Auch ein Parkdeck soll entstehen

Neun Millionen Euro für Anbau ans Landratsamt

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Das Landratsamt erhält einen Anbau mit Büros samt Parkdeck und E-Ladestationen. Das Gebäude soll auf dem westlichen Teil des Grundstücks Richtung Erlöser-Kirche entstehen und über neun Millionen Euro kosten.

Fürstenfeldbruck – Der Kreistag genehmigte den schon länger geplanten Bau mit 48:13 Stimmen. Zuvor hatte der Brucker Stadtrat Klaus Wollenberg („Meinen ersten Frust hab ich schon beim Bauamtsleiter abgelassen.“) zu einer wahren Wutrede angehoben. Er wehrte sich gegen die Positionierung des Gebäudes an der geplanten Stelle. Denkmalschutz und Städtebau seien wohl nichts mehr wert, schimpfte Brucks Kulturreferent. Der Bau zerstöre die Sichtachse zur Kirche und zum historischen Postgebäude. „Ich verstehe die Welt nicht mehr, dass der Kreisausschuss dem zugestimmt hat“, wetterte Wollenberg, der den Verantwortlichen vorwarf, unbedingt die Süd-West-Seite des Landratsamts kaputt machen zu wollen. Er fand: Der Anbau gehört auf die andere Seite des Stammhauses.

Die Kreisverwaltung unterdessen hatte mehrere Standorte auch an der Münchner Straße untersuchen und in einem Punktesystem bewerten lassen. Dabei spielte eine Rolle, wie gut das neue Haus an das alte angebunden werden kann, wie sehr der laufende Betrieb während der Bauphase gestört würde, ob das Haus später erweiterbar ist und wie viele Parkplätze geschaffen werden können? Außerdem sei die Positionierung des Gebäudes mit dem Stadtbaurat Fürstenfeldbrucks abgestimmt worden, bevor es nach dem Kreistagsbeschluss noch in den städtischen Bauausschuss kommt, ergänzte Axel Schuhn vom Kreisbauamt. Die gewählte Variante besteche vor allem deshalb, weil alle drei Bürogeschosse via Bürobrücke direkt mit dem Haupthaus verbunden werden können, heißt es in einem Papier der Kreisverwaltung. Als der Grundsatzbeschluss fiel, wegen des Platzmangels in der Kreisbehörde eine Erweiterung zu bauen, sei es ja auch darum gegangen, eben keine Außenstelle zu schaffen, sondern eine enge Verzahnung zum Haupthaus, heißt es da außerdem.

Teils unter, teils neben dem dreigeschossigen Bürogebäude – es erhält ein leicht geneigtes Blechdach mit Fotovoltaikanlage – entsteht auf dem Areal ein Parkdeck auf fünf Ebenen mit 124 Stellplätzen. Für Elektroautos sollen hier zusätzlich 20 Ladestellen mit je elf KW und eine Schnell-Ladestelle mit 40 KW gebaut werden. Deshalb und weil im neuen Gebäude ein Rechenzentrum unterkommen soll, braucht das Landratsamt eine neue Trafostation – die bestehenden Anschlüsse gerieten sonst an respektive über ihre Leistungsfähigkeit hinaus.

Im Kreisausschuss, wo das Thema schon vor der Sitzung des Gesamtgremiums diskutiert worden war, entzündete sich Kritik gerade an den Ladestationen. Gröbenzells Bürgermeister und UBV-Kreisrat Martin Schäfer etwa wollte wissen, wie viele E-Kilometer die Mitarbeiter des Landratsamts führen und ob da nicht eine einfache Steckdose reiche. In Gröbenzell jedenfalls habe er zumindest vorerst auf solche Ladestationen verzichtet. Jedes der aktuell sieben E-Autos der Kreisbehörde fahre im Jahr an die 20 000 Kilometer, lautete die Antwort aus der Verwaltung. An Steckdosen dauerten die Ladezeiten bis zu zwölf Stunden – viel zu lange. Martin Runge (Grüne), der das Projekt in Gänze ablehnt, kritisierte die hohen Kosten und fand es schräg, dass das Büro, das die Machbarkeitsstudie gemacht hatte, dann den Zuschlag für die nun beginnende konkrete Planung erhielt. Die Bauverwaltung verwies hier darauf, die geltenden Ausschreibungsregeln eingehalten zu haben. Runges Fraktionskollegin Christina Claus bemängelte auch den Flächenverbrauch.

UBV-Kreisrat Jakob Drexler kritisierte die Kosten für die Photovoltaikanlage, die geschätzt 25 kWp bringen soll. Für die eingeplanten 69 000 Euro baue ein Privatmann eine Anlage doppelter Größe, meinte er. Drexler schlug vor, mehr Energie auf dem Areal für den Eigenverbrauch zu erzeugen.

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