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Mit Medaille vor dem Ofen: Sepp Kellerer hat die seltene Auszeichnung verliehen bekommen. 

Medaille in silber

Alt-OB für Lebenswerk ausgezeichnet

Aich - Fürstenfeldbruck - Diese Ehre wird nicht jedem zuteil: Alt-OB Sepp Kellerer (70) hat die silberne Verfassungsmedaille verliehen bekommen. Dabei machte er auch Bekanntschaft mit einem Kabarettisten.

Das war selbst für den altgedienten ehemaligen Brucker OB eine besondere Erfahrung. Kürzlich saß der Aicher im Bayerischen Landtag. Sicher, das alleine macht einen Kellerer noch nicht nervös. Angespannt war das Brucker Urgestein aber trotzdem, denn die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, sollte ihm gleich die bayerische Verfassungsmedaille in Silber verleihen. Noch aufregender wurde die Erfahrung nur, weil Kellerer neben einem ebenso gespannten Bruno Jonas saß – seines Zeichens Kabarettist.

Nun ist in der guten Stube des Alt-OB aber wieder Ruhe eingekehrt. Seine Auszeichnung hat Kellerer gut verwahrt. Fast zu gut, denn: Als er das Stück vorzeigen will, dauert es ein Weilchen, ehe er es wiederfindet.

„Wissen’S, bei uns wurde nämlich eingebrochen und jetzt musste ich ein bisserl länger suchen, weil ich die Medaille extra gut versteckt habe“, entschuldigt er sich. Aber jetzt liegt sie vor ihm auf dem Jogltisch, direkt neben dem Herrgottswinkel in Aich: Die silberne Medaille samt Verleihungsurkunde. Ein bisserl stolz ist er schon, der Alt-OB von Bruck.

Besonders auf einen seiner Verdienste, den Bau von Stadtsaal und Veranstaltungsforum – wo übrigens auch Bruno Jonas schon aufgetreten ist. Zwar hatte mit dem Ankauf von Gebäuden und der Planung 1978 Bürgermeister Max Steer zu tun. Doch der Spatenstich für das kulturelle Zentrum in Fürstenfeld war während der Amtszeit Kellerers.

„Es war schon ein bisserl mutig, nicht nur einen Stadtsaal zu planen, sondern viele weitere Gebäude rund ums Kloster zu sanieren und auch die Außenbereiche entsprechend zu gestalten“, erinnert sich Kellerer. Damals habe er darauf gedrängt, alles in einem Zug durchzuziehen. „Sonst hätten wir da ja mindestens zehn Jahre Baustelle rund ums Kloster gehabt.“

Mit ganz anderen „Baustellen“, sprich heruntergekommenen aber gleichwohl sanierungswürdigen Gebäuden, hatte er sich schon weitaus früher befasst. Sein liebstes Kind, neben denen seiner eigenen Familie: Ein gewisses Bauernhofmuseum auf Schöngeisinger Flur. „Der Jexhof war mir einfach eine Herzensangelegenheit. Damals war ich noch junger Familienvater und Landwirt und das spätere Bauernhofmuseum hat mir seinerzeit schon recht viel Zeit abverlangt. Aber es hat sich gelohnt“, sagt der mittlerweile 70-Jährige.

18 Jahre im Bürgermeisteramt liegen hinter ihm. Seit 1972 bis heute sitzt er im Kreistag, und er war von 1990 bis 1996 stellvertretender Landrat. Der berufliche und politische Abschied, sprich sein Ruhestand nach der Kommunalwahl 2014, hat aber nicht das Ende sämtlicher Ämter bedeutet.

Sepp Kellerer ist nach wie vor Mitglied im Verwaltungsrat der Brucker Klinik, im Verwaltungsrat der Kinderhilfe und als Gründer im Vorstand der Stadtkapelle aktiv. „So gesehen ist das seit meinem Ruhestand als Oberbürgermeister ein schöner weicher Übergang“, sagt der Aicher. Anders ginge es auch nicht. „Ich will mich einfach nach wie vor gerne einbringen.“

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