Frau landet selbst in Klinik

Krankenschwester spritzt Kollegin Anti-Falten-Gel - mit bösen Folgen

Eigentlich wollte eine Krankenschwester nur ihre Fältchen loswerden. Erledigen sollte das eine Kollegin mit einer Spritze. Doch der „Eingriff“ ging in die Hose. Und die Brucker Kollegin steht jetzt vor Gericht.

Fürstenfeldbruck Die Frau störten die Falten, die sich auf ihrer Stirn bildeten. Sie wollte sie reduzieren. Dazu hatte sie sich von einer Arbeitskollegin ein Gel unter die Haut spritzen lassen.

Doch das Resultat der Schönheitsbehandlung war ein ganz anderes als erhofft. Statt eines jugendliches Aussehens handelte sich die Krankenschwester durch die Prozedur massive Schmerzen ein und ein geschwollenes Gesicht. Das Sehvermögen am rechten Auge war beeinträchtigt. Die Frau musste selbst mehrere Tage in einer Klinik behandelt werden. Statt der ersehnten glatten Stirn sind ihr am Ende Narben geblieben.

Die Arbeitskollegin, eine 55-jährige Fürstenfeldbruckerin, musste nun wegen gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank des Brucker Amtsgerichtes Platz nehmen. Das Opfer der Schönheitsbehandlung hatte zwar von Anfang an gewusst, dass ihre Kollegin, die die Prozedur vornahm, keine Ärztin ist. Die 55-Jährige hatte ihr aber versichert, sie verfüge über ein Zeugnis und die Erlaubnis das zu spritzende Mittel zu beziehen.

Die Bruckerin klärte ihr Opfer aber nicht darüber auf, dass sie weder über eine Ausbildung noch über die behördliche Erlaubnis verfügte, die Behandlung auch durchzuführen. Die erforderliche Einwilligung zu der Behandlung war mangels Aufklärung fehlerhaft, hieß es daher in der Anklage gegen die Bruckerin.

Die 55-Jährige war unterstützt durch zwei Rechtsanwälte zu der Verhandlung erschienen. Auf Wunsch der Anwälte kam es dann zu einem ausgiebigen Rechtsgespräch. Rund 30 Minuten verhandelten Richter, Staatsanwältin, Nebenklägervertreter und die beiden Rechtsanwälte hinter verschlossenen Türen.

Anschließend berieten sich die beiden Rechtsanwälte ausgiebig mit ihrer Mandantin und deren Begleitern.

Letztlich stand fest: Das Strafverfahren gegen die 55-Jährige wird eingestellt. Allerdings nicht folgenlos. Die Krankenschwester muss innerhalb der kommenden sechs Monate an ihr Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von 2400 Euro bezahlen. Dann ist das Verfahren für die Fürstenfeldbruckerin endgültig aus der Welt.  sus

Rubriklistenbild: © dpa

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