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Noch im alten Outfit ohne Hüte: Die Brucker Stadtkapelle marschiert über die Hauptstraße, in der Mitte läuft Dirigent Paul Roh.

Jubiläum

20 Jahre Stadtkapelle: Eine Erfolgsgeschichte

Die Brucker Stadtkapelle hat eine Erfolgsgeschichte hinter sich. Nach 20 Jahren ziehen die Verantwortlichen ein Fazit und plaudern aus dem Nähkästchen.

Fürstenfeldbruck – Geschichten wie diese sind nicht komisch, wenn sie passieren. Hinterher dafür umso mehr. Das beweist Paul Roh, Dirigent der Brucker Stadtkapelle, bei seiner Rückschau auf 20 Jahre Kapelle: Er nimmt die riesige Panne, die den Musikern beispielsweise bei der ersten und bisher einzigen Konzertreise in Brucks italienische Partnerstadt Cerveteri passiert ist, mit Humor.

Dirigent Paul Roh sagt Servus in der neuen Tracht: Die Musiker bei einem Umzug.

Die Kappellen-Mitglieder flogen, der Dirigent reiste mit den Instrumenten im Bus. „Im Anschluss an den Besuch wollte einer der Musiker mit seiner Familie von Rom aus in den Urlaub fliegen. Aber er vergaß seinen Pass im Instrumentenkoffer“, erzählt Roh. Als das Versehen auffiel, war der Dirigent längst wieder auf dem Rückweg. „Es war eine riesige Aufregung“, sagt Roh und lacht. Doch am Ende kam der Musiker irgendwie zu einem vorläufigen Pass – der Urlaub war gerettet.

Und welche Bläser-Truppe kann schon von sich behaupten, Thema in einem Wahlkampf gewesen zu sein? Alt-OB Sepp Kellerer versprach den Bruckern vor der Kommunalwahl 1996, dass er als Bürgermeister der Stadt wieder zu einer Kapelle verhelfen würde. „Ich war damals Vize-Landrat und in dieser Funktion bei vielen Konzerten in anderen Orten im Landkreis“, erzählt der 70-Jährige. „Das hat mich inspiriert.“

Bruck mit seinen vielen Veranstaltungen, aber ohne eigene Blasmusik – ein unhaltbarer Zustand. Die Anfangszeit war nicht einfach und ließ sich nur mit Hilfe engagierter Menschen durchstehen, wie Josef Willis einer war. Der Brucker Malermeister gehörte zu den Gründungsmitgliedern und war von 1999 bis zu seinem Tod 2010 erster Vorsitzender der Stadtkapelle. Dass er Musiker und Instrumente in seinem Privatauto zu Auftritten kutschierte, war nicht ungewöhnlich.

Willis war es auch, der den jungen Dirigenten Paul Roh entdeckte. Mit ihm an der Spitze hat sich die Stadtkapelle ein breites Repertoire erarbeitet, das nicht nur die typische Blasmusik, sondern auch Klassisches, Pop und Filmmusik umfasst. „Ich denke an diejenigen Zuhörer, die gezwungen werden, in unsere Konzerte kommen“, sagt Roh augenzwinkernd und meint damit die Angehörigen seiner Musiker. „Deswegen machen wir keine Motto-Konzerte. Es soll für jeden was dabei sein.“

Apropos Angehörige: Dass Geschwister, Paare oder Eltern und Kinder gemeinsam musizieren, ist in der Stadtkapelle nicht ungewöhnlich. Elf solche Konstellationen hat der Dirigent gezählt, auch er selbst gehört zu einer. Eltern, Frau und Tochter des 41-Jährigen sind unter den Musikern. Seiner Susanne machte Roh sogar auf der Bühne einen Heiratsantrag. Hunderte von Zuschauern applaudierten begeistert.

Ob im Konzertsaal, im Bierzelt, in der Kirche oder unter freiem Himmel – die Stadtkapelle ist von wichtigen Anlässen in Bruck nicht mehr wegzudenken. Musikalischer Höhepunkt bis dato war ein erster Platz im Mittelstufenwettbewerb beim Bezirksmusikfest 2015. „Damit hatte keiner gerechnet, auch ich nicht, denn wir waren ohne Wettbewerbserfahrung“, erzählt Paul Roh und lacht.

Das Jubiläum

Das Jubiläum feiert die Stadtkapelle mit einem Konzert am Sonntag, 19. Februar, im Stadtsaal des Veranstaltungsforums Fürstenfeld. Beginn ist um 16 Uhr. Auf dem Programm stehen unter anderem der Konzertmarsch „Jubilant“, die Huckleberry-Finn-Suite sowie moderne Mozart-Bearbeitungen und viele Überraschungen – darunter ein Auftritt der „Glorreichen Sieben“ und eine Gesangseinlage.

Von Ulrike Osman

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