Grenfell-Tower: Brandursache steht jetzt fest

Grenfell-Tower: Brandursache steht jetzt fest
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Alle Mann auf einem Tisch: Das Programm „The Roots“ zeigt Hip Hop als Kunstform. 

In Fürstenfeld

Standing Ovations bei Dance First

Fürstenfeldbruck – Ganz zum Schluss, im Publikumsgespräch nach der Vorstellung, sagt Choreograph Kader Attou, dass er die Proben mit seinen Tänzern nicht auf Video aufnimmt.

 Das sei nicht nötig für seine Arbeit: „Mein Auge ist der Fokus, und mein Herz ist der Film“, umschreibt der 42-Jährige aus Lyon seine emotionale Herangehensweise. Und sein Ensemble der Show „The Roots“ bringt das Gefühl auf die Bühne: Die elf Männer tanzen wahrhaftig, nichts ist gestellt oder überinterpretiert.

Das Publikum, im ersten Teil noch ganz still vor lauter Konzentration und Faszination, feiert die Truppe, die im Rahmen des Tanzfestivals „Dance First“ nach Bruck gekommen ist, am Ende mit donnernden Standing Ovations. Alle wissen: Solche phantastischen Produktionen bekommt man sonst nur in Metropolen zu sehen.

Es war ein Abend der grandios dargebrachten Gegensätze: fließende lösen eckige Bewegungen ab, die Tänzer, die sich ihren Stil auf der Straße beigebracht haben, decken die ganze Bandbreite der Gefühle ab – es geht um Raufereien auf dem Schulhof, um Angst, um Freundschaft und Rivalität. Choreograph Kader Attou hat das Programm aus zwei Gründen „The Roots“ genannt. Der Sohn algerischer Migranten zeigt damit seine Wurzeln (und auch die der Tänzer), aber auch die Wurzeln des Hip Hop. Denn die Compagnie Accrorap hat sich dem Streetdance verschrieben und zeigt seine Einflüsse: Breakdance natürlich, aber auch Akrobatik, Stepptanz und Contemporary.

In unvorstellbar kreativen wie komplizierten Hebefiguren, dann auf einer Couch, einem Sessel, einem Tisch und einem Trampolin, ruhig in der Ecke stehend oder über den Boden wirbelnd, verbinden die Tänzer Gefühle und Stilrichtungen. Zwischendrin ein kleiner Spaß mit Kung Fu und der Choreograph auf der Bühne, der sich mit den Tanzbewegungen von „Macarena“ absichtlich lächerlich macht. Das sind nur kurze Auflockerungen, bevor das Ensemble die Zuschauer wieder in die Gefühlswelten hinabreißt.

Die Tänzer leben ihre ganze Freude an der Bewegung aus. Das ist echt – und echt anstrengend: Die Männer schwitzen und müssen immer wieder ausgepumpt Pause machen. Doch dann kommt plötzlich wieder ein Pas de deux, das der reinen Kraft Sinnlichkeit und Feingefühl entgegensetzt.

„Accrorap“ heißt so viel wie „Süchtig nach Rap“. Die Zuschauer sind jetzt auch auf Droge.

von Helga Zagermann

Weitere Dance-First-Termine: „Bavarian Summit“ am Mittwoch, 13. Juli, „Made in FFB“ am Sonntag, 24. Juli, „Swan Lake“ am Freitag, 29. Juli, „Carmen“ am Samstag, 30. Juli. Karten unter Telefon (0 81 41) 6 66 54 44.

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