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Asyl: Suche nach Unterkünften geht weiter

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Von: Thomas Steinhardt

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Ein Zimmer in der Unterkunft für Geflüchtete an der Bauhofstraße in Unterföhring.
Ein Zimmer in einer Unterkunft für Geflüchtete. © Beispielfoto: Gerald Förtsch

Die Pandemie hat das Thema Asyl aus der Wahrnehmung fast verdrängt – und doch ist das Landratsamt im Hintergrund weiter mit der Akquise von Unterkünften beschäftigt. So wie zuletzt in Adelshofen.

Fürstenfeldbruck – Die Begeisterung im Gemeinderat hielt sich in Grenzen, als der Antrag auf Bau einer neuen Unterkunft zu behandeln war. Allerdings gehört Adelshofen zu den wenigen Gemeinden, die die im Jahr 2014 beschlossene Verteilungsquote für den Landkreis und seine Gemeinden nicht erfüllen. Diese Kommunen „sehen wir aus solidarischen Gründen in einer besonderen Verpflichtung, zu einer erfolgreichen Unterkunftsakquise beizutragen“, sagt eine Sprecherin des Landratamts auf Nachfrage. Sprich: Wer bisher keine Flüchtlinge oder zu wenige aufgenommen hat, ist aufgefordert, dies zu ändern. Letztlich geht es dabei im Moment vor allem darum, aufgrund welcher Umstände auch immer endende Unterbringungsmöglichkeiten zu ersetzen. Denn insgesamt steht der Landkreis sehr gut da, wie die Sprecherin auf Nachfrage sagt. Verpflichtet ist der Kreis, 1750 Plätze zur Verfügung zu stellen, faktisch bietet man aber sogar weit über 2000 Plätze an (1250 dezentral). „Daher haben wir eine Quotenerfüllung von 138 Prozent.“

90 Plätze frei gehalten

Allerdings entfallen 1000 der über 2000 Plätze auf das Ankerzentrum in Bruck, das ja im Jahr 2025 (Verlängerung um maximal zwei Jahre ist möglich) dicht gemacht werden soll. Dann würden etliche Plätze fehlen.

In die Quote eingerechnet werden übrigens auch Fehlbeleger, deren Anerkennung nicht länger als drei Jahre zurück liegt. Als Fehlbeleger bezeichnet werden Flüchtlinge, die im Land bleiben dürfen, aber keine Wohnung finden. 400 sind dies im Moment im Landkreis. Plätze in den dezentralen Heimen werden ihnen freiwillig zur Verfügung gestellt, um drohende Obdachlosigkeit zu vermeiden. 90 Plätze werden aktuell freigehalten, um eventuelle coronabedingte Verlegungen (Quarantäne) möglich zu machen.

Weiter verhandeln

Insgesamt habe der Landkreis in den vergangenen zwei Jahren 69 zusätzliche Unterkunftsplätze durch Anmietung von Gebäuden oder Wohnungen geschaffen. Mit einem übermäßig hohen Zustrom aus Afghanistan rechnet man im Landkreis eher nicht. Allerdings gelte es, vorbereitet zu sein. Zuströme aus Ländern in Afrika, Syrien, Irak und Iran hielten weiter an. Dazu kämen Familiennachzüge, die die Situation zusätzlich verschärften. Der Landkreis müsse sicherstellen, dass die vom Bund vorgegebene Quotenerfüllung nachhaltig und dauerhaft gewährleistet sei.

Im Falle Adelshofens wird das allerdings noch etwas dauern: Die Gemeinde möchte nicht so viele Plätze wie das Landratsamt vorschlägt, das aber seinerseits mit der Wirtschaftlichkeit und den Betreuungsmöglichkeiten für eine größere Unterkunft argumentiert. Es wird also nochmal verhandelt.

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