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Offiziersanwärter haben den Gefangenenfriedhof am Bahndamm beim Kloster wieder hergerichtet. Nun folgt noch eine Erinnerungstafel.

Gemeinsame Aktion von Offiziersschülern und Volksbund Kriegsgräberfürsorge

Gefangenenfriedhof bekommt Gedenktafel

Der so genannte Russenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg wirkte zuletzt etwas verwahrlost. Daher haben Offiziersanwärter eine Pflegeaktion gestartet. Und auch eine Gedenktafel wird in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Kriegsgräberfürsorge aufgestellt.

Fürstenfeldbruck– Der Volksbund Kriegsgräberfürsorge kümmert sich um die letzten Ruhestätten der in Kriegen gefallenen Soldaten. Eine solche steht auch nahe des Klosters Fürstenfeld. Dort kam eine Lehrerin von der Brucker Offiziersschule bei einem Spaziergang rein zufällig privat vorbei. Auf dem kleinen Friedhof wurden Verstorbene aus dem ehemaligen Reservelazarett bestattet. 143 Russen, 79 Franzosen, 19 Rumänen, fünf Polen, vier Serben und acht Tote unbekannter Nationalität ruhen auf dem kleinen, versteckten Grundstück am Bahndamm unweit des Klosters Fürstenfeld. Zu diesen Kriegsgefangenen kommen noch die Gräber von 16 „Displaced Persons“ des Zweiten Weltkrieges hinzu.

„Mein Interesse war geweckt, nicht zuletzt, weil ich Mitglied des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge bin“, berichtet die Hörsaalleiterin an der Offiziersschule. Statt als Bundeswehrangehörige immer nur Straßensammlungen für den Volksbund zu machen, sah sie die Gelegenheit, genau 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges ein sinnvolles Werk zum Gedenken an die infolge von Krankheit und Verwundungen verstorbenen Kriegsgefangenen zu tun.

Der Volksbund Kriegsgräberfürsorge bot sich als kompetenter Partner an und war den Offiziersschülern auch deswegen bekannt, weil der Bezirksverband Oberbayern jährlich eine viertägige Verdun-Fahrt zusammen mit Offizieranwärtern und der französischen École de l’Air durchführt. Auch Brigadegeneral Michael Traut, Kommandeur der Offiziersschule unterstütze das Projekt indem er den Soldaten den Hörsaal 3B für einen Pflegeeinsatz für einen Nachmittag abstellte. Die Brucker Stadtgärtner berieten die jungen Soldaten fachmännisch, und auch die Reservisten der Kreisgruppe Amper-Würm im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, unter Führung von Oberstleutnant der Reserve Michael Kosowsky, packten mit an. Da es am Friedhof zudem keine Informations- und Erinnerungstafel gab, gingen die Offiziersschüler zum Recherchieren ins Brucker Stadtarchiv. „Natürlich freiwillig und nach Dienst“, betont die Lehrerin.

Für Maximilian Fügen, Schul- und Bildungsreferent des Volksbundes ist das eine hochlobenswerte Aktion. „Wir haben die Tafeltexte zur Zeit in der redaktionellen Überarbeitung und wollen die Fertigstellung der Arbeiten gleichzeitig mit dem 50. Jubiläum der Einweihung der Kriegsgräberstätte im Rahmen einer Gedenkveranstaltung würdigen.“

Vor Aufstellung der Tafeln seien noch einige genehmigungsrechtliche Hürden zu überwinden. Fügen hofft, dass sich die Reservisten nach Verlegung der Offiziersschule um das Projekt weiter kümmern und die gelegentliche Pflege des vergessenen Friedhofs in Zukunft sicherstellen.

Max-Joseph Kronenbitter

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