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Klaus Quinten kennt die Geschichte der BBV bestens. Er engagiert sich seit Jahrzehnten, ist seit vielen Jahren Stadtrat und aktuell Vorsitzender der Bürgervereinigung

Ausstellung

50 Jahre Brucker Bürgervereinigung in Plakaten und Bildern

Sie schien anfangs nur eine kurzzeitige Erscheinung zu sein. Doch inzwischen ist die Brucker Bürgervereinigung (BBV) seit über 50 Jahren Teil der politischen Landschaft in der Stadt. In einer Ausstellung erinnert sie nun an frühere Wahlkämpfe, an prägende Köpfe und Aktionen aus ihrer Geschichte.

Fürstenfeldbruck – Wer sich die alten Wahlkampf-Plakate der Brucker Bürgervereinigung (BBV) anschaut, wird merken, dass Satire in ihrem Auftreten stets eine wichtige Rolle gespielt hat. Das bekam auch der langjährige Brucker OB und in Aich lebende Sepp Kellerer im Wahlkampf 1996 zu spüren. In Anspielung auf seinen Wohnort schrieb die BBV „Einer von Aich wird mich verraten“ auf ein Plakat, das Jesus und seine Jünger zeigte. Es ist Teil einer Ausstellung, in der die BBV ab dem heutigen Freitag an ihre mittlerweile mehr als 50 Jahre andauernde Geschichte zurückblickt.

Eigentlich liegen die Feierlichkeiten anlässlich des 50. Gründungsjubiläums schon über zweineinhalb Jahre zurück. Weil aber die damals bereits geplante Ausstellung nicht stattfinden konnte, wird diese nun im ehemaligen Atelier der Künstlerin Hildegard Mössel an der Senserbergstraße nachgeholt.

„Es ist eine Art Doppelausstellung“, sagt der Vorsitzende der BBV, Klaus Quinten. Neben Plakaten, Bildern, Karikaturen und Fotos aus der BBV-Historie werden unter anderem auch Gemälde von Hildegard Mössel sowie deren Töchtern Petra Bergner und Christiane Neuberger zu sehen sein. Neuberger ist mittlerweile die Besitzerin des geräumigen Ateliers an der Senserbergstraße und seit gut 40 Jahren BBV-Mitglied. Sie stellt nun ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, weil die ursprünglich in einer Galerie am Leonhardplatz geplante Ausstellung 2015 nicht durchgeführt werden konnte.

In ihrer Wahlkampfwerbung ging die BBV auch schon mal ungewöhnliche Wege, wie die Ausstellung zeigt. Wortspiele in Anlehnung an Bibel-Motive gehörten auch dazu (Bild links). Der Aicher, der damals, im Wahlkampf 1996, angesprochen war, war der langjährige Brucker OB Sepp Kellerer.

Nachdem das Atelier entrümpelt wurde und auch das Haus nebenan fertig renoviert ist, kann die Ausstellung eröffnen. „Jetzt ist alles benutzbar“, sagt Christiane Neuberger, deren Familie das Grundstück 1954 erworben hat. Sie könne sich darüber hinaus vorstellen, dass dort künftig ein bis zwei Ausstellungen pro Jahr stattfinden.

„Wir sind keine Künstler“, sagt unterdessen Klaus Quinten. Trotzdem habe man sich bemüht, eine gewisse Systematik in die Ausstellung zu bringen. Neben Fotos der ehemaligen BBV-Bürgermeisterkandidaten gibt es unter anderem auch eine Schmöker-Ecke mit Zeitschriften und alten Aktenordnern.

Ein Highlight sind sicher die Plakate und Karikaturen von den Künstlern Guido Zingerl und Wieland Sternagel, mit denen die Bürgervereinigung zusammengearbeitet hat. In Bildern festgehalten wurden auch die Projekte, für beziehungsweise gegen die die Bürgervereinigung gekämpft hat, beispielsweise die Aktion „Saubere Amper“ 1987 und das damit einhergehende Badeverbot, die Ablehnung der Deichensteg-Trasse oder die Flächenversiegelung.

Daneben gibt es noch eine Abteilung „Inneres“ in der Ausstellung, in der auf die sportlichen Aktivitäten innerhalb der BBV eingegangen wird. Regelmäßig traf sich damals eine Frauensportgruppe im Fliegerhorst. Die BBV-Männer haben unterdessen an einigen Fußball-Freizeitturnieren teilgenommen. Außerdem ist noch ein außer-kommunalpolitischer Bereich eingerichtet, in dem es um Themen wie Radikalismus oder den Freistaat Bayern geht.

„Wir haben eine sozial-liberale Ausrichtung mit konservativ-ökologischen Elementen“, beschreibt Klaus Quinten die Bürgervereinigung. Vor allem mit den Grünen arbeite man auch heute noch gut zusammen. Die Entwicklungsgeschichte der BBV kennt Quinten ganz genau. „1966 war Dieter Thomas unser erster Stadtrat.“ Doch die Aktionsgemeinschaft hätte sich in der Folge schnell zerstritten. In den 1970er-Jahren hat sie sich dann im legendären Café Rodelbahn neu gegründet. „Alle Kellner mussten dann bei uns kandidieren“, erinnert sich Quinten zurück.

Es ist eine von vielen Erinnerungen, von denen etliche nun in der Ausstellung über das 50-jährige Wirken der BBV dokumentiert sind. Das Satire-Plakat habe Sepp Kellerer damals übrigens recht locker genommen, sagt Klaus Quinten. „Aber den ein oder anderen Leserbrief gab es natürlich.“ (Von Sebastian Öl)

Die Vernissage

im ehemaligen Atelier der Künstlerin Hildegard Mössel an der Senserbergstraße 23 ist am heutigen Freitag um 19 Uhr. Weitere Öffnungszeiten: Samstag, 30. Juni, Sonntag, 1. Juli, und Sonntag, 8. Juli, jeweils von 11 bis 18 Uhr.

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