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Die Stadt Fürstenfeldbruck möchte mehr Leute aufs Fahrrad bringen.

Fürstenfeldbruck

25 Prozent Förderung beim Kauf eines Fahrrads: Stadt unterstützt Drahtesel und E-Mobilität

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Die Stadt legt ein Förderprogramm für Fahrrad- und Elektromobilität auf. Bis zum Jahresende sind 50 000 Euro im Topf. Zudem wird noch an den Richtlinien nachjustiert.

Fürstenfeldbruck – Dass es ein entsprechendes Förderprogramm geben soll, darüber waren sich die Räte schon länger einig. Doch die Ausarbeitung dauerte. „Wir waren der Meinung, dass so etwas relativ zackig gehen müsste“, meinte Andreas Lohde (CSU). Daher stellte seine Fraktion einen Eilantrag, um zumindest noch über den Sommer den Anreiz zu schaffen. Inzwischen ist auch der Richtlinien-Entwurf von Umweltreferentin Alexa Zierl (Die Partei/Bruck mit Zukunft) fertig.

Vorbild Dachau

Die erste Version des Förderprogramms orientiert sich an der Richtlinie der Nachbarstadt Dachau und ist ein Kompromiss aus beiden Vorschlägen. Gefördert werden Pedelecs – aber keine E-Mountainbikes –, Lastenpedelecs, -fahhräder und -anhänger sowie Elektro-Kleinkrafträder. Die Stadt gibt einen Zuschuss beim Neukauf von 25 Prozent der Nettokosten, maximal aber 500 Euro.

Die CSU hätte gerne S-Pedelecs ins Förderprogramm aufgenommen. Zierl erklärte, dass etwa München diese aus Sicherheitsgründen ausspare, da die S-Pedelecs doch sehr schnell fahren und schwer vom Rad zu unterscheiden seien. „Man könnte die Bedingung stellen, dass der Arbeitsplatz dann außerhalb von Fürstenfeldbruck liegen müsste“, schlug sie vor. Darüber will man im November im Verkehrsausschuss nochmal beraten. Genauso auch Zierls Wunsch, Elektro-Dreiräder, Pedelecs mit Kinderanhänger oder eine Kitataxi-Bonus mit aufzunehmen. Vize-Bürgermeister Christian Götz (BBV) regte an, die Deckelung etwas nach oben anzupassen. Denn ein ordentliches Lastenrad koste doch sehr viel. „Wir wollen ja, dass sich die Leute etwas Gescheites kaufen.“

50 000 Euro Fördergelder

Bis zum Jahresende können bis zu 50 000 Euro an Fördergeldern ausgeschüttet werden. Zierl regte zudem an, Mittel, die aus den Topf für die Gebäudesanierung übrig bleiben, ebenfalls für E-Mobilität zu verwenden. Dem stimmte der Stadtrat zu.

Gegen fünf Stimmen wurde die Förderrichtlinie beschlossen. Die Verwaltung soll nun den Text ausarbeiten. Dagegen war unter anderem Gabriele Fröhlich (SPD): „Ihr könnt das hypen, wie ihr mögt.“ Man müsse auch ein gutes Radwegenetz schaffen, merkte Walter Schwarz (SPD) an. Auch dem will sich die Fahrradbeauftragte Claudia Gessner widmen. Denn gleichzeitig fällte der Stadtrat gegen eine Stimme den Grundsatzbeschluss, den Radverkehr in der Stadt zu fördern .

Der Radverkehrsplan

Im Jahr 2010 hat die Stadt einen Radverkehrsplan beschlossen, der fortgeschrieben wird. Seitdem ist viel für die Drahteselfans passiert, berichtete die Radverkehrsbeauftragte Claudia Gessner im Verkehrsausschuss und Stadtrat. Schutzstreifen wurden markiert, eine Fahrradabstellsatzung erlassen, Einbahnstraßen für Drahtesel freigegeben sowie ein Radweg von Gelbenholzen nach Biburg gebaut. Der Radl-Sicherheits-Check, den die Stadt für ihre Bürger zahlt, werde gut angenommen, ebenso öffentliche Luftpumpen und die Reparaturstation am Bahnhof. 

Und Bruck will eine fahrradfreundliche Kommune werden. Im Verkehrsentwicklungsplan nimmt der Drahtesel auch eine wichtige Position ein. „Wir wollen für alle Radfahrer-Gruppen etwas tun“, betonte Gessner. Geplant sind etwa multimodale Schnittstellen mit einem Fahrradverleih-System. Man sei mit dem Landkreis über Mobilitätsstationen im Gespräch, berichtete Gessner. Markus Droth (CSU) erkundigte sich, was mit den 48 bis 50 Fundrädern für das einst geplante kostenlose Verleihsystem passiert sei. Die könne man doch versteigern. Laut Gessner wurden nur zehn hergerichtet und bei einem Fest als kostenloser Pendelservice bereit gestellt. Mit verschiedenen Maßnahmen will man den Anteil der Radfahrer bis 2025 auf 25 Prozent steigern. Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) beantragte im Verkehrsausschuss, im Haushalt jährlich acht bis zehn Euro pro Einwohner für den Radverkehr einzuplanen. „Das wären knapp 30 000 Euro, so viel geben wir in einem Jahr nicht aus.“ Doch der Vorstoß wurde abgelehnt.

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