Modellbaumesse in Fürstenfeld

Aus 2500 Einzelteilen entsteht eine Kirche

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Die Welt im Miniaturformat: Bei der vierten Modellbaumesse in der Tenne des Veranstaltungsforums kamen die Liebhaber der kleinen Werke voll auf ihre Kosten. Neben Modellbaukleber und Pinzette war noch einiges mehr für die ganze Familie geboten.

Fürstenfeldbruck – Schon auf dem Platz vor der Tenne bekam der Besucher der vierten Modellbaumesse einen Vorgeschmack, was ihn im Ausstellungsraum erwartete: Bundeswehrreservisten hatten ihre restaurierten und herausgeputzten Militärfahrzeuge mitgebracht. Kinder konnten auf einem abgesteckten Parcours ferngesteuerte Autos fahren. Und zwischen den Gästen lief auch immer mal wieder der ein oder andere Sturmtruppler aus Star Wars herum.

In der Tenne ging es genauso bunt weiter. Viele Panzer, Truppentransporter und Kampfflugzeuge im Miniaturformat lockten die Besucher in den ersten Stock, wo dicht auf dicht unzählige Modelle die Ausstellungstische zierten. Mittendrin saß auch Siegfried Achhorner (64) aus Karlsfeld. Sein Steckenpferd sind die schnellen Flitzer auf zwei oder vier Rädern. Aus teilweise zwei bis drei Modellbausätzen baut der Karlsfelder seine Kreationen zusammen. Und getreu nach seinem Motto „Modellbau hält jung“, fachsimpelt er mit jugendlicher Leidenschaft mit den Besuchern über seine Fahrzeuge.

Ganz puristisch gehen Angelika Adlmüller und Hans Winter an ihr Werk. Ihr Modelle werden aus dem wohl günstigsten Werkstoff hergestellt, den es auf der Messe zu bestaunen gibt: einfacher Pappe. Mit sogenannten Lasermodellen, die man im Drucker Schicht für Schicht ausdrucken kann, und dann in mühsamer Handarbeit zusammensetzen muss, entstehen filigrane, detailgetreue Bauwerke. Zum Beispiel haben sie fast 2500 Einzelteile gebraucht, um die altehrwürdige Sankt Michaelis Kirche aus Hamburg nachzubauen, erzählt Adlmüller.

Zu den über 270 Teilnehmern und den über 75 Ständen, die Organisator Hermann Unverdorben (58) in der Tenne versammelt hat, gehören auch Besucher aus einer fernen Galaxie. Am Lego-Star-Wars-Stand finden sich nicht nur die beliebten Bausteine aus Dänemark, sondern auch viele Liebhaber der Filmreihe in den Originalkostümen. Im Hintergrund dürfen sogar ganz mutige Kinder die Schlacht aus „Das Imperium schlägt zurück“ im ewigen Eis nachspielen. Auch Johann (9) aus Eichenau gefällt die virtuelle Weltraumschlacht, aber als bereits passionierter Bastler befindet er sich eh in seinem Schlaraffenland.

Für den Veranstalter Unverdorben hat der Modellbau ohnehin einen pädagogischen Charakter. „Die Kinder lernen spielerisch ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern und ihre beiden Gehirnhälften zu benutzen“, sagt der 58-Jährige, der selbst in München einen Modellbauladen besitzt. Außerdem ist das Basteln schon lang kein Hobby mehr, das man alleine im stillen Kämmerchen macht, sondern es gibt inzwischen viele Vereine und Treffen, bei denen sich die Miniaturbaumeister austauschen können. „Wir sind hier nicht neidisch aufeinander. Ganz im Gegenteil, wir fragen interessiert nach, wie derjenige das eine oder andere gebaut hat“, meint Unverdorben.

Zu so einer Gruppe gehören auch Thomas Reseneder (50) und Sven Beyer (58). Ihre Interessengemeinschaft Micro RC-Modelle hat sich vor vier Jahren gegründet und seitdem basteln sie in der „Königsdisziplin“ der Modellbauer. Wir machen aus nicht ferngesteuerten Modellen ferngesteuerte, sagt Beyer. „Und dann lassen wir sie auf unserem 360 Liter fassenden, nachgebauten Hafengelände im Wasser schippern.“ Seit sechs Jahren arbeiten sie bereits an der fast 400 Kilo schweren (wenn das Wasser eingefüllt ist) Kulisse. Und tatsächlich bis auf ein bis zwei Ausnahmen, lässt sich alles auf dem Hafengelände per Fernsteuerung bewegen.

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