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50 Flüchtlinge pro Tag am Brucker Fliegerhorst– Landrat kritisiert „Asyl-Anlockangebote“

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Von: Thomas Steinhardt

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Gespendete Container werden in Germering aufgebaut. Sie sind für Flüchtlinge bestimmt. 	Foto: weber
Container, wie diese in Germering, sollen künftig einfacher aufgestellt werden können. © Peter Weber

Der Landkreis Fürstenfeldbruck kann künftig einfacher Container-Unterkünfte für Asylbewerber aufstellen. Gleichzeitig kritisiert der Landrat, dass das überhaupt noch nötig ist.

Fürstenfeldbruck – Derzeit kommen jeden Tag um die 50 neue Asylbewerber in der großen Unterkunft am Fliegerhorst an. Das berichtete eine Sprecherin des Landratsamts im Kreistag. Dabei handele es sich um Flüchtlinge etwa aus dem Jemen, aus der Türkei oder Afghanistan. In der Durchgangsstation am Fliegerhorst, die von der Regierung von Oberbayern betrieben wird, leben gleichzeitig kaum noch ukrainische Flüchtlinge. Für diese hatte man weitgehend andere Unterkünfte gefunden, wobei auch hier weitere Geflüchtete erwartet werden könnten.

Zur Sprache kam das Thema aufgrund eines Verwaltungsakts. Stark vereinfacht gesagt, übernimmt der Landkreis damit Hochbauaufgaben, die eigentlich dem staatlichen Bauamt in Freising obliegen. Damit kann der Landkreis schneller und unkomplizierter kleinere Unterkünfte, etwa Container für 40 Leute, selbst aufstellen. Die Kosten trägt trotzdem weiterhin der Freistaat.

Integrationsreferent Hans Sautmann: „Unter Hochdruck wurde vieles geleistet“

Landrat Thomas Karmasin begründete die Kompetenzübernahme mit weiteren Asyl-Anlockangeboten, die die Bundesregierung vorbereite und deren Auswirkungen man bereits spüre. „Wir müssen reagieren.“ Die Bundesregierung werde sich die Folgen ihres Tuns genauso wenig vergegenwärtigen wie es die vorherige getan habe, sagte der Landrat.

Die Freien Wähler sahen die Kompetenzübernahme kritisch. Sie fürchteten, dass sich Baugenehmigungen im Landkreis (ohnehin heiß diskutiert) immer noch weiter verschleppen könnten. Das eine habe mit dem anderen allerdings nichts zu tun, sagte Karmasin unter Bezug auf verschiedene Referate im Haus. Die SPD war für die Kompetenzübernahme. „Wir müssen diese Aufgabe machen“, meinte Christoph Maier. Integrationsreferent Hans Sautmann, oft sehr kritisch gegenüber dem Tun des Landratsamts, indes fand lobende Worte: „Unter Hochdruck wurde vieles geleistet.“

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