Idyllisch an der Amper liegt die Kleingartensiedlung „Amperstadt“. In Bruck ist sie auch als Ameisensiedlung bekannt, weil die Gartenfreunde in den 105 Parzellen so fleißig werkeln wie die kleinen Insekten. 
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Idyllisch an der Amper liegt die Kleingartensiedlung „Amperstadt“. In Bruck ist sie auch als Ameisensiedlung bekannt, weil die Gartenfreunde in den 105 Parzellen so fleißig werkeln wie die kleinen Insekten. 

Fürstenfeldbruck

50 Jahre Ameisensiedlung: Hier wird fleißig gegartelt

  • VonDieter Metzler
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Seit 50 Jahren wird an der Schöngeisinger Straße gepflanzt und geerntet. Die Gartenfreunde sind fleißig wie die Ameisen. So gaben sie der 1971 gegründeten Kleingartensiedlung „Amperstadt“ ihren Spitznamen. Am Samstag wird nun das Jubiläum groß gefeiert.

Fürstenfeldbruck – 105 Schrebergärten samt der Vereinsgaststätte Ameisenstüberl umfasst die grüne Oase mitten in Fürstenfeldbruck. Die Erinnerungen an die Gründerjahre verblassen so langsam. Denn die, die noch von den alten Zeiten zu erzählen wissen, werden immer weniger. Bürgermeister Willi Buchauer lud im Oktober 1970 alle interessierten Gartenfreunde in die Jahnhalle ein. 240 kamen, so groß war damals das Interesse an einem Kleingarten. Aber nicht alle kamen in den Genuss eines Gartens – auch nicht, als die Parzellen verkleinert wurden. Viele sprangen auch wieder ab, als sie erfuhren, dass sie für ein Gartenhaus 4000 D-Mark zahlen sollten.

Vor 50 Jahren begannen die ersten Vereinsmitglieder, ihre Parzellen an der Schöngeisinger Straße zu bepflanzen und die Gartenhäuser aufzubauen

Bis zur Gründungsversammlung am 18. Februar 1971 setzte Buchauer Stadtrat Erich Dressler als kommissarischen Vorsitzenden ein. Welch gutes Gespür der Bürgermeister mit seiner Wahl bewies, zeigte sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte. Bis zu seinem Tod im Jahr 2001 vertrat Dressler den Kleingartenverein als Vorsitzender. Die „alten Gartler“ erinnern sich gern an „ihren Erich“, der durch seine ausgeglichene und menschliche Art zur „Seele“ der Gartler wurde.

Die Gemeinschaft wurde groß geschrieben in den Anfangsjahren. Jeder half jedem. 3000 freiwillige Arbeitsstunden sparten dem jungen Verein rund 40 000 D-Mark. Aus dieser Zeit stammt der Name, unter dem die Anlage in ganz Bruck bekannt ist: „Ameisensiedlung“ – weil alle emsig wie die Ameisen gewerkelt haben.

Im Laufe der Jahre folgten der Bau einer Gerätehütte und des Vereinsheims. Es wurde ein Spielplatz errichtet, die Vorstandschaft erhielt ein eigenes Vereinsbüro und das „Ameisenstüberl“ wurde durch eine Pergola vergrößert. Zur Freude der Gartler erhielt die Anlage auch noch Stromverteilungskästen. Tief in die Tasche greifen mussten die Hobbygärtner aber 1996 beim Kanalanschluss. Jeder Gartler war mit 1000 D-Mark dabei. Durch die Teilbepflasterung des Parkplatzes und die Installation von Wasserzählern wurde die Anlage ständig verschönert und aufgewertet.

Sieger im Kleingarten-Wettbewerb

Ohne Fleiß kein Preis: Schon recht früh in seiner Geschichte wurde die Kleingartenanlage an der Amper Sieger im Wettbewerb der Bayerischen Kleingartenanlagen, nämlich 1975. Ein Jahr später folgte die bisher einzige und letzte große Auszeichnung. Erich Dressler wurde eigens in die Bundeshauptstadt Bonn beordert, um die Goldmedaille im Bundeswettbewerb als schönste Kleingartenanlage im Ministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau entgegenzunehmen.

Geführt wird der Verein seit 2019 vom Peter Ott, der den langjährigen inzwischen verstorbenen Johann Rötzer ablöste. Rötzer hatte sich fast vier Jahrzehnte um die Sorgen und Belange der Kleingartler gekümmert und wurde in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorstand ernannt.

Vor 50 Jahren begannen die ersten Vereinsmitglieder, ihre Parzellen an der Schöngeisinger Straße zu bepflanzen und die Gartenhäuser aufzubauen

Und in 50 Jahren ist viel passiert. Bei der Jubiläumsfeier am Samstag, 18. September, beim Ameisenstüberl sollen Gartler und Freunde in Erinnerungen schwelgen. Festreden und Ehrungen sind nicht vorgesehen, dafür gibt es ab 15 Uhr ein Kinderprogramm, unter anderem mit Kinderschminken, Basteleien, Luftballon-Spickern und Gummistiefel-Weitwurf. Auch ein Info-Stand der Gärtnerei Würstle, bei dem man sich über gärtnerische Fragen beraten lassen kann, ist vor Ort. Das Jugendblasorchester der Stadtkapelle spielt ab 15.30 Uhr zwei Stunden.

Auf einen fast karibischen Abend können sich die Gäste freuen, wenn ab 19.30 Uhr die „Antoine-Noah-Band“ mit Afro-Latin-Musik den Biergarten verzaubert. Die Profi-Musiker, die unter anderem schon mit Santana, Lionel Richie, Falko, Mike Oldfield und Crissy Cee gearbeitet haben, sorgen mit ihrer Musik aus Afrika und der Karibik, gemischt mit moderner Pop-Rock-Musik, für pure Lebensfreude. Gefeiert wird bei jedem Wetter, der Eintritt ist frei.

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