Markus Ambrosy, evangelischer Dekan

Fürstenfeldbruck

Auf einer fahrbaren Bühne: Pfarrer predigt im Autokino

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Gottesdienste im großen Kreis oder gar ein Sommerfest in der Kirchengemeinde: Das lässt die Corona-Pandemie nicht zu. Doch in der evangelischen Erlöserkirche sorgt man für Ersatz.

Fürstenfeldbruck –  So feiern Dekan Markus Ambrosy und Pfarrer Valentin Wendebourg am Sonntag, 5. Juli, einen Gottesdienst im Autokino auf dem Volksfestplatz. Für Ambrosy eine ganz neue Erfahrung, wie er zugibt.

Ein Gottesdienst im Autokino – wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Not macht erfinderisch. Ein Gemeindefest im klassischen Sinn ist wegen Corona nicht drin. Und so ganz ohne ist es auch blöd. Meine Frau und ich gehen gerne ins Kino. Wir sind am Autokino vorbei spaziert. Da dachten wir, das könnte was sein, den Festgottesdienst im Autokino zu feiern. Die Organisatoren waren gleich bereit, zu helfen.

Wie läuft das Ganze ab?

Der ADAC stellt uns einen Abschlepp-Tieflader als fahrbare Bühne zur Verfügung. Dort bauen wir den Altar auf. Die Besucher kommen mit ihren Autos und können den Ton über Autoradio oder Handy empfangen. Alle bekommen Liederzettel zum Mitsingen. Und der Posaunenchor jazzt bekannte Filmmelodien. Ich bin schon gefragt worden, ob die Besucher Amen hupen dürfen. Aber das wäre im Wohngebiet zu laut. Höchstens mit der Lichthupe. Und wenn wir ganz mutig sind, lassen wir uns wie der Papst in seinem Papamobil am Ende rausfahren (lacht). Aber das wird doch nicht möglich sein.

Organisieren Sie das alles alleine?

Nein, die Kino-Organisatoren stellen ihre ganze Mannschaft zur Verfügung. Sie regeln auch die Anfahrt und Ausfahrt. Da braucht es schon professionelle Leute. Es soll ja kein Chaos entstehen.

Haben Sie schon mal so einen Gottesdienst gefeiert?

Ich habe das noch nie gemacht. Es ist schon ein bisschen merkwürdig für alle Beteiligten. Man steht auf einem Abschleppwagen und sieht lauter Autos. Ich predige total ins Off. Aber die Resonanz ist erstaunlich gut. Maximal 300 Autos passen aufs Gelände, aber dass es so viele werden, glaube ich nicht. Jeder ist willkommen.

Sie wollen mit der Aktion auch ein Zeichen in der Corona-Krise setzen?

Es ist ein wichtiges Symbol. Wir sind an einer Schwelle, wo uns die Geduld ausgeht. Da ist es schwieriger als am Anfang der Pandemie, als alle schockgefrostet waren. Es ist wie eine langwierige Krankheit, bei der man sich immer wieder motivieren muss. Es braucht einen Kick, mit dem wir uns gegenseitig Mut zusprechen. Denn jetzt braucht es einen langen Atem.

Und was passiert nach dem Abschlusssegen?

Es folgt der Abspann und dann noch eine Filmmelodie. Dann fahren alle wieder nach Hause. Am Ausgang werden Pfarrer Wendebourg und ich stehen und jedem ein Give-away geben. Natürlich mit Mundschutz. Was das ist, wird aber noch nicht verraten.

Bleibt der erste Autokino-Gottesdienst denn eine Eintagsfliege?

Was sich bewährt, kann man im nächsten Jahr auch wiederholen. Aber ich weiß es noch nicht, da muss auch die Situation passen.

Der Gottesdienst

im Autokino beginnt am Sonntag, 5. Juli, um 11 Uhr auf dem Volksfestplatz. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

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