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Den Bienen-Lehrpfad in Puch haben Günter Biermayer (M.) vom dort ansässigen Grünen Zentrum und Imkervereins-Vorsitzender Walter Dörl (r.) dem Brucker Oberbürgermeister Erich Raff erklärt. 

In Puch

Neuer Bienen-Lehrpfad am Grünen Zentrum

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.” Nicht erst diese einst von Albert Einstein geäußerten mahnenden Worte haben Imker im Gedächtnis, wenn sie jetzt in Puch mit einem Lehrbienenpfad an die Öffentlichkeit treten.

Puch – Zugegeben, wer in der Luft über sich plötzlich zigtausend Bienen schwirren sieht, bekommt vielleicht erst einmal einen Schreck. Doch in Panik geraten muss angesichts eines Bienenschwarms niemand. Denn die Insekten sind in diesem Zustand harmloser als zu jeder anderen Zeit. Warum das so ist, steht auf einer der Informationstafeln des neuen Bienen-Lehrpfads, der jetzt am Grünen Zentrum in Puch eröffnet wurde.

Zwischen dem Parkplatz und einer Magerwiese mit seltenen Wildblumen und Kräutern hat der Imkerverein für Fürstenfeldbruck und Umgebung den Lehrpfad angelegt – tatkräftig unterstützt von einem P-Seminar des Graf-Rasso-Gymnasiums. Die Zusammenarbeit zwischen gestandenen Imkern und Biologieschülern verlief diskussionsreich, war aber letztlich äußerst fruchtbar, wie Walter Dürl, der Vorsitzende des Imkervereins, erklärt. „Es ist etwas entstanden, von dem andere Vereine gern einen Abzug hätten.“ Neben viel Gehirnschmalz stecken rund 4000 Euro und 200 Arbeitsstunden in dem Projekt.

Die Tafeln erläutern mit Bildern und kompakten Texten, was man über Bienen wissen sollte – und über die Rolle, die sie in unser aller Leben spielen. Die Insekten tun nämlich wesentlich mehr, als nur die Honigsemmel zum Frühstück zu ermöglichen. Bienengift findet in Rheumamitteln Verwendung, das von ihnen produzierte Kittharz schützt vor Infekten und Pilzerkrankungen. Gelée royale, der Futtersaft für die Bienenkönigin, hilft gegen Altersbeschwerden und stärkt das Immunsystem. Bienenwachs steckt in Seifen, Salben und sogar Gummibärchen, erläutert Dürl.

Der umtriebige Vereinsvorsitzende hofft, dass der Lehrpfad die Bürger für die Biene sensibilisieren wird. Denn sie ist von allen Seiten Bedrohungen ausgesetzt. Klimawandel, Monokulturen, Pflanzenschutzmittel und Schädlinge wie die gefürchtete Varoamilbe sind nur einige Stichworte. Um zu helfen, muss nicht jeder Imker werden. Wenn Gartenbesitzer in Holzstapeln oder Steinhaufen Schlupflöcher für die Insekten schaffen würden, wäre schon viel gewonnen. „Wir haben in Deutschland 30 Prozent des Wildbienenbestands verloren.“

Beim Imkerverein hat sich die Mitgliederzahl in den letzten drei Jahren auf 176 verdoppelt. Die Bienenfreunde kommen aus 17 Ortschaften in der Region und vier weiteren Dörfern jenseits der Landkreisgrenze. Neulinge werden am Bienen-Lehrstand am Grünen Zentrum ausgebildet.

Und warum braucht man nun vor einem Bienenschwarm keine Angst zu haben? Das erklärte Walter Dürl den zahlreichen Besuchern bei der Eröffnung des Lehrpfades. Das Schwärmen dient den Insekten zur Volksvermehrung und ist eine Reise ins Ungewisse. „Die Bienen fressen sich voll für den Flug.“ Und dafür drücken sie vorher sämtliches Gift aus dem Körper. Sticht eine Biene in diesem Zustand, würde die davon betroffene menschliche Körperstelle weder anschwellen noch wehtun. (os)

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