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So etwas habe ich noch nie erlebt. Horst Stegmann vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege
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So etwas habe ich noch nie erlebt. Horst Stegmann vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege

Fürstenfeldbruck

2020 – das verrückte Obst-Jahr

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Die Obsternte hat begonnen. Doch heuer ist vielerorts nichts wie sonst. Manche Bäume ächzen unter ihrer Last. An anderen sucht man vergebens nach Äpfeln oder Birnen. Sogar Fachleute sind erstaunt.

Fürstenfeldbruck – Gut 40 Bäume strecken auf der Streuobstwiese an der Straße nach Moorenweis ihre Zweige in den Himmel. Apfel- und Birnbäume hat der Obst- und Gartenbauverein Türkenfeld dort vor 15 Jahren in die Erde gesetzt. Jetzt steht die Ernte an. Doch einige der Bäume können die Vereinsmitglieder heuer getrost links liegen lassen. Außer Blätter haben die Gewächse nichts zu bieten. Andere wiederum strotzen nur so vor Obst. Der Vorsitzende des Vereins, Günther Asam, fasst es so zusammen: „Die Ernte wird heuer durchschnittlich.“

So kann man es natürlich sehen. Horst Stegmann, Geschäftsführer des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Fürstenfeldbruck, kommt die Situation an den Obstbäumen heuer aber doch sehr merkwürdig vor. „So habe ich das noch nie erlebt“, sagt er.

Im Kreislehrgarten ist die Ernte eher schlecht

Im Kreislehrgarten des Verbands in Adelshofen zeigen sich die Unterschiede laut Stegmann ziemlich deutlich. „Die Quitten sind heuer ein Totalausfall“, sagt der Gartenexperte. Und auch insgesamt werde die Ernte dort so schlecht wie noch nie ausfallen. Allein von der Sorte kann die Zahl der Früchte am Baum nicht abhängen, meint Stegmann. Das hat er auch im eigenen Garten beobachtet. Seine Bäume seien mit relativ viel Obst bestückt. Gewächse derselben Sorte an einem anderen Ort würden hingegen kaum etwas tragen. Stegmanns Fazit: Heuer hängt viel vom Standort eines Baumes ab.

Für Günther Asam aus Türkenfeld ist aber auch die Sorte von Bedeutung. Denn die blühen oft zu unterschiedlichen Zeiten. Gibt bei geöffneten Blüten Väterchen Frost noch einmal ein Gastspiel, könne das schnell das Aus fürs Obst an diesem Baum bedeuten. „Einzelne Nächte können den Unterschied machen“, sagt Asam.

Die Trickkiste

Und auch die Arbeit der Bienen und anderer Insekten spiele eine Rolle. Haben die Arbeitstiere wegen schlechten Wetters oder Kälte die Arbeit eingestellt, werden die Blüten nicht bestäubt – es gibt kein Obst. Heuer sind offenbar viele Faktoren zusammengekommen, so dass sich die Zahl der Äpfel und Birnen stark unterscheidet.

Um zumindest bei den tierischen Helfern besser aufgestellt zu sein, greift der Verein in die Trickkiste. Wie bei den Menschen versucht man, Fachkräfte mit Wohnraum anzulocken. „Wir haben ein Wildbienenhotel gebaut“, sagt Asam. Ein weiteres Projekt – ein Erdbienenhotel – sollte heuer folgen. Das fiel allerdings der Corona-Pandemie zum Opfer.

Die Krise beeinflusst übrigens auch die Verarbeitung des Obstes. Vor allem die Angebote zum Entsaften mussten mit Hygienekonzepten überarbeitet werden.

Hier können Äpfel und Birnen zu Saft gemacht werden

Adelshofen Für das Entsaften kann ein Termin unter der Nummer (0 17 5) 45 83 70 9 vereinbart werden. Die Obstpresse befindet sich im Kreislehrgarten (Drosselstraße 17).

Biburg Der Obst- und Gartenbauverein hat eine kleine Obstpresse. Sie steht aber nur Mitgliedern zur Verfügung. Informationen gibt es unter Telefon (0 81 41) 4 38 75.

Hattenhofen Der örtliche Gartenbauverein bietet ein Pressen an – aber nur für Mitglieder. Weitere Informationen gibt es unter der Nummer (0 81 45) 82 70.

Moorenweis Für eine bestimmte Zeit kann die Obstpresse bei der Alten Schule (St.-Margareth-Straße 2) ausgeliehen werden. Alle Infos dazu gibt es unter Telefon (0 81 46) 12 37.

Puchheim-Bahnhof Um Obst zu pressen, kann man sich freitags unter der Nummer (0 89) 80 24 75 einen Termin geben lassen. Gepresst wird immer samstags ab neun Uhr in der Zweigstraße 70 in Puchheim. Der Saft kann vor Ort nicht erhitzt werden.

Puchheim-Ort Der Verein hat keinen Entsafter, eventuell steht aber eine mobile Saftpresse zur Verfügung. Der geplante Press-Tag ist am 14. September. Auf Zusage wird noch gewartet. Der Verein befindet sich im Äckerweg 1 in Puchheim. Nachfragen unter Telefon (01 63) 8 90 26 67.

Rottbach Die Möglichkeit, Obst zu pressen, besteht. Infos gibt es unter der Telefonnummer (0 81 35) 89 92 (nur für Mitglieder).

Türkenfeld Informationen zum Entsaften gibt es unter der Telefonnummer (0 81 93) 99 94 16.

Geltendorf Bis Ende Oktober wird gepresst. Die Presse steht in der Moorenweiser Straße. Anmeldung unter Telefon (0 81 93) 81 19.

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