+
Die Auktionatoren Markus Droth (l.) und Achim Huber geben alles, um 62 Fahrräder an den Mann zu bringen. 

Fürstenfeldbruck

Versteigerung beim Altstadtfest: Alte Radl kommen unter den Hammer

  • schließen

Die Hoffnung ein Juwel unter alten Drahteseln zu finden, treibt viele Menschen zur Radversteigerung aufs Altstadtfest. Die Fundräder der Stadt werden dort jedes Jahr an den Mann gebracht.

Fürstenfeldbruck – Eingerissene Sitzpolster, angerosteter Lack, und natürlich platte Reifen samt Mäntel, die über die Felge schlappen: Eine Ansammlung von Schönheiten ist es nicht, was da auf der Bühne vor der Sparkasse steht. 62 Fundräder, eine übliche Größenordnung, versteigert die Stadt. Die Liegengebliebenen aus dem letzten Jahr, sie sollen jetzt neue Besitzer finden.

Bremsen anziehen, Pedale antreiben

„Meines wurde leider geklaut“, sagt Stephan Künstl. In der Hans-Sachs-Straße in Gröbenzell wurde es ihm vom Grundstück entwendet. Jetzt steht Künstl auf der Bühne und prüft, ob er hier ein neues Mountainbike findet, das seinen Ansprüchen genügt. Er prüft, so wie das viele Besucher am Samstag um halb elf Uhr morgens machen, bevor die Versteigerung losgeht: Bremsen anziehen, Pedale mit der Hand antreiben und Reifen eindrücken. Ein möglichst gut erhaltenes Rad zu möglichst wenig Geld, das ist der Traum. Künstl hat sich schon ein Rad ausgeschaut, ein schwarz-grünes Mountainbike soll es werden.

Die Versteigerung

Stadtrat Markus Droth, der Auktionator, schlappt an den Interessenten vorbei und beantwortet Fragen, bevor sie entstehen: „Nur Bares ist Wahres.“ Und „Wenn ich sag ‚Zum Dritten’, dann ist es durch.“ Dann werden alle von der Bühne gebeten, die Versteigerung geht los. Stephan Künstl positioniert sich zweieinhalb Meter vor dem linken Bühnenrand. Rund 80 Menschen versammeln sich in einem Halbkreis. Nach den ersten paar Rädern gehen allerdings einige wieder weiter. Mit einem schwarzen Mountainbike geht es los. Startpreis: 25 Euro. Künstl bietet gleich mit. Bei 45 Euro steigt er wieder aus. Aber wieso denn schon jetzt? „Das war spontan, jetzt habe ich es besser gesehen“, sagt er.

Zwischen 20 und 100 Euro

Weiter geht es, gesteigert wird per Zeigefinger oder hochgereckter Sonnenbrille, „sehen muss man es“, sagt Droth. Die Preise bewegen sich meistens zwischen 20 und 100 Euro, wenn fertig gesteigert ist, dann wird das Rad gleich von der Bühne gehoben. Links von der Bühne ist ein Biertisch mit kleiner roter Kasse und fertigen Quittungen aufgebaut. Hier kann der Käufer bezahlen.

Stephan Künstl hat Glück und bekommt sein schwarz-grünes Mountainbike noch. Er muss allerdings sein Budget überschreiten. 60 Euro hatte er sich zuvor als Grenze gesetzt, 90 Euro werden es dann. Künstl ist trotzdem zufrieden. Das Rad ist in keinem schlechten Zustand, aber wie erwartet: „Es muss noch was gemacht werden.“ Vergessene Juwelen sind bei der Radversteigerung halt selten. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

So fühlt sich ein Detektiv der Geschichte
Für die einen sind es einfach Scherben und Steine – für die anderen wertvolle Zeugen unserer Vergangenheit. Unermüdlich sind versierte Hobbyarchäologen im Landkreis …
So fühlt sich ein Detektiv der Geschichte
Post will doch kein Wohnheim in Alling bauen
 Die Deutsche Post will vorerst nun doch kein Wohnheim und keinen Zustellstützpunkt in Alling errichten.
Post will doch kein Wohnheim in Alling bauen
Drei Hunde tot, Badeverbot: Blaualgen-Alarm am Lech-Stausee
Rätsel um Gift im See: An der Lechstaustufe 23 bei Merching - durchaus auch beliebt bei Bürgern aus dem Brucker Landkreis  -  herrscht Badeverbot, nachdem drei Hunde am …
Drei Hunde tot, Badeverbot: Blaualgen-Alarm am Lech-Stausee
Warten auf die Sanierung der Bosco-Fenster
Die Wiederherstellung der beim Pfingsthagel zerstörten Kirchenfenster von Don Bosco dauert. Ines Berens, Verwaltungschefin der Stadtkirche, ist sich aber sicher, dass …
Warten auf die Sanierung der Bosco-Fenster

Kommentare