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Beispielfoto: Wer ohne den Partner ein Kind großziehen muss , steht vor besonders großen Herausforderungen. Symbolfoto: dpa „Wenn man bereit ist, Hilfe anzunehmen, kommt man auch wieder herausaus der Geschichte.“

Doch es gibt Auswege

Hartz IV und Jobcenter: Alleinerziehende im Teufelskreis

Ist der Nachwuchs da, ist die Freude groß. Doch ein Kind ist auch eine Herausforderung – der gerade Alleinerziehende manchmal nicht gewachsen sind. Jobverlust, Schulden, Obdachlosigkeit: eine Abwärtsspirale. Doch sie kann durchbrochen werden.

Fürstenfeldbruck – Laura F. (Name geändert) steht vor den Trümmern ihres Lebens. Eine Arbeit hat die 27-Jährige schon lange nicht mehr. Und das, obwohl sie sogar zwei Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen hat. Seit 2015 lebt die junge Frau von Hartz IV. Arbeiten würde die gelernte medizinische Fachangestellte schon gerne, sagt sie. Doch an erster Stelle steht für sie ihr Töchterchen (7), das sie alleine groß zieht.

Seit vergangenem September geht die Kleine in die Schule. Einen Hortplatz in der Nähe habe sie nicht bekommen, sagt F. Doch ohne Kinderbetreuung kein Job. Das Zeitfenster am Vormittag sei einfach zu knapp – sogar für eine Teilzeitstelle. Also Hartz IV. Bis Ende 2017 ging das auch gut. Die Miete ging vom Jobcenter direkt an den Vermieter. Vom Rest der staatlichen Unterstützung und vom Unterhalt des Vaters kamen Mutter und Tochter über die Runden.

Im Januar dann der Schock. Das Jobcenter fährt die Leistungen für die Mutter sukzessive zurück – auf null. Für die 27-Jährige eine Katastrophe. Im Februar bekommt F. Post. Der Vermieter kündigt ihr fristlos. Das Telefon wird ihr abgestellt. Kein Job, Schulden, drohende Obdachlosigkeit. Laura F. ist ganz unten angekommen.

Selbst schuld, werden jetzt viele sagen. Doch so einfach ist es nicht, sagt Claudia Baubkus, Geschäftsführerin des Jobcenters in Fürstenfeldbruck. Die oberste Jobvermittlerin des Landkreises kennt die Geschichte von Laura F. Sprechen darf sie darüber mit unserer Zeitung, weil F. es ihr schriftlich gestattet hat.

Und Baubkus hat viel zu erzählen – zum Fall Laura F. und den vielen jungen Alleinerziehenden, die oft in ähnliche Situationen geraten. Das für sie Wichtigste sagt sie gleich zu Beginn: „So weit muss es nicht kommen.“

Denn die komplette Streichung der Leistungen des Jobcenters sei die Ultima Ratio. Doch im Fall von Laura F. habe man die Notbremse ziehen müssen. Denn die junge Mutter habe jede Kooperation verweigert. Elf Mal habe man die junge Mutter 2017 zum Gespräch eingeladen. Lediglich ein Mal sei sie erschienen. Auch auf die vorgeschlagenen Teilzeitstellen habe sie sich nicht beworben. Und auch ihrer Pflicht, sich aus eigener Initiative um Arbeit zu bemühen, sei sie nicht nachgekommen.

Das Argument, sie finde keine Arbeit, weil die Tochter keine Betreuung hat, lässt die Jobcenter-Leiterin nicht gelten. Denn der Weg zum nächstgelegenen Hort sei der Tochter sehr wohl zuzumuten. „Sie hätte auf jeden Fall arbeiten können.“

Doch Baubkus weiß auch, wie belastend die Situation für die junge Mutter ist. Deswegen hat das Jobcenter im vergangenen Jahr noch alle Augen zugedrückt. „Wir haben unseren Ermessensspielraum ausgeschöpft“, sagt Baubkus. Aufgegeben hat die Jobcenter-Chefin Laura F. aber noch lange nicht. Die 27-Jährige sei durchaus vermittelbar. Aber sie müsse mitarbeiten – getreu dem Motto fördern und fordern.

Gerade Alleinerziehende müssten besonders gefördert werden. Mehr als 200 hat das Brucker Jobcenter als Kunden – die meisten davon Frauen. Baubkus sieht für fast alle von ihnen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. „Wenn man bereit ist, Hilfe anzunehmen, kommt man auch wieder heraus aus der Geschichte.“

Und mittlerweile sieht auch Laura F. Licht am Ende des Tunnels. Nach einer Intervention des Jobcenters und der Fachstelle Wohnen der Caritas hat der Vermieter signalisiert, dass F. und ihr Töchterchen in ihrer Wohnung bleiben können.

Hilfe für Alleinerziehende

gibt es im Landkreis bei vielen Adressen. Zusammengefasst sind sie im so genannten Familienwegweiser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Unter www.familien-wegweiser.de finden sich zahlreiche lokale Angebote.

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