 31. Januar zur Verfügung stehen. Nun ist es an den Verantwortlichen, das Geld aufzutreiben. Eine Möglichkeit ist ein Testspiel gegen die Münchner Löwen, das der Anwalt vermittelt hat.

Wichtig für alle, die nun Geld geben: Die überwiesene Summe ist keineswegs verloren, wenn die 100 000 Euro nicht zusammenkommen. Die eingezahlten Beträge verschwinden nicht in der Insolvenzmasse. Vielmehr werden die Zahlungen dann in voller Höhe zurückerstattet, verspricht Schartl. Sollte die angestrebte Lösung, sprich die 100 000 Euro erreicht werden, erhalten die Einzahler in Höhe ihrer geleisteten Zahlung eine Spendenquittung.

Dieter Metzler

Rubriklistenbild: © dpa

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