Umbenennung

Anwohner wollen Gravenreuthstraße behalten

Fürstenfeldbruck – Sollen vier Luftwaffen-Angehörige weiterhin Namensgeber für Brucker Straßen sein? Wenn es nach den Anwohnern geht, ja.

Das wurde beim Infoabend im Rathaus schnell klar. Eine ergänzende Tafel, die mehr zur Person erklärt, können sich aber viele vorstellen.

Rund 40 von 181 Anwohner der Von-Gravenreuth- und Günther-von-Maltzahn-Straße waren zu der Veranstaltung gekommen. Auch um Kögel- und Zenettistraße ging es. Dabei wurde hitzig über das Für und Wider diskutiert.

Für den Arbeitskreis ist laut Karin Geissler die Ehrung durch die Namensgebung wichtig. Es stünde zur Debatte, ob die Stadt Personen aus Wehrmachtskreisen weiterhin diese Ehre zugestehen wolle, obwohl sie eine „exponierte Position“ im Dritten Reich eingenommen hätten.

Einige Anwohner hinterfragten den Begriff, der als ein Kriterium im Bewertungskatalog des mit den Straßennamen betrauten Arbeitskreises verwendet wird. Was das bedeutet, konnten die Vertreter der Stadt aber nicht genau klären. Im Falle von Maltzahn brachte Elmar Bauer (Günther-von-Maltzahn-Straße), selbst ein ehemaliges Bundeswehr-Mitglied, Informationen ins Rathaus. Er berichtete über den Flieger, der immer wieder Probleme bekam, weil er sich nicht konform zum Regime verhielt. Auch die Einberufung in das Amt Blank, das nach dem 2. Weltkrieg als Vorläufer des Verteidigungsministeriums fungierte, betrachtete der Brucker als einen Fakt, der den Namen reinwäscht. „Der Mann verdient diese Ehrung.“

Dass die Stadt verschiedene Parameter bei der Namensgebung der Straßen hat, wurde dagegen von ein paar Besuchern vermutet. Karl-Heinz Speckmaier (Zenettistraße) kritisierte, dass in der Lützow-Straße eine Umwidmung auf einen weniger umstrittenen Namensgeber stattgefunden habe. Er vermutete, dies sei geschehen, weil dort ein Mitglied des Arbeitskreises wohnt. Die „unfaire“ Unterstellung verbat sich der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU), der eine sachliche Diskussion anmahnte. Er erinnerte daran, dass eine Entscheidung erst im Stadtrat falle und betonte, dass man den demokratischen Prozess zur eventuellen Umbenennung nun zu Ende führen müsse. Für die Variante, eine erklärende Tafel unter den Schildern anzubringen, konnten sich einige Anwohner erwärmen, als sie sich wieder beruhigt hatten.

von Maria-Mercedes Hering

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erster Spatenstich für neue Stadtwerke
Nach diversen Verzögerungen wurde ein wichtiger symbolischer Akt vollzogen: der Spatenstich zum Stadtwerke-Neubau im Westen markiert den Auftakt der Bauphase.
Erster Spatenstich für neue Stadtwerke
Tierhasser in Mammendorf: Unbekannter schießt auf Katze
Gemeiner Angriff auf eine Katze: In Mammendorf ist eine Katze mit einem Luftgewehr angeschossen worden. Es ist bereits der dritte Fall in derselben Straße. 
Tierhasser in Mammendorf: Unbekannter schießt auf Katze
Eymen aus Fürstenfeldbruck
Neslihan und Ercan Yazici aus Fürstenfeldbruck sind jetzt zu viert. Die glücklichen Eltern freuen sich gemeinsam mit der fünfjährigen Havin über die Geburt von Söhnchen …
Eymen aus Fürstenfeldbruck
Mein Tag als Flohmarkt-Verkäufer
Flohmärkte bei Leuten zuhause sind im Trend. In Olching fanden nun die ersten Hofflohmärkte statt, allerdings zeitgleich mit denen in Gröbenzell. Tagblatt-Reporter Tom …
Mein Tag als Flohmarkt-Verkäufer

Kommentare