Das große Parkett: Gerda Hasselfeldt im Jahr 2012 in Wildbad Kreuth, umringt von Journalisten.

Abschied von der großen Polit-Bühne

Hasselfeldt hört auf: Das sagen Weggefährten

Landkreis - Die Nachricht kam auch für viele CSU-Insider überraschend: Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeldt wird 2017 nicht wieder antreten. Für die örtliche CSU beginnt jetzt die Suche nach einem Nachfolger – wobei es schon eine Favoritin gibt.

Ein Tänzchen mit Brucks Ex-OB: Gerda Hasselfeldt und Sepp Kellerer 2002.

 „Auch ich war überrascht und bedauere das sehr“, kommentierte Hasselfeldts langjähriger Weggefährte und Stimmkreisabgeordneter Reinhold Bocklet. „Gerda Hasselfeldt ist die wirkungsvollste Vertreterin der Region auf Bundesebene.“ Hasselfeldt habe für den Landkreis viel erreicht. „Jetzt laufen wir Gefahr, dass wir in Berlin weniger gut vertreten werden, als es bislang der Fall war“, sagt Bocklet mit Hinblick darauf, dass jeder Neuling sich naturgemäß erst einmal einarbeiten müsse. Auch den Gröbenzeller wird die Kreis-CSU ersetzen müssen. Bocklet tritt bei der Landtagswahl 2018 ebenfalls nicht mehr an.

Ganz ähnlich kommentierte der CSU-Kreisvorsitzende und Landrat Thomas Karmasin die Entscheidung der 65-Jährigen. „Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte sie locker noch zehn Jahre weitermachen können.“ Hasselfeldt habe in der Vergangenheit schon angedeutet, dass sie nicht ewig im Bundestag sitzen wollen werde. Allerdings habe er immer eine gewisse Resthoffnung gehabt, dass sie sich in diesen schwierigen Zeiten noch einmal in die Pflicht nehmen lässt. Allerdings müsse man einfach auch akzeptieren, wenn jemand nach 30 Jahren sagt: Es reicht.

Karmasin selbst, immer wieder gerne bei Personalspekulationen aufs Tapet gebracht, schließt aus, im Jahr 2017 nach Berlin wechseln zu wollen. Ein neuer Bundestagsabgeordneter müsse eine ganz neue Karriere starten. „Da sollte jemand Jüngeres ran“, sagt der 53-Jährige.

Wiederwahl 2009: Gerda Hasselfeldt und Landrat Karmasin.

Der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende und Brucker Stadtrat Andreas Lohde nimmt in diesem Zusammenhang auch Bezug auf die bevorstehende Konversion des Brucker Fliegerhorsts, bei der die örtliche Politik ganz zweifellos gute Verbindungen nach Berlin brauchen könnte. „Dass Hasselfeldt nicht mehr antritt, ist einschneidend für Bruck. Sie ist eine kompetente Ansprechpartnerin mit guten Verbindungen und einem großen Netzwerk“, bedauert Lohde. Für die oder den Nachfolger liege die Latte hoch.

Als Hasselfeldts Wunschnachfolgerin gilt Katrin Mair aus Türkenfeld (vormals Gröbenzell). Tatsächlich kündigt Karmasin an, dass Mair – sie trat bei der Wahl 2009 als Listenkandidatin an – nun angesprochen werde. Fest stehe aber noch nichts. Die 34-Jährige wäre im Jahr 2013 dank des guten CSU-Ergebnisses beinahe über die Liste in den Bundestag eingezogen. Sie ist die dritte Nachrückerin der Liste. Katrin Mair ist allerdings seither in der politischen Öffentlichkeit eher weniger aufgefallen, gehört aber dem Kreistag an.

Für Karmasin ist Hasselfeldt übrigens wesentlich mehr als nur eine politische Freundin. Sie gilt als frühe Unterstützerin des Landrats. Karmasin: „Sie stand immer zur Verfügung, wenn ich ihren Rat gesucht habe, selbst im größten Berliner Stress. Gleichzeitig hat sie aber nie versucht, mich zu etwas zu drängen. Sie hat mich stark unterstützt.“

Gerda Hasselfeldt gehört dem Bundestag seit 1987 an. Damals rückte sie für Franz Josef Strauß nach. Sie bekleidete mehrere Ministerämter (Verkehr- und Bauwesen, Gesundheit) und ist Chefin der CSU-Landesgruppe. Von 1995 bis 2005 war sie Vorsitzende des CSU-Kreisverbandes. Im Kreistag saß sie von von 1996 bis 2004. Nach ihrem Abschied aus dem Bundestag, so hört man, warten zwei Enkel auf ihre Oma. (st)

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