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Viel Trubel: Christkindlmärkte, wie hier in Mammendorf, ziehen immer mehr Besucher an.

Großer Ansturm

Auf dem Christkindlmarkt wird’s eng

Fürstenfeldbruck - An Schnee ist nicht zu denken, die Temperaturen bewegen sich meist über der Null-Grad-Grenze. Klassische Winterromantik ist in der Vorweihnachtszeit 2016 bisher völlige Fehlanzeige. Doch die Christkindlmärkte boomen, trotz der milden Temperaturen – oder gerade deswegen.

Helmut Zweck kann nicht zaubern. Also eigentlich schon, er ist nämlich Zauberer und Mitglied im „Magischen Zirkel von Deutschland“. Doch momentan hat er einfach keine Zeit dazu. Er leitet den Germeringer Christkindlmarkt und hat selbst zwei Standl. An einem gibt es neben Glühwein einen Zaubertrank für Kinder. Die Zaubertricks muss Zweck mangels Zeit schuldig bleiben. Er kümmert sich um die Musiktechnik auf dem Markt, sorgt für Strom in den Standln oder dafür, dass das Spülteam mit dem Waschen der unzähligen Gläser und Tassen hinterherkommt. „Tausend Sachen“, sagt Zweck. „Es läuft sehr gut. Wir können uns nicht beklagen.“

Nun geht der Germeringer Christkindlmarkt ins finale Wochenende. Der vierte Advent ist heuer der letzte Markttag. Zweck und die anderen mehr als 30 Standlbesitzer erwarten zum Abschluss noch einmal einen großen Besucherandrang. Wie die Veranstalter all der anderen Weihnachtsmärkte im Landkreis sind die Germeringer mit der bisherigen Saison sehr zufrieden.

Julia Henderichs von der Stadt Olching spricht ebenfalls von einer „positiven Entwicklung“. Vor allem die Freitage des Olchinger Christkindlmarktes seien gut angenommen worden. Toni Fasching, der den Mammendorfer Christkindlmarkt organisiert hat, sagt sogar: „Es waren heuer mehr Besucher als jemals zuvor.“ Unterm Strich sind die Besucherzahlen in den meisten Orten gestiegen, oder zumindest gleich geblieben. Woran das liegt? Die einen vermuten am milden Wetter, die anderen am teilweise außergewöhnlichen Programm auf den Märkten.

Mehr als steigend ist der Andrang bei der Emmeringer Weihnacht am dritten Adventswochenende gewesen. Der Verkehrsreferent der Gemeinde Robert Bauer spricht von einem riesigen Zustrom. Zeitweise sei man gar nicht mehr durchgekommen. „Wir haben überlegt, ob wir wegen Überfüllung schließen“, sagt Bauer und lacht. Er glaubt, dass so viele Leute vor allem wegen des milden Wetters gekommen seien. „Es war nicht zu kalt und nicht zu nass, da bleiben viele dann einfach länger“, sagt er. So ähnlich sieht das auch Sophie Trnka von der Stadtverwaltung Fürstenfeldbruck.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Brucker Viehmarktplatz hat noch bis Sonntag geöffnet und macht am 22. und 23. Dezember noch einmal auf, „als Einstimmung auf Weihnachten“, wie Trnka sagt. Auch sie kann sich nicht beklagen. Teilweise sei es recht gut gefüllt gewesen, sagt sie. Vor allem Samstag und Sonntag seien traditionell starke Tage. Für das kommende Wochenende hofft sie, dass die Besucher an den Ständen vor allem Weihnachtsgeschenke kaufen werden.

Und woran liegt der Ansturm noch? Birgitta Klemenz hat aufgehört, nach Weihnachtsmarkt-Gesetzmäßigkeiten zu suchen.

Klemenz organisiert seit Jahren den Fürstenfelder Adventsmarkt, der an den ersten beiden Adventswochenenden stattfand. 60 Aussteller verkauften alles mögliche, vom Christbaumschmuck bis zu Büchern. Der Markt sei heuer schon „sehr sehr gut“ angenommen gewesen, sagt Klemenz. Mehr als 9000 Besucher habe man gezählt. „Ich bin sehr zufrieden.“ Sie hat das Gefühl, dass sich der Fürstenfelder Adventmarkt etabliert habe. Die Leute würden nicht nur zum Glühwein-Trinken vorbeikommen, sondern gerne über das Areal am Kloster schlendern und den Ort als Ganzes wahrnehmen.

Der Weihnachtsmarkt als kulturelles Event? Das Wort „Event“ hört Robert Müller nicht so gern. Schließlich erinnere ihn das an eine Party, zu der alle nur kommen, weil es Glühwein und Punsch gibt. Aber darum gehe es bei der Türkenfelder Bergweihnacht, die Müller am mittleren Adventswochenende auf die Beine stellte, ganz sicher nicht. Eher um „Kultur pur“.

Rund 600 Künstler, darunter Musiker, Tänzer und Kabarettisten, sind in Türkenfeld aufgetreten. „Das sind ordentliche Konzerte auf hohem Niveau“, sagt Müller. An den Imbissständen würden nur Produkte aus der Region und an den Kunstständen nur Selbstgemachtes verkauft. Müller sieht darin den Grund für die steigende Tendenz bei den Besucherzahlen.

Auch der Germeringer Markleiter Helmut Zweck dürfte am Wochenende noch einmal viel zu tun bekommen. Für Freitagabend haben sich die Amperperchten angekündigt. Und auch ein Fernsehsender will über den Germeringer Christkindlmarkt berichten. Hinzu kommt der ganz normale Organisationswahnsinn drum herum.

Hinter seinen eigenen Ständen stehe er eigentlich viel zu wenig, sagt Zweck. Es laufe einfach mehr wie in den letzten Jahren. Dass Kinder und Erwachsene trotzdem ihren Zaubertrank bekommen, dafür sorgen seine acht Helfer. Ab Montag ist der Weihnachtszauber in Germering dann wieder vorbei.

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