In Bruck

Die alte Post erstrahlt in neuem Glanz

Fürstenfeldbruck – Ein wichtiges architektonisches Denkmal der Stadtmitte strahlt die Bürger wieder in neuem Glanz an: Das alte Postamt zwischen Fürstenfelder- und Bahnhofstraße wurde renoviert.

Dem Kulturreferenten des Stadtrates, Klaus Wollenberg, war die Freude bei der Vorstellung des sanierten Baus deutlich anzumerken. Dies sei ein wichtiger Tag für die Stadt Fürstenfeldbruck und ihre Bürger, sagte er. Denn das alte Postamt, in dem noch heute die Postbank residiert, sei durch die Erneuerung den Bruckern wieder als ein „höchst bedeutendes Architekturdenkmal“ bewusst gemacht worden.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude, 1928 in auffällig konkaver Form gebaut, ist ein Beispiel der so genannten Bayerischen Postbauschule, welche die bedeutsamste Ausprägung der neuen Sachlichkeit in Bayern darstellt (siehe Kasten). Wollenberg bedankte sich deswegen ausdrücklich bei dem Eigentümer des Gebäudes, dem Architekten Peter Ottmann.

Für den Besitzer selbst war seit längerer Zeit klar, dass eine Sanierung ansteht: „Es war absehbar.“ Nachdem das Verteilzentrum der Post, das im ersten Stock beheimatet war, dieses Jahr in den Brucker Westen zog, war der Weg frei für die Bauarbeiten. Von Anfang März bis Ende Oktober liefen diese. Dabei wurde vor allem die erste Etage und der Vorplatz komplett umgestaltet sowie die Fassade in den ursprünglichen Zustand versetzt.

Im ersten Stock finden nun Praxisräume ein Zuhause, der Vorplatz des Gebäudes wurde von dem Wildwuchs der Vergangenheit gesäubert und als offener Raum samt Bänken gestaltet. Das Besondere an den Sitzgelegenheiten: Der Künstler Martin Wöhrl hat diese aus dem Material des alten Brunnens gefertigt. „Die Hauptidee war, das Haus wieder zu öffnen“, sagt Ottmann dazu. In der Tat gibt das Gebäude durch den neuen Vorbereich eine ganz „neue Präsenz im Stadtraum“. Die Stadt und die Regierung von Oberbayern haben die Arbeiten am Vorplatz mit einem Drittel der Baukosten gefördert.

Wollenberg verwies die Besucher, darunter einige Stadträte, auch auf die prominente Architektur in der Nachbarschaft des Postamtes. So die Erlöserkirche am Stockmeierweg und das Wohnhaus des NS-Bürgermeisters Adolf Schorer gegenüber an der Fürstenfelder Straße. Kirche und Wohnhaus sind im Gegensatz zur Post in konservativen Heimatstilen erbaut worden.

So sehe man auf engem Raum das „Spannungsverhältnis zwischen Moderne und Tradition in der Weimarer Zeit“, meinte Wollenberg, der auch einen kuriosen Fakt aus der Vergangenheit ausgegraben hatte. Die Stadt wollte in den 1920er-Jahren das Postamt unbedingt bekommen: Zum einen, weil sich die damalige Marktgemeinde um eine Stadterhebung bemühte, zum anderen, um den wirtschaftlichen Problemen der Nachkriegszeit entgegenzusteuern. Deswegen gab Fürstenfeldbruck der Post für den Bau sogar ein Darlehen von 230 000 Reichsmark. „Das wäre heute wohl nicht mehr möglich“, meinte Wollenberg schmunzelnd. (fd)

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