+
Der Windstoß eines Hubschraubers, der von der Klinik startete (im Hintergrund), zerriss einen Sonnenschirm (links oben) der Bäckerei Gradl, bei der Kadir Eren arbeitet.

An der Kreisklinik Fürstenfeldbruck

Helikopter-Windstoß zerfetzt Sonnenschirme

  • schließen

Seit fast zehn Jahren landen Rettungshubschrauber im Schnitt einmal pro Woche auf dem Brucker Klinikdach. Nun gab es den ersten gröberen Zwischenfall: Beim Abheben demolierte der Rotor-Windstoß Sonnenschirme einer 17 Meter tiefer liegenden Bäckerei.

Fürstenfeldbruck – Die Mittagsgäste – darunter auch einige Führungskräfte aus der Sparkassen-Zentrale – hatten gerade unter den beiden riesigen Sonnenschirmen Platz genommen, als der eine halbe Stunde zuvor nach einem Notfalleinsatz auf dem Klinikdach gelandete rot-weiße DRF-Helikopter zum Abheben ansetzte.

Der dadurch ausgelöste Windstoß ließ zwei massiv konstruierte Sonnenschirme einknicken. Auch nicht besetzte Stühle und Tische auf der Terrasse vor dem Bäckerei-Cafè wurden in Mitleidenschaft gezogen. Schlimmer wäre es noch gewesen, wenn das Mobiliar auf die unmittelbar davor gelegene viel befahrene Dachauer Straße geschleudert worden wäre.

Bäckerei-Chefin hat Schaden bei der Klinik-Leitung gemeldet

In der Zentrale der Deutschen Rettungsflieger-Stiftung (DRF) in Filderstadt bei Stuttgart, wo der Zwischenfall bestätigt wurde, können sich die Verantwortlichen das Ganze nicht genau erklären. Nach Angaben einer DRF-Sprecherin habe der Pilot auf Rückfrage von einem „regelkonformen Abflug um 13.05 Uhr“ berichtet.

Mitterweile hat Bäckerei-Chefin Theresa Gradl den Schaden – insgesamt beziffert sie ihn auf 3000 Euro – der Fürstenfeldbrucker Klinikleitung gemeldet, die sich wiederum mit der DRF-Zentrale in Verbindung setzte. Dort hieß, der Fall werde von der Haftpflichtversicherung abgedeckt. Derartiges passiert nach DRF-Angaben allerdings sehr selten. Bei bundesweit 38 000 Einsätzen komme es in rund 120 Fällen zu Schadensmeldungen.

Neben DRF-Piloten steuern auch die „gelben Engel“ der ADAC-Luftrettung regelmäßig das Brucker Klinikum für Notfalleinsätze an. Von durchschnittlich 70 Flügen pro Jahr ist die Rede, die meisten werden vor Einbruch der Dunkelheit geflogen, nur wenige nachts.

Bei der Eröffnung der Landeplattform ist nicht alles glatt gegangen

Zwischenfälle dieser Art hat es in Bruck seit der Einweihung des Landeplattform, die auf das Gebäude in knapp 17 Meter Höhe gesetzt wurde, noch nie gegeben. Allerdings: Ein Jahr bevor das damals 1,2 Millionen Euro teure Projekt am 15. November 2007 eingeweiht wurde, war die Plattform nach einer Baupanne schon mal eingestürzt. Auch bei der offiziellen Eröffnung ging nicht alles glatt: Witterungsbedingt musste damals die Probelandung eines Rettungshubschraubers abgesagt werden. Seitdem ist nichts mehr passiert – bis jetzt.

Dabei wurde Therese Gradl bei der Installierung der Schirme von einem Gast noch davor gewarnt: „Die bläst euch der Hubschrauber davon.“ Damals hatte die Bäckerei-Chefin aus Odelzhausen noch über „den Scherz“ gelacht.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Darum hat es diesmal mit dem Auszählen so lange gedauert
Bis die Stimmzettel nach der Bundestagswahl ausgezählt waren, dauerte es heuer in einigen Kommunen länger. In der Region Fürstenfeldbruck war Olching Spitzenreiter.
Darum hat es diesmal mit dem Auszählen so lange gedauert
Die Kinder standen immer an erster Stelle
Seit 1981 hat sich Brigitte Speck im Kindergarten St. Michael in Jesenwang für die Kinder eingesetzt. Nun wurde die langjährige Leiterin in den Ruhestand verabschiedet.
Die Kinder standen immer an erster Stelle
Unfall auf der B471
Eine 57-jährige Autofahrerin hat am Sonntagnachmittag einen schweren Unfall auf der B 471 zwischen Grafrath und Schöngeising verursacht. 
Unfall auf der B471
Neue Mitte, alte Straßen – was nun?
Maisachs neue Mitte ist fast fertig – zumindest die Gebäude. Doch was ist mit den Straßen? Die innerörtliche Achse wird bald zur Ortsstraße abgestuft und soll neu …
Neue Mitte, alte Straßen – was nun?

Kommentare