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Asyl-Beratung unter einem Dach

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Seit fast einem Jahr bündelt die Caritas die Asylsozialberatung, die Migrationsberatung für Erwachsene und die Ehrenamtskoordination unter einem Dach. Nun wurde das Zentrum für Asyl und Migration (ZAM) in der Hauptstraße offiziell eingeweiht.

Fürstenfeldbruck„Was haben wir hier gemeinsam geschafft“, sagte die Fachdienstleiterin für Asyl und Migration im Caritas-Zentrum, Monika Grzesik. Sie erinnerte an die Zeit vor gut drei Jahren, als es im Landkreis lediglich zwei Beratungs-Teams gegeben hat. „Die Ehrenamtskoordination bestand aus einer Person und wir haben sie auf drei aufgestockt.“ Täglich seien damals neue Menschen in die Asylunterkünfte gekommen, zum Teil 100 im Monat. Trotzdem wurde vor zwei Jahren der Aufbau des Teams durch einen Einstellungsstopp drastisch erschwert. „Mit dem geforderten Stellenabbau für unseren Landkreis hätten wir nicht weiter beraten können“, so Grzesik.

Weil sich aber das Team der Caritas und die Kooperationspartner in Ämtern und Behörden, Helferkreisen und der Kirche entschieden gegen einen Stellenabbau eingesetzt haben, konnte dieser in Grenzen gehalten werden. Seit 1. Juli betreibt die Caritas nun im neuen Zentrum sogar eine Bürogemeinschaft mit zwei Vertreterinnen der Diakonie. „Das ist eine Kooperation auf Augenhöhe“, betont die Kreisgeschäftsführerin des Caritas-Zentrums, Birgit Weiß. Sie hob einerseits das Engagement und die Vielseitigkeit der ehrenamtlichen Helfer hervor, verwies andererseits auch auf die Abhängigkeit von finanziellen Hilfen seitens der Erzdiözese München und Freising und des Landkreises.

In den Jahren 2019 und 2020 wird der Kreis pro Jahr 324 000 Euro freiwillig an finanzieller Unterstützung für Sach- und Personalkosten beisteuern, sagte Vize-Landrätin Martina Drechsler. „Angesichts des Flüchtlingsstroms haben wir 2014 die finanzielle Unterstützung im Landkreis erhöht.“

Derzeit leben im Landkreis 2056 Geflüchtete, davon 1000 in der Asylunterkunft im Fliegerhorst. Klammert man Letztere aus, gelten momentan 800 Flüchtlinge als anerkannt. Mit Verweis auf die Bibel sagte Drechsler, dass es Wanderbewegungen in der Geschichte der Menschheit schon immer gegeben habe, die Herausforderungen hätten sich aber im Vergleich zu heute stark verändert. „Wir haben aber immer ein offenes Ohr für Sie“, versprach sie den Mitarbeitern des Asyl- und Migrationszentrums.

Im Beisein von Landtags-Abgeordneten Benjamin Miskowitsch, OB Erich Raff (beide CSU), der Migrations-Referentin des Kreistages, Petra Weber (SPD), sowie einigen Bürgermeistern segnete Caritas-Pfarrer Augustinus Bauer die Räumlichkeiten. Er appellierte an den Zusammenhalt zwischen den Menschen und betonte die Wichtigkeit der haupt- und ehrenamtlichen Helfer im Bereich Migration. „Wir brauchen viele, die sich aus Leidenschaft und Liebe für Menschen einsetzen, um die sich sonst niemand kümmert.“ Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten „AnnaLu & Shavez“. (seo)

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