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Mit einem gebackenen Laugenzopf-Herz haben (v.l.) Wilhelm und Elisabeth Bücherl mit Nadja und Martin Reicherzer die Übergabe der Bäckerei besiegelt.

Traditionsbetrieb in der Brucker Hauptstraße

Bäckerei Bücherl kommt in neue Hände

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28 Jahre führten Wilhelm und Elisabeth Bücherl ihre Bäckerei in der Hauptstraße. Ende des Monats übergeben sie den Laden an ihre Nachfolger, das Gröbenzeller Ehepaar Reicherzer. Sie wollen weiter die bekannten Bücherl-Brezen backen.

Fürstenfeldbruck – Ein letztes Mal die handgefertigten Brezen in den großen Backofen schieben. Ein letztes Mal den Duft des knusprigen Laugengebäcks einatmen, wenn er es aus der Röhre holt. So wird der letzte Arbeitstag von Bäcker Wilhelm Bücherl (62) aussehen. Am 31. März sperren er und seine Frau Elisabeth (52) noch einmal ihr Geschäft zu. Dann ziehen sie sich zurück. Aus Altersgründen. Die Gröbenzeller Bäcker Martin und Nadja Reicherzer führen den Laden weiter.

Vor 154 Jahren eröffneten Wilhelm Bücherls Vorfahren den Familienbetrieb. In den 1930er-Jahren führten seine Großeltern die Bäckerei unter dem Namen Huber. Auch ein Milchgeschäft war damals angegliedert. 1960 übernahmen Wilhelm Bücherls Eltern die Bäckerei und gaben ihr ihren Namen. Exakt 30 Jahre später vertrauten sie sie ihrem Sohn und seiner Frau an.

Für ihre Brezen sind Wilhelm und Elisabeth Bücherl bekannt

1938 wurde neben der damaligen Bäckerei Huber Milch verkauft.

Das Handwerk lernte die Hauswirtschafterin von ihrem Mann. „Angefangen habe ich um 1991 damit. Damals gab es einen Konditor-Notstand, wir haben niemanden gefunden“, sagt Elisabeth Bücherl. Die Freude am Backen hat sie sich bis heute bewahrt. Und egal ob Kuchen oder knusprige Brezen: Die Bücherls backen noch traditionell. Von Maschinen vorgefertigte Teiglinge kommen bei ihnen nicht in den Ofen. Das schätzen ihre Kunden. Sie stürzen sich morgens teils regelrecht auf das Laugengebäck, sagt Wilhelm Bücherl.

Für ihre Brezen ist das Ehepaar bekannt, sogar bei Promis wie den Schauspielern Monika Baumgartner oder Heiko Ruprecht. Er spielt den Bruder des Bergdoktors in der gleichnamigen TV-Serie. Dabei gibt es weder im Teig noch in der Lauge eine Geheimzutat, sagt Wilhelm Bücherl. Damit die Hefe arbeitet und sich der Geschmack entfaltet, lässt er das Laugengebäck ruhen. Und er backt es nicht in einem Umluft-Ofen.

Martin Reicherzer (50) ist ebenfalls Verfechter des traditionellen Bäckerhandwerks. Er weiß, wie sehr die Kunden die Bücherl-Brezen schätzen. Deswegen will er sie genauso fertigen wie sein Vorgänger. Er und seine Frau haben die Bücherls bereits besucht, um die Räume und die fünf Mitarbeiter kennenzulernen. Sie alle werden übernommen. Darüber hinaus zieht das siebenköpfige Team der Reicherzers nach Bruck. Die große Truppe sei nötig, weil sie ihr Sortiment erweitern wollen, sagt Nadja Reicherzer (51).

Einen Nachfolger fanden die Bäcker dank eines Tagblatt-Artikels

In ihrem Laden in Gröbenzell an der Eschenrieder Straße schaltet ihr Mann Martin am 25. März ein letztes Mal die Öfen aus. Die Bäckerei schließt. „Wir haben Schwierigkeiten mit unserem Vermieter“, sagt Nadja Reicherzer. Umso glücklicher sei sie, dass die Bücherls ihnen ihren Familienbetrieb anvertrauen.

Bis dahin war es jedoch ein weiter Weg. Unsere Zeitung berichtete von ihrer schwierigen Suche nach einem neuen Standort. Ein Makler las den Artikel. Er suchte Nachmieter für den Laden der Bücherls und stellte den Kontakt zwischen den Familien her. Unter ihrem eigenen Namen eröffnen Nadja und Martin Reicherzer in der Hauptstraße am 10. April. Wilhelm Bücherl ist froh, dass Bäcker in das Haus ziehen. „Damit habe ich nicht gerechnet.“

Ab April haben die Bücherls dann Zeit für sich. Elisabeth Bücherl will öfter mit ihrem Hengst Tyson ausreiten und Radtouren zum Ammersee mit ihrem Mann unternehmen. Eine knusprige Breze zur Stärkung darf dabei nicht fehlen.

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