+
Mit dem Muskelschmalz vieler Helfer werden die meisten Maibäume aufgerichtet.

Übersicht zum 1.Mai

Aufg’stellt werd: Die Maibäume in der Region Fürstenfeldbruck

Er gehört zum Dorf wie die Kirche und das Wirtshaus. Am 1. Mai wird in vielen Orten wieder der Maibaum in die Senkrechte gewuchtet. In einigen Gemeinden ist das Aufstellen heuer etwas ganz Besonderes.

Fürstenfeldbruck – Seit 120 Jahren hieven die Moorenweiserihren Maibaum vor dem Gasthaus Schamberger in den weiß-blauen Himmel. Alle zwei Jahre einen neuen – heuer also Baum Nummer 60. Seit 110 Jahren kümmert sich der Burschenverein um den Erhalt der Tradition. Die ersten zehn Jahre hat das ein loser Zusammenschluss junger Männer übernommen.

Jubiläumsbaum undBar-Experiment

Burschenvereins-Chef Michael Keller freut sich schon auf das Jubiläum. „Die ganze Gemeinde wird auf den Beinen sein.“ Weil auch der schönsten Tradition eine kleine Auffrischung nicht schadet, haben sich die Burschen etwas einfallen lassen – vor allem für die Jungen. Zu späterer Stunde gibt es heuer zum ersten Mal eine Cocktailbar. „Es ist ein Experiment“, sagt Keller. Am 1. Mai geht es um 9.30 Uhr los. Ab 11 Uhr gibt es Mittagessen, dann Kaffee und Kuchen. Der alte Baum wird versteigert.

Ein Jubiläum feiern sie auch ein paar Kilometer weiter in Adelshofen. Dort wird der Burschenverein 40 Jahre alt. Der Maibaum auf dem Dorfplatz wird so zum Jubiläumsbaum. Bürgermeister Michael Raith hat vollstes Vertrauen in seine Burschen. „Die stellen immer einen wahren Prachtkerl auf.“ Zum Jubiläum bekommt der Stamm restaurierte Zunft-Tafeln mit neuen Motiven. Ab 10 Uhr wird der Baum per Hand aufgestellt. Um 8 Uhr gibt es schon ein Weißwurstfrühstück. Es spielt die örtliche Blasmusik.

Neue Standortefür die Stämme

In einigen Kommunen im Landkreis Fürstenfeldbruck gibt es neue Standorte für die Maibäume. In Fürstenfeldbruckbleibt der Stamm am Volksfestplatz, rutscht aber an die Ecke Julie-Mayr-/Marthabräustraße. Um 9 Uhr geht’s los. Die Pucher helfen mit. Es gibt Blasmusik und Brotzeit. In Aich stellt der Burschenverein ab 9 Uhr vor dem Gasthaus Drexler einen eigenen Baum auf. Es gibt Rollbraten, Pommes und Bier vom Faß.

„D’Maisachtaler“ hieven ihren Stamm ab 10 Uhr heuer erstmals am neuen Standort auf dem Maisacher Rathausplatz in die Höhe. Abgerundet wird die Feier mit Musik und bayerischen Tänzen.

 In Geiselbullach steht der Maibaum künftig an der Nepomukstraße. Ab 9.30 Uhr wird der Stamm dort unter der Regie von Maibaumfreunden und Feuerwehr gen Himmel gewuchtet. Ab 12 Uhr ist gemütliches Beisammensein im Gutshof Stürzer.

Für frühe Vögelund Langschläfer

In Oberschweinbach starten die Burschen schon um 8 Uhr am Maibaumplatz. Nach der harten Arbeit gibt es für Helfer Rühreier, für Gäste Gegrilltes und Getränke. In Grafrath treffen sich die Maibaumfreunde zwar auch schon um 8 Uhr – aber nur zum Herrichten. Aufgestellt wird der Baum ab 14 Uhr vor dem Bürgerstadl. Dann spielt auch die Blaskapelle Graf-rath-Kottgeisering.

Weitere Maibäume von B bis Z

Die Landjugend Biburg stellt ihren Baum ab 10 Uhr am Dorfweiher auf. Danach Festessen im Bürgerhaus. Ab 15 Uhr ist erstmalig Barbetrieb. In Eichenau beginnt der Festzug um 9.30 Uhr. Um 10 Uhr stellt der Maibaumverein den Stamm am Hauptplatz auf. Es gibt Steckerlfisch. Jeweils um 10 Uhr geht es in Egenhofen an der Metzgerei sowie in Aufkirchen in der Ortsmitte los. Der Burschenvereinstellt den Baum in Emmering ab 10.30 Uhr vor dem Rathaus auf.
 In Germerswang kümmert sich der Burschenverein ab 9.30 Uhr um das Aufstellen des genau 26 Meter und 15 Zentimeter hohen Baumes in der Luitpoldstraße. Der Burschenverein Gernlinden richtet seinen Stamm ab 9 Uhr vor dem Bürgerzentrum auf. Bis 16 Uhr ist Biergartenbetrieb. Es spielt die Blaskapelle Maisach. Die Maibaumfreunde in Haspelmoorlegen um 9 Uhr los. Die Feuerwehr richtet in Hörbachden Baum ab 9 Uhr auf. In Kottgeisering lautet der Maibaumfahrplan so: 8 Uhr Herrichten durch den Maibaumverein, 12.30 Transport zum Dorfplatz mit Kutschfahrt für Kinder, Aufstellen 14 Uhr.

Die Burschen Mammendorfladen ab 9 Uhr zum Aufstellen am Feuerwehrplatz ein. In Mittelstetten wird der Maibaum ab 9 Uhr vom Burschenverein vor der Raiffeisenbank aufgestellt. Mittags kommen Hendl und Wiesnbrezn auf den Tisch, nachmittags Kaffee und Kuchen. Die Feuerwehr Pfaffenhofen bei Jesenwang hievt ihren Stamm ab 10 Uhr vor dem Bürgerhaus in die Höhe. Sobald er steht, gibt es Essen und Trinken.

Die Feuerwehr inTegernbach fängt um 9 Uhr am Feuerwehrhaus an. Leberkas und Kartoffelsalat werden angeboten, auch Kaffee und Kuchen. In Unterschweinbach legen die Burschen am Sonntag um 10 Uhr los. Die Blasmusik spielt. In Walleshausenbei Geltendorf wird der Baum am Kirchplatz aufgestellt – um 9 Uhr nach der Messe. In Zankenhausen legt die Feuerwehr um 11 Uhr vor dem Feuerwehrhaus los. Das Blasorchester Türkenfeld spielt.  tog/sk/gfk/amü


Weitergeben an kommende Generationen

Am Modell demonstriert Wolfgang Fiebig das Maibaum-Aufstellen.

Wenn am 1. Mai auf dem Eichenauer Hauptplatz der Maibaum aufgestellt wird, werden die Viertklässler der Starzelbachschule genau hinsehen. Mitglieder des Maibaumvereins haben ihnen alles rund um den Brauch erklären – die Kinder durften den Stamm sogar mit anmalen. Gebannt lauschen die Buben und Mädchen, wie Wolfgang Fiebig an einem kleinen Modell demonstriert, wie das mit dem Aufstellen mit langen Stangen funktioniert. „Bevor der Baum aufgestellt wird, erfolgt allerdings der Segen vom Pfarrer, dass wir alle gesund bleiben“, erklärt das Gründungsmitglied des Vereins. 

Drei Stationen sind in einer Halle in Gut Roggenstein für die Schüler hergerichtet. An einer erfahren sie, warum es diesen Brauch überhaupt gibt „Der Maibaum wird aufgestellt, um das Gemeinschaftsgefühl in der der Gemeinde zu stärken“, sagt Maximilian Schneider. Eine andere Gruppe wurde mit Handschuhen und Pinseln ausgestattet. Unter Anleitung von Linda John dürfen sie beim Grundieren des Original-Maibaums helfen. Stattliche 32 Meter gilt es zu bemalen, wie Helfer Franz Zirngibl erörtert. „Am 1. Mai sind die Schüler dann eingeladen, beim Fest mitzumarschieren. Sie sind quasi Teil davon“, sagt Lehrerin Ina Hammermann. Wissenswertes übers Brauchtum ist bei ihr Bestandteil des Unterrichts. Dass man den Kindern diesmal Brauchtum zum Anfassen bieten kann, freut den Vize-Vorsitzenden des Maubaumvereins, Benny Götzenberger, ganz besonders. 

„Die Pflege und der Erhalt ist wichtig.“ Seit 2006 organisiert der Maibaumverein das Aufstellen. Für die Zukunft ist Nachwuchs nötig.„Jeder ab 16 Jahren kann mitmachen.“ Alle drei Jahre wird der Maibaum in Eichenau aufgestellt. Immer dann organisiert Petra Festl die Veranstaltung mit den Schulklassen. Heuer ist ihr Sohn Konstantin mit von der Partie. Dem Zehnjährigen imponiert besonders die Zusammenarbeit aller Helfer beim Aufstellen. „Jeder muss seinen Teil erfüllen.“ Konstantin darf heuer mit Familie und Freunden sogar für eine Nacht die Maibaumwache übernehmen. Seinem Schulkameraden Quirin brennt eine Frage auf den Nägeln: „Hat schon mal der Blitz in den Maibaum eingeschlagen?“ Nach all den aufregenden Neuigkeiten und der Malaktion hat die Brotzeit allen Beteiligen prima geschmeckt.




Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Stadt stellt Zuschussvertrag mit Sportclub auf Prüfstand
Fast ein halbes Jahr ist vergangen, seit die Insolvenz beim SC Fürstenfeldbruck in letzter Sekunde abgewendet wurde. 
Stadt stellt Zuschussvertrag mit Sportclub auf Prüfstand
Wegen Brand: Straßenausbau verzögert sich
 Der Ausbau der Graf-Rasso-Straße läuft, und eigentlich hätte die Fahrbahn heuer auch noch asphaltiert werden sollen. Doch das könnte sich nun verzögern.
Wegen Brand: Straßenausbau verzögert sich
Schi-ckimicki mit Witz aus Kitz
Täglich erscheint in der Printausgabe des Fürstenfeldbrucker Tagblatt eine Glosse als Lokalspitze unter dem Titel „Ganz nebenbei“. Eine Kostprobe aus der aktuellen …
Schi-ckimicki mit Witz aus Kitz
Projekt Kammerchor: „Man ist näher dran am Publikum“
Kirchenkonzerte, Opernaufführungen, Faschingskonzerte – der Philharmonische Chor ist vor allem für seine Mammut-Produktionen bekannt. 
Projekt Kammerchor: „Man ist näher dran am Publikum“

Kommentare