Die Leuchten sind an Hauswänden montiert. Das macht Wartung und Sicherheitsprüfungen schwierig.
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Die Leuchten sind an Hauswänden montiert. Das macht Wartung und Sicherheitsprüfungen schwierig.

Fürstenfeldbruck

Abschied von den Seilleuchten wird vertagt

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Die Seilleuchten in der Pucher und Aicher Straße in Fürstenfeldbruck könnten zumindest stellenweise bald ausgedient haben. Die Stadtverwaltung möchte im Zuge der LED-Umrüstung Laternenmasten installieren. Im Stadtrat ist man unschlüssig.

Fürstenfeldbruck – Aktuell ist die Beleuchtung in den beiden Straßen an Stahlseilen aufgehängt, die zwischen Privathäusern gespannt sind. Laut dem beauftragten Elektroplanungsbüro HPE ist die nötige Kontrolle bei dieser Technik erschwert. So könne der sichere Sitz der Halterungen nur durch Zugkontrollen geprüft werden – was im schlimmsten Fall zu Schäden an Gebäuden führen kann.

Zudem werden die Leuchten über stromführende Freileitungen versorgt. Diese seien den Einflüssen der Umwelt ausgesetzt und daher störungsanfällig. Bei Kollisionen könne es außerdem zu Kurzschlüssen kommen. „Eine Erneuerung der Stromversorgung ist daher in jedem Fall erforderlich“, so das Fazit der Prüfung durch HPE.

Ein Ersatz der Seilleuchten gestaltet sich laut Verwaltung auch schwierig, weil die Nutzung der Privathäuser offenbar nicht durch Dienstbarkeiten gesichert ist. Die Zustimmung wurde seinerzeit scheinbar nur mündlich eingeholt. Aufgrund dessen und wegen der erschwerten Prüfbarkeit der Halterungen empfiehlt die Verwaltung, Mastleuchten zu installieren – obwohl die Kosten dafür höher sind. Sie kosten insgesamt 118 200 Euro gegenüber 95 400 Euro für eine Neuinstallation von Seilleuchten.

Einheitlicher?

Thomas Brückner (Grüne) bemängelte im Stadtrat-Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Tiefbau (UVT) die Vielzahl verschiedener Beleuchtungsvarianten, die dadurch in der Innenstadt entstehen und wünschte sich ein einheitlichere Gestaltung: „Wir sollten bis zur Einmündung der Ferdinand-Miller-Straße die Seilleuchten belassen.“ Markus Droth (FW) möchte sich die Möglichkeit erhalten, bei Veranstaltungen zusätzliche Beleuchtungen an den Stahlseilen aufzuhängen.

Karin Geißler (Grüne) erinnerte indessen daran, wie in der Feuerhausstraße die Seilleuchten ersetzt wurden. „Die hätten einige Bürger dort gerne behalten.“ OB Erich Raff (CSU) hielt dagegen, dass die Privateigentümer der Häuser ihre Zustimmung zu den Verankerungen entziehen könnten, wenn andernorts Masten errichtet werden.

Alexa Zierl (ÖDP) forderte außerdem eine artenschutzfreundliche Beleuchtung mit nicht zu hellen Lampen. Ihr Wunsch nach niedrigeren, aber dafür mehr Leuchten scheint jedoch nicht erfüllbar. Weil die Lichtkegel dann nicht so weit reichten, müssten die Masten laut HPE dann beidseitig aufgestellt werden, um den ganzen Straßenraum ausreichend auszuleuchten. Dies hätte enorme Mehrkosten zur Folge.

Letztlich sprachen sich die UVT-Mitglieder mit einem klaren 13:1-Votum für Geißlers Antrag aus, die Entscheidung noch einmal zu vertagen. Bis zur neuerlichen Beratung sollen die betroffenen Bürger befragt werden, wie sie den möglichen Varianten gegenüber stehen.

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