Claudia Gessner ist Radbeauftragteder Stadt Bruck.

Strasse bekommt Schutzstreifen

Am Sulzbogen: Zu wenig Platz für Radweg

Der Sulzbogen soll bald komplett ausgebaut werden. Ein eigener Radweg ist nicht drin, die Radler werden in Zukunft mit einen Schutzstreifen auskommen müssen. Eine Frage ist weiterhin ungeklärt: Darf man die Fahrradstreifen farbig markieren?

Fürstenfeldbruck– „Alternativlos“ – manche können dieses Wort nicht mehr hören. Für Vize-Bürgermeister Christian Götz (BBV) passt es aber genau, um die Situation am Sulzbogen zu beschreiben: Beim ersten Ausbau-Abschnitt zwischen Kurt-Huber-Ring und Am Pöglschlag seien nur Schutzstreifen auf der Fahrbahn möglich, ein von der Straße abgetrennter Radweg mit Hochbord dagegen ausgeschlossen.

Die Ursache für diese Einschränkung in der Planung: der zur Verfügung stehende Platz, erklärte die Fahrradbeauftragte der Stadt, Claudia Gessner im Verkehrsausschuss. 13 Meter breit ist der Grund, auf dem gebaut wird. Mindestens sechs Meter werden für die Fahrbahn gebraucht, Gehwege auf beiden Seiten muss man ebenfalls einrechnen. Wenn man gewisse Vorgaben berücksichtigt, bleiben zu wenige Meter für Radwege auf beiden Seiten übrig, erklärte Gessner: „Egal, wie man es dreht – wir kriegen diese Radwege nicht hin.“

Für die Rathaus-Verwaltung blieb damit nur die Variante mit markierten Schutzstreifen auf der Fahrbahn für die Fahrradfahrer übrig, entweder jeweils 1,50 oder 1,75 Meter breit. Verkehrsreferent Mirko Pötzsch (SPD) war enttäuscht über diesen Vorschlag: „Schutzstreifen sind für mich keine Lösung für ein sicheres Radfahren.“ Besonders ältere und unsichere Radler hätten auf diesen oft ein „ungutes Gefühl“.

Pötzsch griff einen Vorschlag von Alexa Zierl (Die Partei & Frei) auf: Mit dieser Lösung würde der Radweg mit einer geringen Breite von nur 70 Zentimeter realisiert. Die nicht erreichten Vorgaben seien dabei nachrangig, erklärte Zierl. Ist der Radweg schmäler als gefordert, passiere nur eines: „Dann gibt es halt keine Benutzungspflicht.“ Die Radfahrer könnten sich entscheiden, ob sie auf Straßenfahrbahn oder Radweg fahren.

Lieber breite Schutzstreifen als einen schmalen Radweg – so argumentierten aber die meisten anderen Stadträte, die sich dabei auf die Verwaltungs-Vorlage stützten: „Hohes Konfliktpotenzial“ bei Überholungsvorgängen zwischen Fußgängern und Radfahrern sei bei Zierls Vorschlag gegeben, so die Aussage aus dem Rathaus. Der Vorschlag von Zierl und Pötzsch wurde demnach auch von der großen Mehrheit des Ausschusses abgelehnt.

Bei der Breite der Schutzstreifen fiel die Entscheidung knapp für die Variante 1,75 Meter. Radl-Beauftragte Gessner war zufrieden mit dieser Entscheidung. Denn dadurch wird die Fahrbahn für den motorisierten Verkehr enger, die Autofahrer würden dadurch automatisch vorsichtiger. „Das ist die sicherere Variante“, sagte Gessner.

Während jetzt klar ist, dass Schutzstreifen kommen, ist immer noch nicht sicher, ob die Stadt diese farbig markieren darf. Die Überlegung: Mit farbigen Streifen könnte man die Radfahrer noch besser schützen. Ein Umstand, der Gabi Fröhlich (SPD) aufregte: Bereits in der letzten Ausschuss-Sitzung habe es geheißen, die Farbmarkierung werde von der Verwaltung geprüft. Doch diese Prüfung ist immer noch nicht abgeschlossen, wie Götz mitteilen musste. Die simple Frage, ob die Streifen zum Beispiel komplett in Blau gestaltet werden dürfen, ist nicht leicht zu beantworten. Scheinbar ist die rechtliche Situation zu dieser Thematik nicht eindeutig, wie Götz ausführte. Es gebe aber mittlerweile einige Beispiele, dass Farbe möglich ist.

Als Notlösung hatte OB Erich Raff (CSU) beim Runden Tisch Radverkehr vorgeschlagen, an allen Einmündungen und Ausfahrten rote Streifen aufzubringen. Auch so würde dann fast durchgängig eine Markierung auf dem Straßenabschnitt entstehen, erklärte Götz. Im April soll dann der endgültige Baubeschluss fallen. (Fabian Dilger)

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