Zeigen ihre Werke im Haus 10: Charlotte Panowsky (l.) und Angelika Hoegerl.
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Zeigen ihre Werke im Haus 10: Charlotte Panowsky (l.) und Angelika Hoegerl.

Von drei Künstlerinnen

Ausstellung Haus 10: Malerei, Holzschnitte und Plastiken in harmonischer Einheit

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Fasziniert steht man im Haus 10 vor einer Installation aus Spiegeln und streng geometrischen, luftig himmelblauen Elementen. Die künstlerische Interpretation einer historischen Gewölbearchitektur ist Teil der aktuellen Ausstellung „Bildräume und Raumbilder“ von Charlotte Panowsky, Katrin Kratzenberg und Angelika Hoegerl.

Fürstenfeldbruck - Die drei Künstlerinnen nähern sich dem Thema Raum aus unterschiedlichen Richtungen und mit unterschiedlichen Mitteln, erforschen und reflektieren ihn. Zusammen ergeben Panowskys Malerei, Kratzenbergs Holzschnitte und Hoegerls Plastiken eine höchst verschiedenartige und doch erstaunlich gut harmonierende Gesamtheit.

Am wenigsten offensichtlich erscheint das Thema Raum in der Malerei. „Man hat ja nur eine zweidimensionale Fläche vor sich“, sagt Charlotte Panowsky. Sie begreift die Fläche als Spielraum, den sie in einem spontan-emotionalen, offenen Arbeitsprozess zu füllen beginnt. Durch verschiedene Farbschichten, Übermalungen und Auslassungen wird die Zweidimensionalität aufgehoben, neue Räume öffnen sich und reflektieren innere Räume der Künstlerin. Jedes ihrer großformatigen Bilder ist auch eine Auseinandersetzung mit eigenen, manchmal verborgenen Tiefen. Emotionen treten nach außen, die sie zuweilen selbst überraschen bis befremden, immer aber befreien. „Man begegnet sich selber beim Malen.“

Angelika Hoegerl verbrachte im vergangenen Jahr ein Kunstwochenende in ihrer Geburtsstadt Landshut, wanderte dort durch die Arkadengänge der Altstadt und kam auf die Idee, die Gewölberippen der Deckenfelder in ein Kunstwerk zu übersetzen. So entstand die Installation „Deckenspiegel – arcade“. Die gebogenen Kreuzrippen werden bei ihr zu flachen geometrischen Figuren, die zunächst einen zweidimensionalen Eindruck erwecken. Durch die als Leporello angeordneten Spiegelelemente entstehen jedoch neue Räume – ein Spiel mit Perspektive und Illusion.

Das Thema historische Architektur setzt sich fort in den Werken der Künstlerin, die ein Aufbaustudium in Denkmalpflege absolviert und in diesem Bereich auch gearbeitet hat. Sie zitiert die Rauten aus dem Chorgewölbe des Wiener Stephansdoms und stützende Säulen, die das Ganze tragen. Seit jeher ist Hoegerl fasziniert von der Leichtigkeit gotischer Architektur, dieser luftigen Anmut zwischen wuchtiger Romanik und überladenem Barock. Da der Blick nach oben zugleich ein Blick zum Himmel ist, zieht sich farblich ein sommerliches Himmelblau durch Hoegerls Werke, die teils mit Stoff – Stoff, der für Autohimmel verwendet wurde –, teils mit Dachpappe bespannt sind. Die Serie trägt auch den Titel „Himmelsstücke“.

Hier schließt sich der Kreis zu Katrin Kratzenberg. Sie schöpft ihr Formmaterial unmittelbar aus dem Erleben in Natur und Raum und fügt dieses in Mal- und Druckprozessen zu „Neuland“ zusammen. Ihre Holzschnitte sind immer Einzelstücke, nie Serien. Doch durch das mehrfache Verwenden von Druckstöcken ergeben sich Parallelen und Weiterentwicklungen. Kratzenberg erfasst, erspürt und durchquert Räume und erschafft ein Wechselspiel aus Nähe und Distanz, Weite und Veränderung.  os

Die Vernissage zu „Bildräume – Raumbilder“ in der Kulturwerkstatt Haus 10 findet am heutigen Freitag, 24. September, ab 19.30 Uhr statt. Die Ausstellung läuft vom 25. September bis 10. Oktober. Öffnungszeiten: Freitag 16 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr.

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