In Kapstadt haben die elf Jugendlichen und Diakonin Heidrun Hellmuth an Projekten mitgearbeitet. 

Partnerschaftsprojekt der evangelischen Jugend im Dekanat

Armut bekämpfen – in Bruck und Südafrika

Gibt es eine Lobby für arme Kinder und Jugendliche? Dieser Frage geht eine Delegation des evangelischen Dekanats nach. Im Rahmen eines Partnerschaftsprojekts war sie in Kapstadt. Nächstes Jahr kommen die südafrikanischen Jugendlichen zu Besuch.

Fürstenfeldbruck – Das zweijährige Projekt wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit Mitteln aus dem Programm „Weltwärts“ gefördert. Es steht im Kontext der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Daran beteiligt ist auch das Jugendwerk des Evangelisch-Lutherischen Dekanats. Gemeinsam mit der kirchlichen Partnergemeinde Stellenberg in Südafrika hat man sich das Thema „Armut“ als Schwerpunkt gesetzt. Konkret geht es um die Frage, wie Armutsgefährdung von Kindern und jungen Menschen verhindert werden kann – mit Hilfe vernetzter lokaler Ansätze. „Es geht um die Armut vor Ort“, erklärt Diakonin Heidrun Hellmuth, „die Jugendlichen sollen sich auf Augenhöhe begegnen.“

In der ersten Phase des Begegnungsprojekts Anfang 2018 hätten die Jugendlichen der beiden Länder Kontakt aufgenommen und einen Arbeitsplan entwickelt. Mitte März reiste dann die Brucker Delegation, bestehend aus elf Jugendleitern und der Diakonin Heidrun Hellmuth, für drei Wochen nach Kapstadt. „Hier sieht man eine große Schere zwischen arm und reich“, schildert Hellmuth die Eindrücke in Kapstadt und speziell in den Townships, den Armenvierteln.

An Ort und Stelle ließen sich die Jugendleiter des Brucker Dekanats, vorwiegend Lehrlinge und Studenten, über vorhandene Strukturen aufklären, stellten kritische Fragen zur Armuts-Situation in Südafrika und durften aktiv an Projekten der Partnergemeinde „Dutch Reformed Church Stellenberg“ mitwirken. Hierbei ging es vor allem um die Vernetzung von Elementarpädagogik. „In einem Stadtteil ist beispielsweise eine Montessori-Schule entstanden. Hier wird der Fokus auf die gemeinsame Arbeit mit den Familien gelegt“, sagt Heidrun Hellmuth.

Mittlerweile haben sich die Reiseteilnehmer getroffen, um über ihre Erfahrungen am Fuße des Tafelberges zu sprechen und den weiteren Weg des Partnerschafts-Projekts zu planen. Im April 2019 steht der Gegenbesuch der Südafrikaner an. Bis dahin will man gemeinsame Fragestellungen rund um das Thema Armut erarbeiten und Ideen entwerfen, wie der Armut in der Region Fürstenfeldbruck begegnet werden kann. „Ich will auch noch Verbände dazugewinnen“, sagt Hellmuth. Sie könne sich vorstellen, in Zukunft auch mit anderen Ländern auf dem Gebiet der Armutsprävention und -bekämpfung zu kooperieren, etwa durch die Teilnahme an einem europäischen Jugendtreffen. „Die Reise nach Südafrika war eine große Bereicherung.“ (seo)

Über den Austauch

berichtet die Delegation am Sonntag, 3. Juni, um 19 Uhr im Gemeindehaus der Erlöserkirche am Stockmeierweg.

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