+
Bei der jüngsten Erweiterung der Dependance (rot umrandet) blieben die beiden Trakte rechts im Militärbesitz.

Dependance soll echte Erstaufnahme werden

Asyl-Zentrum am Fliegerhorst geplant

Fürstenfeldbruck - Im Moment ist die Flüchtlingsunterkunft am Fliegerhorst nur eine Außenstelle der Münchner Bayernkaserne. Das könnte sich ändern – wenn die Bundeswehr mitspielt.

Trotz sinkender Asylbewerberzahlen steht die Regierung von Oberbayern vor einem Problem: Die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Bayernkaserne in München soll aufgelöst werden und muss ersetzt werden. Die Stadt München möchte auf dem Areal Wohnungen bauen.

Nun gibt es Pläne, die Dependance am Brucker Fliegerhorst aufzuwerten und sie zur echten Erstaufnahme-Einrichtung umzugestalten. Dabei ginge es weniger um die Erhöhung der Bettenzahl. Denn die Dependance wird ohnehin auf 1600 Plätze aufgestockt. Neu geschaffen werden müssten vielmehr weitere Verwaltungseinheiten etwa für das Bundesamt für Migration und Räume für die ärztliche Erstuntersuchung, die die Fursty-Flüchtlinge bisher in der Bayernkaserne erlebten.

 Im Fokus des Interesses der Regierung stehen nach Tagblatt-Informationen zwei Gebäudeteile, die direkt an die Dependance anschließen, ihr aber nicht angehören, sondern Teil des Militärgeländes sind. Allerdings: Die Bundeswehr nutzt diese Gebäude für sich selbst. In die beiden Trakte ist erst vor kurzem ein Teil des Zentrums für Luft- und Raumfahrtmedizin (früher: Flugmed) eingezogen, wie ein Bundeswehr-Sprecher auf Anfrage bestätigt. Das Zentrum habe seine Geräte zuvor teils in Containern unterbringen müssen. So sei man sehr froh über die festen Gebäude gewesen. Alternativen gebe es dazu im Moment nicht, sagte der Sprecher. Außerdem werde der geplante Umzug des Zentrums nach Köln so schnell auch nicht über die Bühne gehen.

 Ganz aufgegeben hat die Regierung ihre Pläne für Fursty aber offenbar nicht. Denn das Brucker Areal gilt als äußerst geeignet. Denkbar, dass höchste Stellen im Bund zu entscheiden haben werden. Die Regierung selbst gibt sich in dieser Sache sehr bedeckt, da es sich um Grundstücksangelegenheiten handele. Der Vertrag über die Bayernkaserne solle, wenn möglich, nochmal verlängert werden, so ein Sprecher. Ihre Nachfolge solle dann auf einem „mehrgliedrigen System“ beruhen, das „bereits bestehende Ankunftszentren und Bettenkapazitäten in Dependancen einbezieht“.

 Dass das Fursty-Gelände dem Bund gehört, wäre für die Regierung vorteilhaft. Denn der Bund stellt Liegenschaften für die Asyl-Unterbringung mietfrei zur Verfügung und erstattet sogar Herstellungskosten. Beobachter gehen davon aus, dass die Umwandlung der Dependance in eine echte Erstaufnahme nach außen hin nicht viel verändern würde. Die Eigenschaft Brucks als Erstaufnahme-Stadt würde damit allerdings wohl zeitlich zementiert. (st)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mega-Party in Bruck: So war das Altstadtfest - Alle Fotos
Party-Nacht hoch drei in Brucks guter Stube: Die Besucher des Altstadtfestes hatten am Samstag reichlich Auswahl, bei welcher Musik sie feiern wollten. Partysound, Hits …
Mega-Party in Bruck: So war das Altstadtfest - Alle Fotos
Waghalsiges Überholmanöver: Auto fährt gegen Baum 
Ein Sachschaden in Höhe von rund 500 Euro und ein Leichtverletzter sind die Folgen eines Unfalls, der sich am Samstag gegen 15.10 Uhr zwischen Maisach und Überacker …
Waghalsiges Überholmanöver: Auto fährt gegen Baum 
Weil er aus der Disko flog: Mann (30) holt Schreckschusspistole
Die Wut über den Rausschmiss aus einer Diskothek hat einen 30-jährigen Fürstenfeldbrucker so verärgert haben, dass er eine Schreckschusspistole von zu Hause holte und …
Weil er aus der Disko flog: Mann (30) holt Schreckschusspistole
Randalierer hinterlässt Spur der Verwüstung
Einen Schaden in Höhe von geschätzt 40 000 Euro hat ein Randalierer angerichtet, der in der Nacht auf Samstag insgesamt 26 Fahrzeuge in Bruck zerkratzte.
Randalierer hinterlässt Spur der Verwüstung

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion