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Abschied nach neun Jahren: Pastor der Freikirche geht in Ruhestand

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Von: Ingrid Zeilinger

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Gemeindeleiter Helmut Wurm (l.) verabschiedete Annegret und Pastor Gerd Ballon bei einem Gottesdienst in der Freien evangelischen Gemeinde. foto: webe © Weber

Nach neun Jahren verlässt Pastor Gerd Ballon die Freie evangelische Gemeinde und geht in den Ruhestand. In einem Gottesdienst wurden er und seine Frau Annegret verabschiedet. Dem Landkreis bleibt das Ehepaar aber treu.

Fürstenfeldbruck – Vor seiner Tätigkeit in der Gemeinde an der Oskar-von-Miller-Straße arbeitete Gerd Ballon im Münchner Norden. Er sei gefragt worden, ob er noch einmal ein Jahrzehnt in eine andere Kommune gehen wolle, berichtet er. Seine Zusage bereut der 65-Jährige nicht. „Wir haben gerne in Fürstenfeldbruck gelebt.“ Im Vergleich zu München sei es ein überschaubarer, attraktiver Ort. So konnte er viele persönliche Kontakte zu den Menschen knüpfen, mit denen er beruflich zu tun hatte – etwas, das Gerd Ballon für sehr wichtig erachtet.

Als Gemeindepastor einer Freikirche legte er Wert darauf, nicht in Konkurrenz zur katholischen oder evangelischen Kirche zu stehen. „Wir sehen uns als Teil der Kirchenlandschaft.“ Er habe viel Offenheit, Wertschätzung und Entgegenkommen erleben dürfen.

Ein großes Anliegen war dem Pastor die Ökumene. So beteiligte er sich an der Gründung des Christenrates – ein Zusammenschluss der verschiedenen Kirchengemeinden in der Stadt. „Es war schön, zu erleben, wie sich der Kreis etabliert hat.“ Er gestaltete das Stadtleben mit, etwa mit einem ökumenischen Gottesdienst am Altstadtfest und der internationalen Gebetswoche für die Einheit der Christen. „Es ist gelebte Ökumene“, sagt Ballon. „Und daraus sind viele persönliche Kontakte entstanden.“

Eine Herausforderung war die Flüchtlingskrise im Jahr 2015. „Der haben wir uns als Gemeinde aber auch persönlich gestellt“, erzählt Ballon. Seine Frau Annegret engagierte sich im Brucker Asylhelferkreis. Als dieser Räume für seine Treffen suchte, stellte die Freie evangelische Gemeinde ihre zur Verfügung. „Als Freikirche haben wir eine relativ kurze Entscheidungsstruktur, da geht so etwas schneller“, erzählt der 65-Jährige. Die Gemeinde gestaltete Nachmittagsangebote für die Kinder und die Geflüchteten. An Weihnachten und Ostern wurden mehrsprachige Gottesdienste gefeiert.

Nach neun Jahren zieht Gerd Ballon eine positive Bilanz. Die Gemeinde umfasst rund 100 Mitglieder und viele Freunde. Rund 140 Menschen besuchen die sonntäglichen Gottesdienste. „Wir haben ein gut aufgestelltes Leitungsteam“, sagt der Pastor. Man sei gewohnt, mitzuarbeiten. Das wir nun auch nötig sein. Denn noch immer ist die Gemeinde auf der Suche nach einem Nachfolger. Auch in den Freikirchen werde das immer schwieriger, sagt Ballon. Das erste Vierteljahr habe man gut abgedeckt, Mitglieder könnten predigen und auch aus Nachbargemeinden könnten Kollegen mal einspringen.

Gerd Ballon will das Predigen nicht ganz lassen, jedoch nur in kleinem Rahmen. Er will sich auch für kürzere Projekte in der Kriseninterventionsarbeit des Bunds Freier evangelischer Gemeinden engagieren. Sein Dienst in Bruck geht jedoch zu Ende. Anfang Januar zieht das Paar nach Türkenfeld – und bleibt so im Landkreis, der ihm ans Herz gewachsen ist.  imu

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