Ob Sarg oder Urne: Melanie May bietet in ihrem neuen Betrieb „Abendhimmel“ alle gängigen Formen der Bestattung an.
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Ob Sarg oder Urne: Melanie May bietet in ihrem neuen Betrieb „Abendhimmel“ alle gängigen Formen der Bestattung an.

Fürstenfeldbruck

Statt Passagieren begleitet sie nun Trauernde

  • VonDieter Metzler
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Seit kurzem gibt es in der Kreisstadt ein weiteres Bestattungsunternehmen. Der Betrieb mit dem Namen „Abendhimmel“ an der Schöngeisinger Straße bietet alle Formen der letzten Ruhe. Die Inhaberin Melanie May will die Hinterbliebenen bei der Trauerarbeit und die Verstorbenen auf dem letzten Weg begleiten.

Fürstenfeldbruck – Bestatterin ist wohl eher kein Traumberuf junger Schulabgängerinnen. Und auch Melanie May arbeitete zunächst 23 Jahre als Flugbegleiterin. „Hier kam ich schon mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt“, erzählt die 44-Jährige aus dem Berchtesgadener Land. Ihre neue berufliche Erfüllung fand sie letztlich über eine gute Freundin, die Bestatterin ist. „Ich bin ein Mensch, der gerne hilft und so sehe ich den Beruf als etwas Positives.“

Bestärkt durch die Aussage ihrer Bekannten „Du wärst die ideale Bestatterin“, und der Tatsache, dass sich in der Fliegerei doch einiges verändert hat, wagte May den Schritt in den von Männern dominierten Beruf. Der Name ihrer Firma ist nachvollziehbar. „Zum einen war ich als Flugbegleiterin dem Himmel so nah, und der Abend am Ende eines Tages assoziiert doch auch das Ende des Lebens.“

Beim Bestattungsunternehmen Böck in Dießen wurde die 44-Jährige mit den umfangreichen Aufgaben vertraut gemacht. Nun kann sie sämtliche anfallenden Arbeiten eigenständig übernehmen: von der Abholung und Einbettung eines verstorbenen Menschen über eine einfühlsame Trauerbegleitung bis hin zur Ausrichtung von Beerdigungen, Urnenbeisetzungen und Trauerfeiern. „Der Beruf spiegelt wieder, was ich eigentlich bin“, sagt Melanie May. „Auf den Menschen individuell einzugehen, das ist mir dabei ganz wichtig.“

Und das soll sie von den herkömmlichen Unternehmen unterscheiden: Hinterbliebene sollen nur einen Ansprechpartner haben, der sie berät, tröstet, Behördengänge erledigt und für sie da ist. „Ich bin selbst bei den Bestattungen vor Ort“, sagt May. Das würde die Hinterbliebenen beruhigen. „Sie wissen, es kann nichts schiefgehen.“

Ob Erd-, Feuer-, Baum- oder Seebestattungen, ob Sarg oder Urne – „Bei Abendhimmel-Bestattungen bleibt kein letzter Wunsch unerfüllt und kein letzter Weg unbegleitet“, verspricht die 44-Jährige. Das gilt für alle Glaubensrichtungen. „Mir ist wichtig, eine passgenaue und vor allem erinnerungswürdige Bestattung zu gewährleisten“, sagt sie.

Das Ableben eines geliebten Menschen sei für die Hinterbliebenen oft eine enorme psychische Belastung. „Da versteht es sich von selbst, dass ich auch bei der Bewältigung ihrer Trauer für sie da bin.“ So ist May auch rund um die Uhr erreichbar.

„Ich will alles geregelt haben. Erst dann bin ich beruhigt.“ Diese Worte hört sie oft, erzählt May. Daher hält sie es für vernünftig, schon zu Lebzeiten vorzusorgen. Mit dem so genannten Vorsorgevertrag kann jeder für sich selbst über die Richtung seines letzten Weges entscheiden und entlastet so auch seine Liebsten.

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