Ein Anliegen des Behindertenbeirats: mehr Barrierefreiheit.
+
Ein Anliegen des Behindertenbeirats: mehr Barrierefreiheit.

Pandemie

Arbeit des Brucker Behindertenbeirats trifft Corona besonders schwer

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
    schließen

Gerade erst wurde der neue Beirat für Menschen mit Behinderung gewählt, im Juli beginnt seine Amtszeit. Doch sie bremst Corona ebenfalls aus.

Fürstenfeldbruck – Bis auf zwei Posten ist der Beirat unverändert geblieben. Daher ist ein fließender Übergang möglich. Aber im Moment gestaltet sich die Abstimmung schwierig. Räumlichkeiten für Treffen gibt es derzeit nicht, und viele Mitglieder gehören der Risikogruppe an und trauen sich nicht raus in die Öffentlichkeit. „Wir können uns gar nicht so richtig treffen“, sagt der Vorsitzende Jörn Weichold. Während sich andere Beiräte leicht auf virtuelle Sitzungen einstellen können, ist das in diesem Gremium etwas komplizierter.

Dabei hat das Gremium durchaus Erfolge in den vergangenen Jahren zu bieten. Zusammen mit dem Seniorenbeirat kämpfte es mit großer Ausdauer und Geduld um den barrierefreien Umbau des Bahnhofs Buchenau. Dass dieser nach langen und lauten Bauarbeiten im vergangenen Jahr eingeweiht werden konnte, ist gleichemaßen ein Erfolg des Beirats für Menschen mit Behinderung.

„Wir sind auch eingebunden beim Verkehrsentwicklungsplan und beim Thema Fahrräder“, berichtet Weichold. Beim anstehenden Neubau der Amperoase soll das Gremium sich ebenso einbringen, damit Hallenbad und Sauna barrierefrei werden. „Aber da ist noch nicht so viel passiert“, sagt Weichold. Er hofft, dass die Verantwortlichen noch auf den Beirat zukommen.

Arbeit in der Stadt gibt es genug. Längst sind nicht alle Bushaltestellen barrierefrei. Und auch an anderen Stellen hapert es noch. Man denke etwa an das Rathaus. Hier läuft gerade erst der Umbau, damit der Sitzungssaal künftig wirklich ohne eine einzige Treppenstufe erreichbar ist. Die Rampen sind schon gebaut, der Aufzug ist noch nicht betriebsbereit. So mussten sich die neue Mitglieder bei der jüngsten Wahl noch über die Treppen nach oben kämpfen.

Doch bei all den Bauprojekten ist Weichold eines wichtig: „Barrierefreiheit heißt nicht nur Fußwege, sondern auch leichte Sprache und die Teilhabe an Veranstaltungen.“ Dafür will sich das Gremium einsetzen. Hilfreich ist dabei auch der bessere Kontakt zur Stadt und den neuen Sozialreferenten. Adrian Best sei sehr um Kontakt bemüht, sagt Weichold. Und er und seine Mitstreiter seien bemüht, trotz Pandemie den Kontakt zum Stadtrat zu pflegen um etwas zu tun. Genauso wie den Kontakt zum Inklusionsbeirat des Landkreises, der sich gerade findet. „Es ist wichtig, das wir dabei sind“, so Weichold.

Für die Zukunft haben er und seine Mitstreiter schon Pläne. Sie wollen die Gruppe der Menschen, die sie vertreten, breiter fassen. Ziel sei es, die Menschen und Elterninitiativen anzusprechen, die man sonst schwer erreiche. Und sie denken an Kooperation mit dem Seniorenbeirat. „Möglicherweise ein gemeinsamer Computertreff.“ Doch zunächst muss Corona etwas locker lassen. „Wir müssen uns erst einmal wieder zusammen finden.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare