Einem Angeklagten werden die Handschellen im Gerichtssaal abgenommen.
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Der Mann wurde festgenommen.

Anhänger versammelten sich vor Haus

Polizisten sollten „standesrechtlich“ erschossen werden: Verschwörungstheoretiker in Psychiatrie eingewiesen

  • Thomas Steinhardt
    VonThomas Steinhardt
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Die Polizei hat am Freitag einen 57-jährigen deutschen Staatsangehörigen vorläufig festgenommen und dann in eine psychiatrische Klinik gebracht. Der Mann gilt als Verschwörungstheoretiker.

Landkreis Fürstenfeldbruck - Die Generalstaatsanwalt München führt derzeit zusammen mit der Kripo Fürstenfeldbruck ein Ermittlungsverfahren gegen einen 57-Jährigen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Dem Mann aus Olching wird die mitgliedschaftliche Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Verschwörungstheoretiker fordert dazu auf, Polizisten „standesrechtlich zu erschießen“

Er soll zudem über seinen Telegram-Kanal mit mehreren tausend Abonnenten zu öffentlichen Straftaten aufgefordert und massive Beleidigungen verbreitet haben. So habe er unter anderem erklärt, dass Polizeibeamte „standesrechtlich“ erschossen werden dürfen, berichtet die Kripo. Im Rahmen dieses Ermittlungsverfahrens sollte der Tatverdächtige am Freitag auf staatsanwaltschaftliche Weisung bei der Kripo in Fürstenfeldbruck vernommen und psychologisch begutachtet werden. Da er zu dem Termin nicht erschienen sei, wurde er von der Polizei vorläufig festgenommen.

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Sympathisanten versammeln sich, als der Mann in Klinik eingewiesen wird

Nach der Vernehmung und der psychologischen Begutachtung wurde von der Generalstaatsanwaltschaft München ein Unterbringungsbefehl beantragt, der am Samstag, 13. November, durch die Ermittlungsrichterin beim Polizeipräsidium München erlassen wurde. Der 57-Jährige wurde anschließend in eine psychiatrische Klinik verbracht.

Sowohl bei der Eröffnung des Unterbringungsbefehls, als auch bei der Verbringung in die Klinik hatten sich nach vorherigen Solidaritätsaufrufen im Internet jeweils rund 50 Sympathisanten des Tatverdächtigen versammelt und gegen die Maßnahmen protestiert. Zu Ausschreitungen kam es nicht. Nach Tagblatt-Informationen ist der Mann der Reichsbürgerszene zuzuordnen. Gleichzeitig gilt er aber auch als Querdenker und Corona-Leugner.

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